The Cardigan Trilogy. Letzter Teil

Nach japanischer Zeitzone hätte ich es nicht mehr rechtzeitig hinbekommen, aber ich wollte meine Trilogy Strickjacke (mehr zur Entstehung hier und hier) unbedingt noch im #FJKAL2018 Finale der Herzen zeigen. Und da die Uhr meines Computers noch deutsche Zeit hat, sollte das Verlinken auch noch klappen. TADAAAAA:

Es wurde ganz schön knapp, denn in den letzten Wochen kam ich nicht zum Stricken und das fehlende Garn für den Bündchenabschluss habe ich erst kurz vor der Syltreise organisiert. Auf Sylt waren die Tage ausgefüllt mit draußen sein und Meeresluft einatmen bei strahlendstem Wetter – da bin ich nicht fertig geworden mit dem  Bündchen anstricken! Die letzten Reihen hab ich echt am Abend vor dem Abflug nach Japan noch hingepfuscht und gestern habe ich das gute Stück das erste Mal in Tokio ausgeführt. Zusammen mit meinen Culottes vom letzten Post sah das super aus und passte auch voll ins Umfeld. Die Japanerinnen tragen deutlich häufiger solche Hosenröcke als Berlinerinnen, so viel steht schon mal fest. Ich hoffe die Ladies merken nicht, dass ich sie anstarren muss, wenn der Style mich fasziniert 😉 Es laufen viele für meinen Geschmack überaus gut gekleidete Damen in der Stadt rum. 

Ich habe mich gestern mit einer Japanerin getroffen, die ich aus Berlin kenne und Sie gebeten, einige Outfit Fotos zu machen. Hat sie auch gerne gemacht – allerdings sahen die Bilder in meiner Vorstellung irgendwie anders aus als in der Realität – zu Ihrer Verteidigung hatte sie mir aber auch direkt gesagt, dass sie keine gute Fotografin sei. Trotzdem möchte ich euch diese Fotos nicht vorenthalten 😉

So bekommt ihr nämlich auch was von Tokio zu sehen – mehr auf jeden Fall als vom Cardigan. Deshalb hab ich heute das wirklich räudige Regenwetter dazu genutzt, nochmal drinnen Fotos zu machen in meinem großzügigen 5qm Hotel Einzelzimmer. Ja, im Vergleich zu einem Kapselhotel Schlafplatz ist das Luxus und kann sogar als Fotostudio genutzt werden (aber nur mit Weitwinkel)!

Da das Strickstück leider extrem Fusseln verliert und ich gestern einige Zeit gebraucht habe, diese von der schwarzen Hose wieder zu entfernen, seht ihr sie hier mit Jeans kombiniert. Ich find ihn sehr sehr cool den Cardigan, hätte die Ärmel vielleicht etwas weiter stricken können bzw. vielleicht alles eine Nummer größer, aber eventuell weitet sich die Baumwolle ja noch. Und das Gefussel hört hoffentlich auch noch auf… wenn nicht, ärgere ich mich über mich selbst, keine bessere Qualität verstrickt zu haben (Discounter Wolle) und lerne fürs Leben 🙂
Zum geschlossen tragen wurde in der Anleitung ein Knopf empfohlen. Ich geh aber erst mal auf die Suche nach einer unauffälligen Brosche oder Clip. Denn es ist kein Knopfloch dran (hätte ich wohl ins Bündchen stricken müssen) und eine Schlaufe an den Vorderzipfel zu machen find ich nicht so elegant. Vielleicht tuts auch einfach eine schwarze Sicherheitsnadel.

Verlinkt: FJKA2018 und Auf den Nadeln im Mai

Me Made Reisepläne mit neuem Outfit

Der Mai ist ganz eindeutig mein Lieblingsmonat. Der Sommer kehrt endlich zurück und bringt die Sonne und die bunte Vielfalt der Natur: Flieder, Erdbeeren, Spargel, Waldmeister, Rhabarber und Holunderblüten. Als Stadtmensch genießt man die Outdoor-Saison in einem sonnigen Plätzchen im Café oder einem der unzähligen Parks – oder nutzt die hohe Anzahl von Feiertagen und fährt in den Urlaub. So wie ich. Gerade befinde ich mich im Zug nach Westerland, dummerweise kein ICE sondern ein IC und bin ohne Internet. Da kann ich nur hoffen, dass das WLAN im Ferienhaus funktioniert und ich mich noch rechtzeitig heute beim monatlichen Me Made Mittwoch einreihen kann und meine vorbereiteten Texte und Bilder hochladen. Ich tue mich immer noch schwer mit der Punktlandung auf einen einzigen Tag im Monat… 🙁

