Upcycling Stories #10 – Green Fashion mit Indigo

Wenn man die Pflanzenfärber-ExpertInnen fragt, heißt es: grün färben kann man eigentlich nur mit einer Doppelfärbung. Zuerst eine Gelbfärbung (z.B. mit Goldrute) und dann mit Indigo überfärben. Stimmt nicht ganz – einige wenige Pflanzen können grün färben, z.B. Blätter der Blutbuche oder Blutpflaume oder frische Schilfblüten. (Witzigerweise sind das rote Pflanzenteile, die dann grün färben…) Die Schilfblüten hab ich im Juli ausprobiert und tolle Nuancen auf unterschiedlichen Materialien erzielt.

Am kräftigsten werden die meisten Pflanzenfarben auf Wollstoff. Mit langen Färbezeiten (über Nacht) konnte ich aber auch Baumwolle relativ kräftig färben.

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Upcycling Stories #9 – Rumpelstilzchen (Himmel, Arsch & Zwirn!)

Diese Upcycling Sache macht mir ja echt Spaß! Davon abgesehen, dass es für die Welt besser ist, die Textilberge nicht weiter anwachsen, sondern schrumpfen zu lassen, sind diese Projekte für mich persönlich auch besonders interessant. Es befeuert meine Kreativität, wenn ich aus altem Material etwas neues und ganz anderes entstehen lassen kann. Und die fertigen Teile sind immer mehr als bloß Klamotten, denn sie haben eine individuelle Geschichte.

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Mehr, mehr Meerblau

Mein Strickprojekt ist fertig! Ungefähr zu seinem Jahrestag 😉 Als ich das Oberteil letzten Sommer motiviert begonnen habe, dachte ich, es wäre schnell und einfach gestrickt. Zwei Teile, ein paar Farbwechsel, unkompliziertes Muster…. Aber das war ein Irrtum. Bis Ende September hatte ich nur eins der beiden Teile fertig und das dann mangels Bedarf an kurzärmeligen Strickwaren im Winter erstmal weg gelegt. Im Frühjahr, nach dem SJKA20 Projekt, hab ich wieder los gelegt, aber es hat nun auch Monate gedauert, bis ich mal zum Ende gekommen bin. Das Halbpatentmuster war glaube ich etwas zeitraubend, aber auch ein leichter Motivationsmangel hat da mitgespielt… warum mich die Lust verließ, weiß ich eigentlich gar nicht, aber irgendwie ging das nicht fix von der Hand.

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Vom Blau machen

Wisst ihr eigentlich, was das „blau machen“ mit Stoff färben zu tun hat? Das ist eine interessante aber auch etwas unappetitliche Geschichte, die ihr hier nachlesen könnt. 😉

Ich hab in den letzten Wochen ziemlich viel blau gemacht. Erstmal bin ich in einen Kurzurlaub gefahren – ich war zu Besuch bei Freunden, die dort wohnen, wo andere Urlaub machen: am Vierwaldstätter See. Dort waren wir bei strahlend blauem Himmel wandern und haben die Aussicht genossen.

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48 Zentimeter außerhalb der Komfortzone

Im Juni habe ich mich ja ausgiebig mit Upcycling-Projekten ausgetobt. Ich könnte ehrlich gesagt ewig damit weitermachen (hab endlos viele Ideen…), aber wie soll dann jemals mein Stofflager schrumpfen?

Kombination mit der Kathryn Trousers
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Upcycling Stories #8 – Dornröschen

Nach meinen Eindrücken aus dem Leinenmuseum habe ich endlich schon länger geplante Upcycling Projekte motiviert in Angriff genommen. Dieser Beitrag wird märchenhaft – ich hab nämlich ein paar Textilien aus ihrem 100jährigen Schlaf wach geküsst.

Ich liebe ja Flohmärkte und hab dort schon das ein oder andere Textil mitgenommen für Upcycling-Projekte. Auch dieser Stapel wuchs wie das Stofflager nur immer weiter an – Zeit ihn etwas abzubauen!

