Alpaka Trend 2018

Kennt ihr Trendtiere? Ein Freund hat mir letztens erzählt, er habe erfahren, dass Flamingos die Einhörner als Trendtiere ablösen würden. Alter Hut. Aber er wusste nicht einmal, dass es so etwas wie Trendtiere überhaupt gibt.  Ich hab ihm erklärt, dass man sie spätestens daran erkennt, dass man sie bei Haribo kaufen kann.
Die Einhorn Story hab ich ja nie verstanden (Einhörner sind überhaupt gar keine Tiere und als Märchenfigur überaus kitschig) und Flamingos sind cool – aber viel zu pink! Also zumindest zum Anziehen. Für mich. Mit dem Trendtier 2018 sieht das aber ganz anders aus. Das ist nämlich das Alpaka.

Alpaka, Pako, Säugetier, Wolle, Vicugna Pacos

Mindestens so coole Tiere wie Flamingos. Und Alpakas sind nicht nur  cool, sie haben superwuscheliges Fell, aus dem Wolle gemacht wird. Und die mag ich anziehen. Kuschelig, weich und warm. Nachdem ich vor etwas über einem Jahr wieder angefangen habe zu stricken, kann ich auch nicht wieder aufhören. Aber Schals, Mützen & Co sind so schnell gestrickt und ich habe jetzt auch schon so viele, dass es Zeit für ein größeres Projekt wurde. 

Ein warmer Strickpulli sollte es werden. Schwarz-weiß, am liebsten mit Muster (nicht dass ich wieder so schnell damit fertig bin).  Hier meine Inspirationen, die ich wie immer auf Pinterest gesammelt habe.

Quelle: Pinterest

Ich bin bei meiner Suche nach einem Pulli Strickmuster über eine Seite namens Drops Design gestolpert. Anleitungen über Anleitungen, alle kostenlos und obwohl viel Schönes dabei ist, wurde ich nicht fündig. Dann hab ich verstanden, dass die eigentlich Wolle verkaufen und das ziemlich preiswert. Noch dazu gab es eine „Alpaka Party“ Aktion mit 30% Rabatt auf Alpaka Wolle – da musste ich dann zuschlagen.

Zugegeben, der Preis von 2,15 € pro 50g war so günstig, dass ich mich frage, wo der Haken ist. In den FAQ der Herstellerseite steht, es läge an den großen Mengen, die sie verkaufen, dass sie so günstig sind. Und dass die Herstellungskosten in Peru niedrig sind. Okay. Ich hoffe, den Alpakas geht es gut. Die Wolle fühlt sich nämlich superkuschelig an, ist leicht und flauschig und ich kann sie tatsächlich auf der Haut tragen. Und verstricken lässt sie sich auch gut. Einziger Nachteil ist die Handwäsche, aber bei nicht vorbehandelter Wolle muss man das in Kauf nehmen.

   

   

Ohne eine Anleitung gefunden zu haben, beschloss ich, mir frei Schnauze den Herringbone Rollkragenpullover zu stricken, den ich auf Pinterest gefunden hatte, allerdings nicht so oversized. Ich habe eine Maschenprobe gemacht und einen passenden Pullover ausgemessen und dann konnte es losgehen. 

Trotz Nadelstärke 3 und der Tatsache, dass ich nicht Fair Isle stricken kann, sondern die Fäden beim Muster immer abwechselnd auf den linken Zeigefinger wickle, hab ich „nur“ 3 Monate gebraucht bis zur Fertigstellung aber das ist auch gut, denn jetzt wo es endlich schneit, kann ich ihn ja auch gebrauchen. 

Nochmal zurück zu den „Trends“. Zum Glück bin ich alt genug, dass mir Trends eigentlich völlig egal sind – Trendtiere sowieso. Und ein handgestrickter Pullover ist ein Kleidungsstück, das besser nicht so schnell aus der Mode kommen sollte – es wäre schade um die Arbeitsstunden. Mit einem schwarz-weißen Herringbone bin ich hoffentlich safe, beides kommt nie aus der Mode!  Beweis: als ich im Oktober mit den Anfängen des Projekts bei meiner Oma saß und strickte, war sie – gerade 93 geworden – so begeistert von meinem Muster, dass sie sich am liebsten gleich auch so einen Pulli gestrickt hätte. Davon ausgehend werde ich das gute Stück wohl so ca die nächsten 50 Jahre tragen können. 

