Tschüss Winter Loopschal

Juhuu, nur noch 4 Tage bis zum Frühlingsanfang! Den Frühling kann ich kaum abwarten, im Garten sprießen schon Schneeglöckchen und Narzissen und im Wohnzimmer räkeln sich die ersten Tulpen. 

Gerade noch rechtzeitig vor dem Frühlingsanfang ist mein Winter Strickprojekt fertig geworden. Und naja, noch weht der Wind kalt genug durch Berlin, um ihn tragen zu können. 

Bei meiner Suche nach Inspiration und Strickmustern war ich bei diesem Pinterest
Fund hängengeblieben. Superschön – aber kein Muster, keine Anleitung, nur ein Produktfoto und Ausschnitt, mit dem man sich ein bißchen zurechtfinden kann. Ich hab mir also selbst eine Strickschrift erstellt und zwar – kein Witz – mit Excel. Geht super. Und sieht dann so aus: 

Jetzt wo ich meine Fotos so neben der Inpirationsquelle sehe – das glaubt mir wahrscheinlich keiner, dass ich den Schal nicht online bestellt habe (kostet ja auch nur lächerliche 16 Dollar), sondern selbst gestrickt. Ist aber so. Die Wolle heißt übrigens Universa von Schachenmayr und ist angenehm warm und kuschelig.

Heute sage ich mehr mit Bildern als Worten. 

Und verlinke mich noch beim RUMS der Woche. 

Nicht so einfach gestrickt

Oma strickt nicht mehr. Hat sie gesagt. Und nun? Strickmützen, Schals und Stulpen selber machen? Wieso eigentlich nicht. Mein letztes Strickprojekt liegt ja auch nur gut 18 Jahre zurück (ich glaube irgendwas für mein Patenkind, als er ein Baby war).
Im Vergleich zum Nähen zieht bei mir das Stricken einfach deshalb den Kürzeren, weil es so unendlich lange dauert. Und ich sitze abends fast immer am Rechner und hab die Hände nicht frei. Aber gut – im Urlaub könnte ich das vielleicht nochmal probieren. Gesagt, getan. Im März 2016 in Andalusien war also das Strickzeug mit auf Reisen. Was ich ja total ärgerlich finde – man darf es nicht mit in den Flieger nehmen, obwohl es genau da doch der perfekte Zeitvertreib wäre! Aber nein, Stricknadeln sind mindestens so gefährlich wie Haarshampoo. (Oder Imkerhonig – der mir wirklich mal aus dem Handgepäck konfisziert wurde, ein versiegeltes Glas).

Stricken verlernt man zum Glück nicht, also sollte es natürlich auch kein einfach gestricktes Anfängermodell werden. Ein 2-farbiges Muster musste es schon sein. Damit man dann ja auch mindestens doppelt so lange braucht beim Stricken. Herringbone (Fischgrat) und Houndstooth (Hahnentritt) habe ich mir ausgesucht, in vielleicht ein bißchen ungewöhnlichen Farben. 

Die Mütze wurde in Andalusien zu 70% fertig und den Rest schaffte ich auf einer Bahnreise nach Hessen. In der Bahn sind Stricknadeln glücklicherweise kein Gefährdungsgegenstand. Seit kurzem gibt es sogar ein neues Zugunternehmen (Konkurrenz zur DB), in dem es ein eigenes Strickabteil gibt! Kurz vor Weihnachten bin ich dort mitgefahren und habe die Pulswärmer fertig gestrickt, die ich im Herbsturlaub auf Mallorca angefangen hatte. Im Zugabteil saß noch eine Dame, die Strümpfe strickte, eine die ihr Häkelzeug nach einem Nickerchen in Angriff nehmen wollte und 3 Personen, die gar nicht wussten, dass sie einen Platz im Strick- und Häkelabteil gebucht hatten.
Immerhin – eine Mütze und ein paar Pulswärmer in nur 9 Monaten fertig bekommen! Das nenne ich Slow Fashion. 

Gezeigt beim RUMS