Auf einem Sylter Flohmarkt vor 2 Jahren fand ich eine fantastische Leinentischdecke mit Weißstickerei. Leider hatte sie einige Löcher und Flecken in der Mitte, aber sonst hätte ich sie vermutlich auch nicht für 5 Euro bekommen. Immerhin hatte die Verkäuferin zum Glück den richtigen Verdacht, dass jemand die schöne Rosen-Stickerei vielleicht noch für etwas anderes gebrauchen könnte und das Teil ist nicht im Müll gelandet.

Ich vermute, die Stickerei ist Handarbeit, es ist ein ziemlich grobes Stickgarn. Aber es sieht so perfekt gestickt aus, dass ich es nicht sicher sagen kann.

Dass es ein Oberteil werden sollte, war eigentlich von Anfang an klar, aber ich hatte noch keine konkrete Vorstellung. Ich habe schließlich eine Frau Frida (einer meiner Lieblingsschnitte, habt ihr sicher schon gemerkt) daraus gemacht. Vorder- und Rückteil mussten jeweils eine Naht in der Mitte bekommen. Da man das bei dem weißen Stoff sowieso sieht, habe ich mich für ein Zierband entschieden, das diese Naht noch extra betont. Auch die Schulternähte haben so ein Zierband bekommen. Das Band hab ich (glaub ich) mal am Maybachufer mitgenommen, es ist Baumwollband. Ich weiß leider nicht, wie man sowas nennt… kann jemand helfen? Ich kenn sowas von Konfektionsware und dachte, das kann ich sicher mal gebrauchen…

Das Label mit meinen Initialen hat meine Mutter von einem Flohmarkt für mich mitgebracht.

Die Borte mit den blauen Rosen aus dem Museums-Shop vom Leinenmuseum sollte auch zu einem Oberteil werden und dort vorn mittig plaziert – das hatte ich mir direkt so vorgestellt. Auf der Suche nach einem passenden Material für das Top hab ich meine Tüte mit Weißwäsche durchsucht und ein Nachthemd/Unterkleid von meiner Uroma herausgefischt. Das ist aus dünner Baumwolle und hatte eine schöne Ausschnittverzierung. Ich hatte eigentlich mal gedacht, es zu einem Unterhemd zu kürzen, aber es hatte mir auch nicht so gut gepasst und lag nur herum.

Weil der Stoff so schön sommerlich leicht ist, fand ich ihn super für die Sommerbluse, die mir vorschwebte. Das Kleid war schon mal von Hand enger genäht worden, die Zugabe musste ich wieder herauslassen und die Abnhäher vorn und hinten habe ich aufgetrennt. Auch hier kam noch eine zusätzliche Zierborte zum Einsatz, die ich mal vom Maybachufer mitgebracht habe. An der Schulter wollte ich zuerst auch Einsätze von der bestickten Borte verwenden, aber die war einfach zu breit. Statt dessen hab ich einen Streifen aus Baumwollnetz (ehemaliger Bestandteil eines Ikea-Kissens) verwendet.

Achso: auch dies ist eine Frau Frida. Übrigens hieß meine Uroma so. Frieda. Was sonst hätte ich also aus ihrem Nachthemd nähen sollen?

Irgendwie sieht diese Version in blau/weiß viel mehr nach Sylt aus als die andere. Aber ich find sie beide voll schön! Auch wenn solche Teile nicht typisch für meinen sonst eher grafischen und weniger romantischen Stil sind. Zur Jeans fühl ich mich perfekt damit angezogen.

Aber ich kann auch romantisch! Bei meinem Wochenendausflug nach Hamburg hab ich mir passende Locations für die Dornröschen-Modestrecke gesucht. Leider war kein Stylist und Visagist am Start, aber ich hab alles gegeben 🙂

Ein Besuch im Freilichtmuseum Kiekeberg war die absolut passende Umgebung für meine Blusen.
Der Rock hat auch immerhin schon so 40 Jahre auf dem Buckel, er gehörte schon meiner Mutter.
Hinter der Tür links war ein alter Webstuhl aufgebaut. Und ja, ich hab mich im Museum umgezogen.

Das Freilichtmuseum zeigt alte reetgedeckte Bauernhäuser und altes Handwerk, es gibt Gänse, Schweine, Hühner, Bauerngärten und ein tolles Seminarprogramm und Ferienprogramm für Kinder.

