Japanisches Shibori Shirt aus Leinen

Im Mai habe ich wieder bei der internationalen Instagram Challenge „Me made May“ mitgemacht. Es geht dabei darum, sich einen Monat lang besonders intensiv mit der selbst genähten Mode im eigenen Kleiderschrank auseinanderzusetzen. Auch sollte man sich Ziele stecken für den Monat.

Meine waren:

  • Täglich selbst genähte Kleidung tragen
  • Den Patchwork Rucksack fertig stellen und die Bomberjacke von meiner makenine2019 Liste (beides 2 Jahre alte UFOs)
  • Keinen neuen Stoff kaufen, egal was passiert
  • Mindestens einen der Stoffe vernähen, die ich letztes Jahr aus Japan mitgebracht habe
  • Die Strickjacke für den #SJKA2019 pünktlich zum Finale fertig stricken

Das hat fast alles geklappt, bis auf die Bomberjacke. Das Projekt mit den japanischen Stoffen wurde genau genommen erst Anfang Juni genäht. Aber im Mai habe ich den weißen Leinenjersey aus Tokyo zu einem Shibori Kurs mitgenommen, um ihn dort mit Indigo und einem schlichten Muster zu färben.

Hie mein Inspirationsboard für den Workshop, Bildquellen Pinterest

Ich hatte schon vor einem Jahr in Tokyo einen Shibori Kurs gemacht, bei dem ein Schal enstanden ist. Den weißen Jersey aus reinem Leinen habe ich auch in genau der Absicht gekauft, dass er noch mit der Shibori Technik gefärbt wird – ich hab sogar Indigo Färbemittel in Tokyo gekauft.

Allerdings konnte ich die Packungsanweisung leider nicht lesen – was ich mir eigentlich auch schon vorher hätte denken können… 😉 Also hab ich mich entschieden, einen Workshop bei der Japanerin Ayumi Ayabe in Berlin-Tempelhof zu buchen. Wenn das Färbebad schon fertig angerührt ist, ist der Rest eigentlich ziemlich schnell erledigt. Und bei Ayumi gab es auch schon fertig zugeschnittene Holzstücke, die ich für die „Itajime“ Technik nämlich brauchte und die Schraubzwingen, zwischen die man dann Stoff und Holz klemmt. Praktisch. Und entweder konnte man einen Beutel oder Schal färben oder 200g selbst mitgebrachten Stoff…. der allerdings ausschließlich aus Naturfasern sein muss. Leinen lässt sich sehr gut färben!

Mein Stoff und diverse Probestücke der Kursteilnehmerinnen hängen zum Trocknen

Der Schnitt den ich mir für den gefärbten Stoff ausgesucht habe, musste schlicht sein, möglichst mit angeschnittenen Ärmeln, damit man das Muster nicht zerschneiden und ansetzen muss. Es wurde deshalb die „Odette“ aus der Zeitschrift La Maison Victor und ich habe das Halsbündchen sowie die Ärmelaufschläge aus dem gleichen Stoff – aber ungefärbt – genäht.

Das Shirt ist genau so geworden, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich hatte Bedenken was die Durchsichtigkeit des Materials angeht, aber mit hautfarbener Unterwäsche ist das tiptop. Achso, ich hab den Schnitt in Größe 36 genäht, den Saum begradigt, denn Vokuhila wollte ich nicht. Den Schnitt gibt es übrigens kostenlos auf der Website des Magazins zum Download. Die Ärmelaufschläge halten super, wenn man sie an Schulter und Seitennaht mit ein paar Handstichen unsichtbar fixiert.

Heute habe ich keine große Modenschau mit dem Tshirt für euch. Aber ich bin mir sicher, dass das Shirt im Sommer nochmal auftauchen wird in anderen Kombinationen! Es war auf jeden Fall angemessene Kleidung für die schwül-warmen Pfingsttage. In Kombination mit der gelben Refashion Leinenhose sieht das auch sehr sehr schön aus und ist wunderbar luftig.

Lässig gemütliches Outfit mit der alten Burda Hose aus dünnem Denim und Jerseybund. Perfekt mit der neuen Patchworktasche, die ich letzte Woche gezeigt habe.

Statt dessen zeige ich für alle, die meinem Instagram Kanal nicht folgen, was ich im Mai so an selbst genähtem getragen habe.

Ganz schön kalt wars im Mai, das hatte ich schon fast vergessen… Am beliebtesten war auf Instagram mein Outfit Nummer 5 mit dem Schrägstreifen Shirt und der gelben Kaufjeans.

Verlinkt: Sew La La, Creative Lovers

11 Gedanken zu „Japanisches Shibori Shirt aus Leinen“

  1. Spannend, was Du über die Färbetechnik schreibst. Das Shirt ist wunderbar geworden, die verwässerten blauen Streifen machen es sommerlich leicht. Passt einfach perfekt zu Jeans. Danke auch für die schöne Mai-Galerie. Da habe ich gerne durchgeklickt, weil Du sehr stilsicher Deine Farben und Schnitte kombiniert. LG Ina

  2. Ich liebe diese Art zu Batiken auch!!! Habe auch ein Buch und manchmal schmeiße ich einfach auch alleine ein bisschen Stoff in die Schüssel und laufe dann dreiTage mit blauen Händen rum, weil ich immer die Handschuhe vergesse… Habe uns grade eine Tichdecke und Servietten in dieser Technik gestaltet… Dein Shirt ist toll, ich schaue mir den Schnitt direkt mal an! Ach deine ganzen Bilder vom Mai sind überwältigend. Ich beneide dich um deine tägliche Fotomöglichkeit! LG Sarah

    1. Oh ja! Da hab ich ja auch schon Werke von dir bestaunt (ein schönes Kleid fällt mir ein). Welche Farben benutzt du denn dafür? Die tägliche Fotosession war bis Ende des Monats so zur Gewohnheit geworden, dass ich Anfang Juni ganz irritiert war. Aber jetzt kann ich auch mal wieder 2 Tage hintereinander das gleiche Outfit tragen, ohne dass es irgendwem auffällt, hihi.

    1. Ja, ich finde auch dass das perfekt zusammen passt – Schnitt und Stoff. Den Schnitt hab ich schon im Hinterkopf, seit er in der Zeitschrift war (in 2017)… es werden sicher noch weitere Odette Versionen folgen, das Shirt passt super.

  3. Leinenjersey klingt ja super spannend, wo hast du den denn her?
    Das fertige Shirt ist total schön geworden und passt irgendwie zu jeder Jahreszeit, ob im Sommer luftig leicht oder im Winter mit Cardigan drüber. Toll!

      1. So gings mir auch. Hab schon ein Buch gekauft und so weiter… ich hab mich auch hauptsächlich deshalb zu dem Workshop angemeldet. Nicht, weil ich es alleine nicht könnte. Aber weil ich mich alleine einfach nie aufraffe…

    1. Der ist auch ein Mitbringsel aus Japan… dort war er tatsächlich etwas erschwinglicher als hierzulande. Naturstoffe hat welchen, bisher auch Lebenskleidung aber die schmeißen den gerade leider aus dem Programm. Wir hatten letzten Sommer auch ein paar bei 1000Stoff, vielleicht kriegen wir wieder sowas. Das ist ein wahnsinnig angenehmes Material für den Sommer.

    1. Dann los! Es muss ja auch kein echtes Indigo sein, es gibt auch einfach zu benutzende Batikfarben und das Falten und Abbinden vom Stoff macht Spaß. Das Auswickeln nach dem Färben ist ein super spannender Moment!

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