Dip Dye Shirt – Das Experiment

Mein heutiges Werk wurde schon vor 2 Wochen genäht, aber da war mir bereits klar, dass ich nochmal Hand anlegen muss. Denn es gefiel mir nicht, bzw war mir viel zu langweilig. 

Ich hatte ja bei meinem Patchwork Sweater vorletzte Woche schon berichtet, dass der weiße Baumwoll-Mesh nicht so transparent war, wie ich mir das bei der Materialauswahl online vorgestellt hatte. Deshalb war ich nicht so richtig zufrieden mit dem Look meines weißen Shirts. Ich hatte erwartet, man würde noch das Top oder Bustier darunter sehen und hätte dadurch einen interessanten Effekt, dem war aber nicht so, wie diese „vorher“ Fotos beweisen. Natürlich kann man auch immer mal ein schlichtes weißes Oberteil im Schrank gebrauchen, aber irgendwie ist das nicht meins. Der Schnitt ist übrigens selbst gebastelt (Vorlage war vor Urzeiten ein gekaufter Pulli).
Vielleicht kann ich den Mesh besticken? Hab ich kurz ausprobiert, aber dafür haben die Löcher zu große Abstände, es gefiel mir nicht. Hm. Färbe-Experimente wollte ich doch schon lange mal machen, daher: wenn nicht jetzt, wann dann? Einen Ombré Effekt (Farbverlauf) wollte ich färben, das stand schnell fest. Simplicol Farbe in schwarz, Shibori-Farbe von Marabu in blau und getrocknete Goldruten vom letzten Sommer hatte ich vorrätig. Da ich noch nie mit Pflanzen gefärbt habe und gar nicht weiß, ob man damit überhaupt einen Farbverlauf hinkriegt, hab ich das  für dieses Projekt ausgeschlossen und mich letztlich für die schwarze Farbe entschieden, weil ich mit der blauen noch das machen möchte, wofür ich sie gekauft habe: Shibori. Mit der schwarzen wolle ich mal eine gekaufte Hose nachfärben, die ausgewaschen war. Aber bevor das passiert ist, hatte die Hose einen kaputten Reißverschluss und andere Defekte, so dass es dazu nicht mehr kam. 

Einen Farbverlauf kann man nicht in der Waschmaschine färben, so viel ist klar. Also noch kurz checken, ob ich die Farbe auch in einem Eimer anrühren kann – geht, laut Anleitung. Wunderbar. Heißes Wasser aus dem Hahn rein (60 Grad sollte es sein, konnte ich nur schätzen, da ich kein Thermometer habe) und Farbpulver einrühren. Das Shirt habe ich auf einem Kleiderbügel hängend bis fast zur Mitte eingetaucht und hatte vor, das ein paar mal zu wiederholen für den Verlauf Effekt. Das wurde aber sofort sehr dunkel, so dass ich noch einen zweiten Eimer mit verdünnter Farbe verwendet habe. Mit dem konnte ich dann den gewünschten Verlauf von hellgrau nach dunkelgrau erzeugen durch mehrmaliges unterschiedlich tiefes Eintauchen in die Farbe. Den unteren Teil habe ich dann wieder in die gesättigte Farbe gehängt und war sehr zufrieden mit dem, was ich bisher so sehen konnte. Ich war sogar richtig begeistert! Dann musste ich die Farbe ja irgendwann auswaschen und habe das erstmal mit der Duschbrause gemacht, damit die überschüssige Farbe nicht oben an den weißen Teil kommt. Dann habe ich das Shirt im Waschbecken nochmal mit der Hand ausgewaschen und dann zuversichtlich in die Waschmaschine gesteckt. So stands in der Anleitung. Ich hab extra nachgeschaut: von Fixiermittel oder Essig stand dort nichts. Die Farbe sei „mittelecht“ und man soll die Kleidung später nur separat waschen. Da hätte mir vielleicht eine Warnung sein können, aber ich war optimistisch. Leider kam das Teil aus der Maschine und nichts weißes war mehr dran. Oben hellgrau, unten dunkelgrau. Das tiefe schwarz war verwaschen und hatte sich auf die weiße Hälfte verteilt. Ich habe es  leider versäumt, an der Stelle ein Foto zu machen. SO wollte ich das aber nicht haben, also hab ich nochmal ein Chlorbad vorbereitet (mit Reiniger), in das ich das Shirt nun von der anderen Seite eingetaucht habe, damit es sich wieder entfärbt. Das ging auch so  la la, aber weiß ist es nicht mehr geworden, eher so creme/beige. Das hab ich dann nochmal grüüüündlich mit der Hand ausgewaschen und auch mit der Waschmaschine. So kam es am Ende raus und was soll ich sagen: ich find das Teil total toll! 

So hat es nun echtes Potential zum Lieblingsteil. Ich verzichte heute auf eine Kombipartner Fotoparade, ihr könnt euch ja vorstellen, dass das mit schwarzer oder beiger Hose auch super aussieht. Ein Detail möchte ich euch noch zeigen: meine Kette, die nämlich auch einen Ombré Effekt hat! Ich hab sie auf einem kleinen Handmade Markt im Urlaub in Porto gekauft. Der Anhänger war mal eine alte Spitzenborte, die Designerin hat die Spitze in einer speziellen Technik verstärkt (ich glaube mit Lack oder sowas) und dann farbig angesprüht. 

Ich freu mich immer total, wenn ich auf Reisen solche Handmade Märkte oder auch Shops finde, denn da kann man wirklich tolle einzigartige Dinge als Souvenirs finden, lokale Designer unterstützen und sich mit dem Unikat noch jahrelang an die Reise erinnern. Zu Zara & H+M kann ich auch in Berlin. Wenn ich denn wollte 🙁

Hat hier jemand Erfahrung in Dip Dye Technik? Was kann ich beim nächsten mal besser machen, damit die Farben so bleiben wie geplant? 

Ich schaue mit meinem Farbexperient mal wieder zum MeMadeMittwoch. Weitere linkparties: Ich näh Bio, Biostoff-Linkparty, After Work Sewing

Verfehltes Finale – Achtung, radioaktiv!

Man kann nicht immer gewinnen. Das Finale am Ostersonntag vom Knit-Along Frühlingjäckchen (FJKA2018) hab ich leider nicht erreicht. Aber ich bin schon ziemlich weit mit meinem Trilogy Cardigan. Ich zeig mal kurz, was bisher fertig ist:

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