Verlinkt: RUMS, Auf den Nadeln

Upcycling Stories #1 – Denim Patchwork Sweater

Immer im Januar hab ich den Drang zum Ausmisten. Aber ich bringe es nicht gut fertig, Kleidung weg zu schmeißen. Sogenannte „Kleiderspenden“ Container sind leider keine gute Lösung. Denn der größte Teil der dort gespendeten Kleider wird verkauft, exportiert und richtet in den Zielländern ziemlichen Schaden am einheimischen Textilgewerbe an. Zum Teil sind diese Container sogar illegal aufgestellt und dienen einzig den kommerziellen Interessen einer undurchsichtigen Müllmafia.

Wohin mit dem Zeug? Ich tausche und verschenke im Freundeskreis, manchmal wird auch was auf Kleiderkreisel verkauft. Und eine ganze Menge wandert in Kisten für zukünftige Upcycling Projekte. Und da mir so langsam der Platz ausgeht, lege ich jetzt endlich los mit der Wiederbelebung meiner alten Sachen.  The future is now! 

Los geht´s mit den alten Jeans. Das liebste Kleidungsstück der meisten Menschen hat leider so gar keine gute Ökobilanz. Ein guter Grund also, den Teilen, die nicht mehr passen oder irreparabel durchgetragen sind, zu neuem Glanz zu verhelfen.

Im Dezember hatte Greenpeace weltweit zu der großartigen „Make Something Week“ aufgerufen. „Buy nothing – make something“ lautete das Credo. Ich hatte mich für den Berliner Event als freiwillige Helferin an den Nähtischen gemeldet und durfte dann am Jeans Upcycling Tisch assistieren, der vom Label „Bridge and Tunnel“ geleitet wurde. Ein sehr tolles Label wie ich finde! Sie verarbeiten tonnenweise Jeansabfälle, getragene und auch ungetragene Hosen aus Fehl- und Überproduktionen. Und machen wunderschöne Taschen, Rucksäcke und auch Kleidung daraus – wie z.B. diese hübschen Sweater

Eine tolle Inspiration. Ich besitze exakt zwei warme Sweater, einen mit und einen ohne Kapuze. Irgendwie nicht so ganz mein Stil, aber gerade im Winter sind das schon angenehm kuschelige Kleidungsstücke. Und aus unerfindlichen Gründen habe ich auch inzwischen einen recht ansehnlichen Stapel an Sweat Stoffen gelagert. Weil mir mein Patchwork-Pulli nach dem Bernette Freebook so gut gefällt, habe ich mich entschieden, diesen nochmal mit Jeans-Patchwork umzusetzen.

Jeans Patchwork ist übrigens total en Vogue wie ich feststellen durfte. Sogar Victoria Beckham (seit wann ist die Modedesignerin?!) hat letzten Herbst eine Jeans Patchwork Kollektion vorgestellt. Vermutlich aber nicht aus bereits getragener Kleidung. Einzelne Teile sind ganz cool, aber von Kopf bis Fuß ist mir der Look ein bißchen too much. 

Statt fließend fallendem Wolljersey kam diesmal ein grauer Wintersweat mit flauschiger Innenseite zum Einsatz. Mit der Passe bin ich total glücklich, ich finde das ist ein kleines Kunstwerk auf meinem Pullover. Allerdings würde ich den Schnitt nicht nochmal für so einen dicken Stoff verwenden. Besonders stört mich, dass die Ärmel aus 2 Schnitteilen bestehen und dann eine bollige Naht auf der Oberseite haben. Bei meinem anderen Pulli fällt das aufgrund der Farbe und des leichteren Materials nicht so auf. 

Falls euch mein Pulli gefällt und ihr auch einen Patchwork Pulli nähen möchtet, lasse ich euch gern noch ein paar Inspirationen hier, die ich gesammelt habe.

 

 

 

 

 

 

Diese beiden Modelle von BurdaStyle finde ich super!

 

Und Pinterest ist sowieso die beste Inspirationsquelle ever!

Ich werde euch von nun an über meine Upcycling Projekte und Ideen in den „Upcycling Stories“ auf dem laufenden halten und hoffe dass es die ein oder andere Leserin interessiert. Es wird dafür keinen festen Zyklus geben, da ich mir nicht unbedingt Druck machen möchte, um selbst auferlegte Termine einzuhalten.

Habt ihr auch schon ausgemistet und Teile dabei, die ihr vielleicht wiederbeleben wollt? Ich freu mich schon auf den Austausch mit euch!

