Sommer Capsule Wardrobe

Auf Instagram bin ich letzte Woche über die Modechallenge #summer10x10 gestolpert. Die Idee: 10 Teile aus dem Kleiderschrank auszuwählen und sie 10 Tage lang in 10 unterschiedlichen Kombinationen zu tragen. Ich war zu spät um noch mitzumachen, aber ich hab so drüber nachgedacht, welche Teile ich wählen würde, wenn… warum nicht einfach alle meine  neuen Teile des Sommers 2018 nehmen und kombinieren? Wie viele sind das überhaupt? Ich zähl mal die Culotte vom Mai als erstes Sommerteil und komme auf 8 genähte Kleidungsstücke:
4 Oberteile, 1 Hose, 1 Culotte, 1 Shorts und 1 Rock.
Da kann man theoretisch ja nicht nur 10 Kombinationen finden sondern 4×4, also 16! Also, theoretisch, denn da müssten die Teile ja schon alle zusammen passen. 
Ein spannendes Gedankenspiel, das mich letztlich zu einer sehr verblüffenden Erkenntnis gebracht hat: völlig ungeplant und unbeabsichtigt habe ich mir eine sogenannte Capsule Wardrobe genäht! 
Ich konnte es selbst kaum glauben, denn sogar Kombinationen, auf die ich nie freiwillig gekommen wäre, sind total tragbar! 
Eine Capsule Wardrobe ist eine vernetzte Garderobe, die nur aus wenigen Kleidungsstücken besteht, die besonders gut untereinander kombinierbar sind. 

Glaubt ihr nicht? Ich zeigs euch.
Los geht´s mit der schwarzen Culotte

Lieblingsoutfit: No 4 mit dem Streifentop. Aber auch die mit dem Volanttop ist sehr lässig. 

Als nächstes – die weiße Mikkaela Bundfaltenhose mit Schleife:
Dazu gefällt mir No 2 am besten, das hellblaue Streifentop mit Spitze. No 4 ist auch gut, Streifen gehen immer, schwarz-weiß sowieso.

Dann der Paperbag Waist Rock
Hier kann ich mich nicht entscheiden und finde alle Outfits toll. Sogar das mit dem Kimono Top, das hätte ich wohl nie zusammen anprobiert. 

Und die Shorts aus Jeans machen auch alles mit: 
Wie ist das passiert – völlig zufällig oder doch nicht ganz? Ich habe wirklich kein Ergebnis diese Art geplant, sondern einfach immer spontan die Sachen genäht, die ich gerade Lust zum Tragen hatte. Es hat bestimmt etwas mit meiner Stiltreue zu tun, denn auch wenn ich hier und da Neues ausprobiere (Rüschen, Paperbag…), welche Farben mir stehen weiß ich genau und bei den Schnitten und Mustern bleibe ich gerne klar und minimalistisch und vermeide wild und bunt. Ich hatte durchaus schon buntere Modephasen in meinem Leben, aber derzeit ist mein Hang zur absoluten Reduktion auf schwarz, weiß und blau nicht zu übersehen. Gelb fehlt hier eindeutig, ist es doch meine Lieblingsfarbe. Aber für eine 10×10 Auswahl hätte ich ja noch 2 Kleidungsstücke frei – und gelbe Stoffe im Lager sowieso. 😉 Normalerweise hätte ich ja auch gesagt, Jacken gehören in die Sommergarderobe. Aber nicht 2018. 

Das Fotoshooting hat mich richtig geschafft: bei 35 Grad Außen- und 27 Grad Innentemperatur 16 Outfits bügeln, anziehen und fotografieren… (ok bis auf die paar, die ich schon in den letzten Blogposts hatte) solchen Wahnsinn verstehen sicher nur meine Bloggerkolleginnen. Und während ich kürzlich noch ein Loblied auf den Berliner Sommer sang, den ich eigentlich sehr genieße, muss ich dies inzwischen revidieren. Es ist mir zu heiß, ich bin auf die Insel Sylt geflohen und hab mir hier den frischen Nordseewind um die Nase wehen lassen.

(Noch mehr Fotos auf meinem Instagram Foto-Account) 

Und wer jetzt genug Outfitfotos gesehen hat, schaut lieber nicht auf die komplette Übersicht, von der ich selbst einfach nur total geflasht bin:

Sieht aus wie ein Memoryspiel und könnte als solches sogar recht knifflig werden 😉

Verlinkt: Sew La La, Du für Dich

Spitzenwetter – Spitzenideen

Weil ich mir mit zwischen dem letzten und vorletzen Blogpost etwas viel Zeit gelassen habe, mache ich es wieder gut und schreibe heute gleich wieder einen! 