Jetzt ist es im Mai ja aber unter den Nähbloggern internationaler Usus, dass man täglich seine selbst genähte (oder gestrickte)  Mode präsentiert und zwar beim „Me Made May“ – wer mitmacht, sucht sich seine persönliche Herausforderung, je nachdem was man schafft. Ich werde definitiv jeden Tag selbst genähte Kleidung tragen, manchmal ausschließlich, aber manchmal auch kombiniert mit gekauften Sachen. Es gibt nämlich noch ein paar Teile, die es in meinem Kleiderschrank nicht in „selbstgenäht“ gibt, wie zum Beispiel Funktions(regen)jacke, Lederjacke, Bikini, Fleece-Hoodie. Bei der Jeans habe ich lange überlegt, aber mich gegen meine Maßjeans und für die stretchy Boyfriendjeans entschieden, da diese auf Reisen einfach so viel bequemer ist. Auf der to-sew-Liste steht jetzt: Maß-Jeans mit viel Stretch!

Wenn ich nächste Woche zurück aus Sylt komme, geht es schon gleich weiter auf eine andere, zugegeben sehr andere Insel, bzw Inselgruppe: nach Japan. *freu*

Mein Me-Made-May musste deshalb schon gut vorgeplant werden und befindet sich in meinem Reiserucksack. Ich habe mir vorgenommen, jedes eingepackte selbstgenähte Kleidungsstück mindestens einmal zu tragen. Auch das kleine Schwarze für alle Fälle 😉
Meistens ist es bei mir nämlich so, dass ich unendlich viele Teile (so viel wie reinpaßt) mitnehme, dann aber immer zu den selben greife und am Ende die Hälfte noch frisch gewaschen und gefaltet wieder mit zurück schleppe. Beim Packen habe ich erleichtert festgestellt, dass meine selbstgenähten Sachen wirklich supergut untereinander kombinierbar sind und ich auf nichts verzichten muss.

Um als Selbstständige die 4 Wochen so einigermaßen frei von Arbeit durch die Gegend reisen zu können, habe ich in den letzten Wochen doppelt viel geackert, weshalb ich leider meine geplanten Nähprojekte vorher nicht alle geschafft habe. Selbstgemachte Geburtstagsgeschenke kamen auch noch dazwischen und faktisch ist am Ende noch ein Kleidungsstück übrig geblieben, das ich unbedingt in meiner Japan-Garderobe haben wollte:  schwarze Culottes. In einer Nachtschicht genäht, weil auch dafür eigentlich keine Zeit war. Von meinen gelben Culottes letztes Jahr habe ich gelernt, dass ich unbedingt auf einen weich fallenden Stoff achten sollte, der nicht so schnell knittert. Einen solchen hab ich auf dem Stoffmarkt gefunden, was genau es für ein Stoff ist, weiß ich nicht, aber er läßt sich heiß bügeln – ist also zum Glück wohl nicht allzu viel Chemie drin. 

Ich wollte diesmal eine Version ohne Bundfalten haben und wurde fündig bei einem Freebook von So Sew Easy. US Maßtabellen und ich – immer lieg ich daneben, bzw. ist mir die Größe viel zu groß, die ich laut Tabelle nehmen müsste. Da ich ja nun seit der Maßhosenaktion einen Grundschnitt habe, der mir perfekt passt, habe ich diesen aufgelegt und den Schnitt entsprechend angepasst. Von der Beinweite habe ich auch noch einige Zentimeter weggenommen.
Die Passform ist dann entsprechend auf Anhieb gut geraten und die Hose war ziemlich fix zusammen genäht. Ich hab einen geraden Bund angenäht und einen Nahtreißverschluss in die rechte Seitennaht eingefasst. Fertig.

Bei der Anprobe und Suche nach Kombipartnern fiel mir mein schon letzen Sommer genähtes „FrauFrida“ Modell ein, das noch ungetragen ist, weil es mir irgendwie nicht gefallen hatte. Was soll ich sagen, es hat wohl nur der richtige Kombipartner gefehlt. Und meine neuen gelben Schuhe sind das I-Tüpfelchen dazu. Die konnte ich nicht im Laden stehen lassen, den ich auf der Suche nach Sandalen aufgesucht hatte… der perfekte Japan Look 😉