Verlinkt: RUMS, EiNaB, Upcycling Linkparty, Kostenlose Schnittmuster Linkparty, Mount Denim adé

 

30+5 / Ein guter Schnitt?

Puh. Ja. Wie ist denn das passiert – schon Januar? Wahrscheinlich hats eh keiner gemerkt, aber im Dezember konnte ich meinem kleinen Blog leider keine einzige Naht oder kurze Zeile widmen. Begonnen hatte alles noch so schön, mit einem Kurzurlaub an den Vierwaldstätter See in der Schweiz, wo ich traumhaft verschneite Natur, urgemütliche Weihnachtsmärkte und mein allererstes Käsefondue genießen konnte.

Aber dann prasselte ein solcher Berg Arbeit auf mich ein, dass ich kaum Luft schnappen konnte. Das Los der Freiberuflichkeit, da gibt es eben solche und solche Zeiten. Ich hab alles geschafft, aber meine tollen Ideen für selbst gemachte Weihnachtsgeschenke mussten aufs nächste Jahr verschoben werden. Ein Einziges habe ich am 22.12. noch hinbekommen, davon gibt es aber leider kein Originalfoto. Sieht aber aus wie diese Vorlage, von der ich ein bißchen abgeschummelt habe. 😉

Das letztes Kleidungsprojekt an der Nähmaschine war Ende November noch ein Cardigan für meinen Mini-Neffen zum 2. Geburtstag. Der Schnitt ist „Camil“ aus der La Maison Victor 05/2015. Für den konnte ich noch Restefitzel vom tollen Lebenskleidung Frottee Sweat verarbeiten, aus dem ich im Sommer ein Strandkleid und ein Jäckchen genäht hatte. Für den Cardigan brauchte ich noch passende Holzknöpfe und hatte endlich mal wieder einen Grund, bei Paul Knopf vorbeizuschauen. DAS Paradies für Knöpfe und ein tolles altes Ladengeschäft in Kreuzberg mit Knöpfen bis unter die Decke. Berliner werden ihn kennen, Nicht-Berliner sollten auf jeden Fall mal einen Besuch einplanen bei der nächsten Shopping Tour in der Hauptstadt.

So und nun schreibe ich meinen ersten Jahresrückblick für den Holycows Blog.
Gestartet bin ich mit absoluter Blogger-Ahnungslosigkeit und ohne konkrete Vorstellungen, was das hier nun werden soll. Eine Art Nähtagebuch, damit ich – auch für mich selbst – dokumentiert sehe, was ich so alles fabriziere. Und es mit der Nähwelt teilen kann. 
Und ich habe festgestellt, das macht ziemlich Spaß. Aber es ist auch ein großer Aufwand – der natürlich auch durch meine eigenen Ansprüche bedingt ist. Ich hab ein abgeschlossenes Fotografiestudium mit Zertifikat. Da kann ich halt nicht einfach mit einem Handy vorm Spiegel stehen – obwohl es das auch tut und mich bei anderen Bloggern auch gar nicht stört. Hauptsache ist, man sieht das genähte Teil. Aber bei mir muss ein richtiges Shooting stattfinden, mit Fotoecke in der Wohnung freiräumen, Licht aufbauen, Kamera auf dem Stativ mit Selbstauslöser… dann Bilder sortieren, noch ein bißchen bearbeiten und WP-fähig verkleinern – das dauert! (Übrigens hab ich sie auch einmal nicht richtig verkleinert und wurde dafür bestraft, da eure vielen Klicks dann mein inklusive Trafficvolumen gesprengt hatten – das heißt: Draufzahlen! Den Provider nenne ich hier nicht, der hat keine Werbung verdient, nicht mal schlechte.)
Wahrscheinlich wäre es schlauer, bei einem Shooting immer ein paar genähte Teile hintereinander weg zu fotografieren. Aber dafür müsste ich erstmal einen Shooting Vorrat nähen. Wie macht ihr das denn so? Ich hab manchmal das Gefühl, ich bin echt ne Schnecke und brauche ewig für die Projekte. Es fängt aber auch schon bei der Entscheidungsfindung an, WAS das nächste Projekt wird und wie genau ich es umsetze. Welcher Stoff, welcher Schnitt, welche Extras… da gibts ja so viele Optionen. Wenn ich für 2018 einen Vorsatz habe, dann definitiv den Abbau meines Stofflagers. Allein damit könnte ich mich in den nächsten 365 Tagen beschäftigen und müsste keinen Stoffladen betreten. Ok, für Kurzwaren eventuell.