Mein Stoffstapel mit Sommerprojekten ist recht groß, also Zeit ihn etwas abzubauen! Luftige Tops kann man gerade nicht genug haben, also habe ich mir eine ganz zarte gestreifte Baumwolle geschnappt, die ich aus Japan mitgebracht habe. Pinterest hat beim Inspiration suchen so viele schöne Ideen für hellblaue Streifentops ausgespuckt, ich konnte mich kaum entscheiden. Besonders süß finde ich die Kombi mit Spitze oder Stickmotiven. 

  

Da ich keine Stickmaschine habe, blieb mir ja nur die Spitzenidee. 😉
Flugs bin ich nochmal auf der tollen kostenlosen Schnittmustersammlung von „Oh! Mother Mine DIY“(spanische Tutorials) stöbern gegangen, (die ich bei meinem Viskosetop über YouTube gefunden hatte) und hab mich für dieses Modell mit zur Schleife gebundenen Trägern entschieden. Der Schnitt kam mir recht weit vor und ich hab daher den vom Viskosetop zum Vergleich aufgelegt und tatsächlich um 2-3 Zentimeter verschmälert. Wie beim anderen Top auch, habe ich außerdem in der Weite die Größe S und in der Länge die L zugeschnitten. 

Mein Stoff war tatsächlich so dünn, dass das vorgesehene halbe Futter nicht funktioniert hat, man hätte den Unterschied zum ungefütterten Teil nämlich stark durchgesehen. Also hab ich das Schnittmuster komplett gedoppelt und damit es kein Mustermoiré gibt für das Futter einen ebenso dünnen Ikea Gardinenvoile in cremeweiß aus dem Fundus verwendet. Doch sogar die Nahtzugaben sieht man durch und machen aus dem Streifenstoff ein Karo 😉

Die Träger hab ich absichtlich viel schmaler gemacht als im Schnitt, ich fand das passender zu der Spitze. Und die hatte ich auch im Fundus, einst erstanden auf dem holländischen Stoffmarkt. 

Kennt ihr das, wenn man sich dann so vorstellt, wie man das neu genähte Kleidungsstück stylen könnte und womit das zusammen passt, dass sich da neue Projekt auftun? Eine abgeschnittene abgewetzte Jeans wär nämlich toll dazu, die vielleicht auch noch mit Spitze aufgehübscht ist – sowas hab ich aber nicht. Aber alte Jeans, jede Menge… 

Aber ist ja nicht so, dass ich sonst nichts passendes Anzuziehen hätte:

Das Top ist hinten tiefer ausgeschnitten als vorne und insgesamt an Luftigkeit kaum zu überbieten. 

Eigentlich lag ja schon das abgepauste Schnittmuster und der gewaschene Stoff für eine schwarze dünne Viskoseshorts auf dem Tisch…. nun, man muss die Dinge nähen, wie sie kommen. 

Ich „brauche“ jetzt erstmal abgeschnittene Jeans Shorts. Der Stapel alter Jeans ist groß, aber leider leider sind die ja alle deshalb dort gelandet, weil ich nicht mehr reinpasse. Da nutzt auch das Abschneiden von Hosenbeinen nix (leider). Aber nach nochmaligem gründlichem Durchsortieren des Kleiderschranks fiel mir meine Maler- und Gärtnerjeans in die Hände. Na gut, dann die! Die sitzt jetzt zwar leider nicht grad luftig, aber geht zu 😉 

Die Jeansshorts war ein easy Projekt, schnippschnapp Beine ab (vorn etwas kürzer als hinten, hab ich mir von ner gekauften abgeschaut). Die Seitennähte ein Stück aufgetrennt, Nahtzugabe doppelt eingeschlagen und an die Vorderbeine jeweils ein Baumwollspitzenband mit angesteppt. Die Spitze hätte nicht gereicht für umlaufend, aber mir gefällt es so tatsächlich auch ganz gut. 

Vorstellung und Realität können ja schonmal auseinanderklaffen. Und ich musste verwundert feststellen, dass meine Spitzenidee ja ganz nett geworden ist. Aber nett ist bekanntlich der kleine Bruder von Scheiße. 