Die Fotos vom Titelmotiv sind aus dem Rosenpark vom „Planten und Blomen“ in Hamburg. Ein superschöner Stadtpark, da wird man als Berliner ganz neidisch. Wir haben zwar auch Parks, aber die sind nicht mal halb so schön. (Außer die, die Eintritt kosten und ein paar km weg sind.)
Und das letzte, mein Lieblingsbild, ist auf der Heimreise entlang der Elbtalaue zwischen Hamburg und Berlin entstanden. Das Haus ist ein Ferienhaus für größere Gruppen (mit Seminarraum und Wellnessbereich) in einem Mini-Dorf umgeben von Feldern direkt an der Elbe. Hat jemand Lust auf Näh-Urlaub?!

https://naehfrosch.de/du-fuer-dich-am-donnerstag-109/Verlinkt: Upcycling Love, Creative Lovers, Einfach Nachhaltig, Handmade on Tuesday, Öko-Logisch!

Im Leinen- und Spitzenmuseum

Bei meinem letzten Besuch in meiner mittelhessischen ländlichen Heimat durfte ich das interessante Museum für Leinen und Spitzen besuchen. Eigentlich war noch pandemiebedingt geschlossen, aber meine Mutter hat gute Kontakte zur Führungsetage… 😉 Das kleine, liebevoll ausgestattete Museum , das aus einer privaten Sammlung hervorgegangen ist, gehört zur Stadt Haiger und zeigt im Ortsteil Haiger-Seelbach auf einer Etage alles über die handwerkliche Herstellung von textilem Leinen und auf einer weiteren Etage eine wunderschöne Sammlung alter Spitzen.

Während des Lockdowns hat das Städtchen Haiger viele ihrer geschlossenen Kultureinrichtungen mit einem Filmteam besucht und deshalb könnt ihr jetzt außer meinen Eindrücken und Fotos (die ich mit Erlaubnis des Museums gemacht habe) auch noch ein kleines Video anschauen.

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Ein zweites Leben für Schrankleichen

Jeder hat sie – die Schrankleichen. Teile, die man einfach nicht anzieht, weil sie irgendeinen Makel haben, oder man sich darin nicht wohl fühlt. Wer sich gut von Dingen trennen kann, sortiert sie aus, verschenkt oder verkauft sie oder sie wandern brutal in den Müllsack. Bei selbst genähten Teilen finde ich, kann man schonmal überlegen, ob man sie nicht so ändern kann, dass man sie vielleicht doch trägt.

Ich hab mir zwei Kleider vorgenommen, die ich vor ca 5 Jahren genäht habe und wenig bis zuletzt gar nicht mehr getragen habe. Generell trage ich gar nicht mehr oft Kleider, nicht weil ich sie nicht mag, sondern weil ich keine Strumpfhosen mag. Doof, is aber so. Gut, die Ausrede gilt eigentlich nicht bei diesen Sommerkleidern und diese beiden haben auch tatsächlich andere Mängel.

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Upcycling Stories #7 – Japanisches Colorblock Top

Dass mir japanisches Modedesign gefällt, dürfte ja inzwischen kein Geheimnis mehr sein. Das super schöne Buch „Color Blocking“ steht schon über ein Jahr in meinem Regal und seit ich es habe, wollte ich unbedingt dieses Top mit überdimensionalem Zickzack (Chevron) Muster nähen.

Als ich zuletzt meinen Kleiderschrank aussortiert habe und diverse Leinenhosen zum Upcycling freigeben musste (zu klein), kam mir die Idee, das Top könnte doch ein perfektes Refashion Projekt werden!

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Ode an die Freude

Am meisten von allen derzeitigen Verboten (bzw. Covid-19 bedingten Einschränkungen) nervt mich das Spaßverbot. Also nicht, dass das offziell im Maßnahmenkatalog stehen würde, diese Einschränkung besteht offensichtlich auf freiwilliger Basis. Ist auch verständlich, ein bißchen, denn so richtig witzig ist die Situation auch zugegebenermaßen nicht. Es gibt aber kaum andere Gesprächsthemen und selten bis nie höre ich optimistische Einstellungen…
Aber mein Credo ist, mich nicht zu doll auf negative Dinge zu fokussieren, die ich ohnehin nicht ändern kann. Sondern lieber den Blick auf die guten Dinge zu richten und damit der Lebensfreude mehr Raum zu geben, als dem Frust über Unabänderlichkeiten.

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