Dabei hatte ich mir gerade überlegt, im nächsten Jahr verstärkt Upcycling Projekte anzugehen, weil mir in 2017 definitiv den größten Spaß die „The Refashioners Challenge“ bereitet hat und mir das Thema auch so am Herzen liegt. Getragene Kleidung ist nun mal kein Müll! Ich hatte sogar überlegt, eine regelmäßige Kleider Upcycling Linkparty zu starten (wenn ich den Provider gewechselt habe) Aber mit Upcycling Teilen wird mein Stofflager nicht leer… Dilemma. So wird es wohl einfach so weitergehen wie gehabt – ich nähe, was ich entweder gerade brauche oder wozu ich Lust habe. 

Kommen wir nun zur Preisverleihung für meine genähten Werke aus 2017. Nina von Verfliest & Zugenäht hat dazu aufgerufen und hier sind meine Nominierten für den Sewing Oscar 2017:

01. Beste/r HauptdarstellerIn – das liebste bzw. am häufigsten getragene Kleidungsstück

Ich kann das nur aus dem Bauchgefühl entscheiden, aber ich vermute, dass die im April genähte mintgrüne Jeans mein meistgetragenes Kleidungsstück ist. 

02. Beste/r NebendarstellerIn – das am besten zu kombinierende Kleidungsstück  


Ein weißer Strickpullover passt wirklich zu allem. Für manche sehr tief sitzenden Hosen/Röcke ist er allerdings zu kurz, bauchfrei lauf ich nicht mehr rum.

03. Beste Regie – die aufwändigste Verarbeitung bzw. die technischste Herausforderung  


Mein Paar selbst gemachter Schuhe, für das ich eigens nach London gereist bin um an einem 3tägigen Workshop teilzunehmen, hat hier verdient gewonnen.

04. Bester Schnitt – das Lieblingsschnittmuster 

 

Die Ankerliebe. Gleich dreimal genäht. Wobei ich auch das Leila Top aus der LMV dreimal genäht habe. Kopf an Kopf Rennen, aber die Shirts mit Flügelärmeln werden häufiger getragen

05. Bestes Drehbuch – die beste Anleitung bzw. das beste Ebook


Die Jeans nach eigenem Maßschnitt gewinnt diese Kategorie. Denn ohne das Makerist Video (Affiliate Link) für die Schnittkonstruktion von Hosen wäre das nichts geworden. 

06. Ehrenoscar – das schönste für jemand anders genähte Kleidungsstück   

Der Nachwuchs meines besten Freundes wurde benäht. Eine von ihm aussortierte karierte Herrenhose wurde zu süßen Stiefelchen und einer Dackeljacke für die kleine Tochter. Die Jacke wurde dann für einen anderen Dackelfan-Nachwuchs auch noch ein weiteres mal genäht. 

07. Beste Kamera – die schönsten Bilder von eurem genähten Werk

       

Das Fotoshooting auf Usedom! Für das Lebenskleidung Probenähen. Die hat meine Freundin gemacht am Strand zwischen Koserow und Zinnowitz. 

08. Beste Visuelle Effekte – nach Belieben interpretierbar


Hier nominiere ich mein Patchworkshirt mit Glitzereffekten. Übrigens auch ein viel getragenes Teil, der silberne Glitzer wäscht sich leider schon aus…

09. Bestes Kostümdesign

      

Nix Cosplay oder Fasching. Ich trage ein echtes Kostüm. Nur auf den Kopf gestellt, Jacke unten, Rock obenrum

10. Bester Dokumentarfilm – habt ihr ein tolles Tutorial im Bereich Kleidung nähen erstellt dieses Jahr?


Bei meinem Tutorial geht es nicht ums Nähen, sondern ums Bedrucken von Kleidung. Mit der Freezerpaper Schablonentechnik. 

11. Goldene Himbeere (Anti Oscar) – der größte Reinfall 

 Tja, das sind zum Glück die beiden Knitterfalten ziehenden Hosen vom Januar geblieben. Und die sind auch wirklich zu groß inzwischen. 

 

 

Ungefähr 30 selbst genähte Kleidungsstücke sind 2017 in meinen Schrank gewandert. Auf dem Flohmarkt war ich eher sparsam unterwegs, aber eine Handvoll Teile hab ich sicher auch dort noch erstanden. Ein einziger neu gekaufter Pulli kam dazu beim Bummel durch London. Ich bin ganz zufrieden, denn vom deutschen Durchschnittskonsum, nämlich 60 Teile pro Jahr, bin ich damit zum Glück ein gutes Stück entfernt. Allerdings kann und sollte ich mein Konsumverhalten beim Stoff- und Wollkauf (Schnäppchenecke, Sale, Lagerverkauf… ohohoh!) durchaus verbessern. 