Viel besser gefällt mir meine neue alte Jeans mit diesen Looks:

OT: Schade dass ich die schönen 70er Plateau Sandalen nur auf Fotoshootings tragen kann, die machen so schön lange Beine 😉 Aber laufen? Nope.

Auch das Top ist schicker in den anderen Styles. Tja, so kanns gehen. Und falls es nächste Woche immer noch so sommerlich ist, kommt die schwarze Viskoseshorts dran. Wenn nichts dazwischen kommt. 

Schnitte:
Streifen-Spitzen Top: Oh Mother Mine DIY, abgewandelt
Weiße Hose: Mikkaela, Schnittgeflüster
Paperbag Waist Skirt: Pinalina Tutorial
Sweatdenim Shorts: Julika, Prülla
Top mit Schmetterlingen: Diana Cami, Spit up & Stilettos (gibts nicht mehr)

Verlinkt: Sew la la, Du für dich, Upcycling Linkparty

Blitzschnell genäht: Paperbag Waist Skirt

Dieses Projekt ist echt ein Knüller – es ist kein Schnittmuster nötig, man muss nur ein Rechteck und einen Stoffstreifen zuschneiden und braucht ein Gummiband. Ein paar schnurgerade Nähte und zack, fertig ist ein stylischer Rock! Ich hab das Modell jetzt schon mehrfach bewundert, vor allem die Versionen von Verena und Vivien fand ich so toll, dass ich nun auch eine „Paperbag Waist Skirt“ Trägerin bin und mich beinahe als Fashion Victim fühle.

Dafür dass man das so schnell genäht hat, hab ich allerdings trotzdem einfach mal ewig gebraucht, die Zeit dafür zu finden. Mein letzter Post ist schon einen Monat her und da war der Projektplan schon gefasst… gut ich war auch einige Tage in Holland, Seele baumeln lassen, Bootfahren, Fisch essen. Schön oder?
Und hatte dann so allerlei zu tun, den Sommer genießen hauptsächlich. Open-Air Kino, an der Spree sitzen, im See baden… Jetzt ist es inzwischen allerdings so heiß geworden, dass ich nicht mehr rausgehen mag aus meiner Altbauwohnung. Heute ist in Berlin die Autobahn gesperrt worden, weil der Asphalt geschmolzen ist. PUH!

Und wenn ich schon drin bleibe, kann ich natürlich die Zeit sinnvoll nutzen und endlich neue Sachen nähen, die so sommerlich luftig sind, dass ich nicht im Bikini raus muss. Jedes Stück Stoff ist ja schon zu viel. Ich hatte etwas Bedenken, wie mir das stehen wird – high waist mit viel Stoffgewickel an der Stelle, wo meine Taille mit Ü40 schon einen leisen Rückzug angetreten hat. 😉
Der Clou an meinem Paperbag Waist Skirt ist, dass er aus der selben Chambray Viskose genäht ist, wie mein Volant-Top vom letzten Post. Was zusammen getragen wie ein Kleid aussieht! Ich mag das ja total – Zweiteiler die wie Einteiler wirken, denn man hat so viel mehr  Outfit-Kombinationsmöglichkeiten und damit auch mehr Gelegenheiten, die Teile anzuziehen, wenn man sie separat näht. 

Ich glaube, für die Falten in der Taille ist Viskose eigentlich nicht die beste Wahl, denn der Stoff hat wenig Stand und ist auch knitteranfällig. Da hab ich mit Bügelstärke nachgeholfen.

Das Tutorial für den Rock von Pinalina hatte ich tatsächlich nur überflogen und so passierte es mir, dass ich keine zwei exakt gleichen Teile für vorne und hinten zugeschnitten habe, sondern im Stoffbruch gefaltet nur ein Teil. Und dann wusste ich nicht wohin mit der Naht – und hab mich für hinten entschieden. In echt sieht man das wirklich kaum – ich suche trotzdem beim Anziehen wo vorn und hinten ist, aber auf den Fotos fällt das Licht doch deutlich auf die Naht. Nunja, mich störts nicht weiter, denn wann seh ich mich schon von hinten 😉

Schnitte:
Rock – Tutorial von Pinalina
Weißes Top – gekauft
Chambray Top – Oh mother mine DIY 
Ikat Top – Leila Top, La Maison Victor (3/2015) 

Verlinkt: Kostenlose Schnittmuster, MeMadeMittwoch, Sewlala, Lieblingskleider