Buy less, choose well, make it last. (Vivienne Westwood) 

Ich arbeite 2018 weiter dran und freu mich auf eure Kommentare und den Erfahrungsaustausch! Vielen Dank, dass ihr im letzten Jahr auf meinen Blog gefunden habt und euch offenbar auch nicht langweilt. 

Verlinkt: The Sewing Oscars 2017, RUMS

Zackzack Zickzack Mütze

Zu meinem schon hier gezeigten wunderschönen blau-weißen Ikat Loopschal fehlte eine passende Mütze, denn mit unzusammenpassenden Sachen geh ich nicht aus dem Haus. Damit ich den Loop also nicht nur im Wohnzimmer trage, musste eine Mütze her. (Eigentlich stricke ich zur Zeit an einem Alpaca Pullover, aber eine kleine Abwechslung schadet ja nicht.) Spontan ohne Anleitung hab ich mich für ein Zickzackmuster entschieden, weil die Kopfbedeckung auch ein bißchen Ikat Look haben sollte. Baumwollgarn, 4er Nadeln, das ging zackzack. Ruckizucki. Ratzfatz. Hach, hat die deutsche Sprache schöne Ausdrucksformen 🙂

  

Ich hatte das schnelle Mützenprojekt mit zu einem Besuch in Göttingen  genommen. Dummerweise aber nur eine Rundstricknadel und kein Nadelspiel eingepackt (im Nachhinein völlig unverständlicher Logikfehler) und musste in Göttingen neue Nadeln kaufen – ich besitze nun ein Nadelspiel aus Bambus! Strickt sich super damit. 

In Göttingen war ein riesiger Flohmarkt in einer alten Lokhalle. Ich trödelte so darüber um eventuell schöne Handarbeitsmaterialien zu finden, alte Stoffe, Spitzen, sowas. Und fand in der letzten hintersten Ecke einen Stand, der Omas Wollsammlung auflöste. Kisten über Kisten mit Wolle, Anleitungen und Co. Für insgesamt 4 Euro hab ich 3 Zeitschriften, 12 x 25g Wolle in gemischten Farben (war den Magazinen beigelegt) und 2 schöne Knäuel Mohair in naturweiß erstanden.

So, fertig mit Text – jetzt könnt ihr noch Bilder gucken. Und ich verlinke mich last minute beim Knit Along von Die Drei vom Blog, wo man noch mehr Wolle gewinnen kann. 

Für die Fotos sah das ziemlich cool aus mit der Jeansjacke. Für in echt ist mir das leider nicht warm genug. Im Frühjahr vielleicht… 

Verlinkt: Rums, Auf den Nadeln

Meine perfekte Jeans

Jetzt wollte ich es aber wissen. Nach den Schwierigkeiten mit der Paßform eines fertigen Jeansschnitts (wie im letzten Beitrag berichtet) hatte ich mir in den Kopf gesetzt, endlich eine perfekt passende Hose für meine Körpermaße hinzubekommen. Vor allem, weil Jeanshosen nähen wirklich ein Aufwand ist, der sich nur lohnt, wenn man das Resultat auch gerne trägt. Und – wozu näht man denn – wenn nicht auch deshalb, dass man sich die Kleidung auf den Leib schneidern kann? Ich wollte auch verstehen, WAS ich denn an einem gekauften Schnitt anpassen muss, um dahin zu kommen, dass es passt und solche Aktionen wie „überall ein paar cm wegnähen bis es halbwegs geht“ der Vergangenheit angehören. 

„Meine perfekte Jeans“ weiterlesen

Jeans ohne Stretch auf Probe

So. Ein weiterer Punkt in meiner Nähbloggerkarriere ist abgehakt – ich habe ein neues Schnittmuster vor seiner Veröffentlichung probegenäht. Es war sehr interessant, mal hinter die Kulissen zu schauen, wie sowas abläuft, aber ich glaube eher nicht, dass ich in Zukunft zur fleißigen Riege der Probenäherinnen zählen werde. Denn außer dem Nähen selbst geht da auch noch ganz schön Zeit für die „Nähgruppe“ auf facebook drauf und wenn man fertig ist, zeigen alle am gleichen Tag den gleichen Schnitt beim RUMS. Ich bin als Leser ja oft dadurch gelangweilt, wenn ich so viel vom selben zu sehen bekomme. In dem Fall ist es dennoch ganz spannend, denn wir haben eine Jeans genäht, ein Kleidungsstück, das ja doch fast jeder trägt und daher vielleicht auch viele anspricht. Und Bestandteil der Arbeit, sich eine passende Jeans zu nähen, ist die Anpassung an die persönlichen Maße. Das ist ein Grund dafür, dass total unterschiedliche Hosen mit diesem Schnitt entstanden sind. Ein weiterer ist die Kreativität der Nährunde: einige haben ihre Hosen auch noch gebleicht, mit Sandpapier bearbeitet oder Sprayfarbe benutzt oder sich eigene Stickmotive für die Gesäßtaschen ausgedacht. Richtig coole Dinger dabei.

Ich bin derweil nur mit meiner „Probehose“ am Start. 

Wieso? „Jeans ohne Stretch auf Probe“ weiterlesen

Refashioners 2017 – Teil 2

Puh, das war am Ende ne knappe Sache und hat noch eine Nachtschicht erfordert, aber ich habs „gerockt“ und jetzt bin ich fertig mit dem kompletten Anzugs-Umstyling für die internationale Näh Challenge „The Refashioners 2017“.

Eine superknappe Sache war auch der Umfang der Jacke, aus der nun ein Rock geworden ist – dank des Belegs, den ich noch rausklappen konnte, hab ich gerade so einen Rock herausbekommen. Dass ich den ohne Baucheinziehen und Luftanhalten überhaupt tragen kann, ist dem leichten Elasthananteil des Anzugs zu verdanken. Am Po hätte ich tatsächlich so 2-3 Zentimeter mehr Stoff vertragen können, das ist schon echt knackig.  „Refashioners 2017 – Teil 2“ weiterlesen

Yogawear (Sportkleidung #2)

Heute zeige ich euch zwei weitere Sportoutfits. Die sind bereits vor einigen Wochen entstanden, als ich noch im schönen warmen Portugal war. Ich hatte kurz vor meiner Abreise noch eine Anfrage von Lebenskleidung bekommen, ob ich beim aktuellen Probenähen mit noch geheimen Digitaldruck Stoffen mitmachen möchte. Na klar! Wie könnte ich nicht als erste so einen innovativen Stoff vernähen wollen?! Mir wurde bereits angekündigt, dass ich mich nicht wundern solle, wenn der Stoff etwas „speziell“ ist…. 

Aber ich hab mich doch gewundert. Ziemlich sogar. So sahen die speziellen Stoffe nämlich aus, aus denen ich ein Kleid oder Leggings nähen sollte. 

„Yogawear (Sportkleidung #2)“ weiterlesen

Sportgarderobe #1

In meinem selbst genähten Kleiderschrank gibt es immer noch Bereiche, die ich eher vernachlässigt habe. Zum Beispiel die Sportkleidung, denn dafür tun es ja erstens immer noch die ausrangierten Tops und Leggings und zweitens gibts bei Tchibo ja auch immer so schöne Teile. Aus Biobaumwolle und so. Inzwischen mache ich aber so oft Sport, dass ich mit dem Klamotten waschen nicht hinterherkomme und in meinem neuen Fitnessstudio hängen außerdem im Gegensatz zur alten Turnhalle überall Spiegel in den Übungsräumen. Zeit, die Garderobe fürs Gym etwas stylischer zu gestalten. Ich fange an mit einer wild gemusterten Leggings, die ich bevorzugt zum Afro-Dancehall Kurs trage. Oder aber auch beim Yoga. 

Das Schnittmuster ist von Spit up and Stilettos, ein Label das es leider nicht mehr gibt, aber alle Schnittmuster als Freebooks hergegeben hat.  „Sportgarderobe #1“ weiterlesen

Strickschals für den Herbst

Sobald das Thermometer dauerhaft unter 18 Grad anzeigt, bin ich eigentlich nicht mehr ohne Schal anzutreffen. Daher kann ich auch ziemlich viele davon gebrauchen. Heute stelle ich meine zwei neuen Loops vor, die meine Strickprojekte im Sommer waren. 

Ich hab ein Faible für Zählmuster entwickelt und stricke gern grafische Muster mit 2 Farben. Obwohl ich mich dabei immer wieder verzähle und dann wieder aufziehen muss. 
„Strickschals für den Herbst“ weiterlesen