Perle, dein Tisch ist gut gedeckt (Tischdeckenkleid)

Ich bleibe heute nochmal beim Thema Fashion Revolution und „aus alt mach neu“. Gestern waren es alte Vorhangsstoffe und heute zeige ich euch mein Tischdeckenkleid. 

Diese kleinen Spitzendeckchen aus Uromas Zeiten gibt es in allen Größen und Formen auf Flohmärkten. Gehäkelt, gestrickt, geklöppelt, bestickt… Auch die gehören zu den Sachen, an denen ich schlecht vorbei gehen kann, wenn sie hübsch und gut erhalten sind und man sie für 50 Cent kaufen kann. 
Das Internet ist voll von DIY Ideen, was man aus den alten Dingern alles Hübsches machen kann. Hier ein paar meiner Favoriten (die z.T. auch noch auf der To-Do Liste stehen), gefunden auf Pinterest. 

   

Ich habe eins der Deckchen zu einem Kleid verarbeitet. Der Schnitt ist aus einer alten Burda (welche müsste ich erstmal suchen) und war eigentlich für dehnbares Material gedacht. Ich schaffe es trotzdem gerade so, in das verschlusslose Kleid reinzukommen, das ich aus nicht dehnbarem dünnem Denim genäht habe. 

Eine Besonderheit war die schöne fransige Webkante des Stoffes, kurzerhand hab ich diese als Streifen abgeschitten und als Zierborte an den offenen Kanten des Kleids eingesetzt. 

Nostalgisch, zeitlos und modern zugleich – finde ich. Mal sehen, was die Damen vom Me Made Mittwoch dazu meinen. Dort ist das Thema heute „Blumen“ und man muss zwar genau hinschauen, aber die Spitzendecke beinhaltet ein florales Muster und auch ein paar kleine Blümchen. 

 

#fashionrevolutionweek – Vintage & Second Hand Kleider

Letzte Woche war die Fashion Revolution Week.

Seit vor inzwischen 4 Jahren in Bangladesch das eingestürzte Rana Plaza Gebäude über 1000 TextilarbeiterInnen unter sich begraben hat, gibt es diese internationale Projektwoche, die zum Ziel hat, die großen Modeketten immer wieder damit zu konfrontieren, dass sie für die Sicherheit der Menschen zuständig sind, die für sie arbeiten. Mit dem hashtag #whomademyclothes und einem Foto vom Etikett der getragenen Kleidung kann jeder mitmachen und seine Lieblingsmarke fragen, ob sie sagen können, wer das Kleidungsstück gemacht hat. Oft ist das nämlich nicht der Fall, da die Marken einfach Aufträge an Subunternehmer vergeben und gar keinen Überblick mehr haben, unter welchen Bedingungen ihre Ware produziert wird. Zu ca. 80 Prozent ist es eine Frau in Bangladesh, Indien, Myanmar, etc. die ausgebeutet wird und weniger als den Existenzlohn bekommt für einen 12 Stunden Arbeitstag. Mir vermiest dieses Wissen jede Freude an einem „Schnäppchen“ von H&M, Primark & Co. 

Ich würd ja gerne alle Sachen selber nähen, die ich trage. Aber ich schaffe bei weitem nicht so viele Projekte, wie ich gerne würde, denn ich habe ja auch noch einen Beruf! Und andere schöne Hobbies. Und Freunde. 

Und, Hand aufs Herz, welche Frau geht nicht gerne auch mal Shoppen? Ich auf jeden Fall, solange ich einen Bogen um die Fast Fashion Ketten machen kann. 
Da trifft es sich ganz gut, dass ich es liebe, in Second-Hand Läden und auf Flohmärkten nach preiswerten Schätzen zu suchen. Ich hab das Glück, in einem Kreuzberger Kiez mit unzählig vielen kleinen Second Hand Läden zu wohnen und noch dazu ist jede Woche Samstag und Sonntag ein Flohmarkt. 

Aus den „Fakten“ des letzte Woche veröffentlichten Fair Fashion Guides:

Vier Mal werden die Teile durchschnittlich getragen, bevor wir sie als Altkleidung aussortieren. Rund 20% unserer Kleidung tragen wir überhaupt nicht.

Es gibt also ein riesiges Potential an nahezu neuwertiger Kleidung, die auf dem Second Hand Markt angeboten wird. Und ja, manchmal landet auch ein H&M Teil über diesen Weg bei mir. 

Mein Kleiderschrank besteht inzwischen zu ca. 30% aus selbst genähtem, 30% aus Second Hand Ware, 30% aus Sachen, die ich halt schon habe (und seit mehr als 4 Jahren trage) und zu 10% aus neuen Teilen. Da ich im Moment mit dem Nähen nicht hinterherkomme (aber letzte Woche in London war, wo ich mein erstes Paar Schuhe selbst hergestellt habe – Blogpost folgt!), dachte ich, ich stelle ich anlässlich der Fashion Revolution Week mal ein paar meiner Kleider, Schuhe und Accessoires vor, die ich Second Hand erstanden habe. 
Mein Favorit ist das schwarz-weiße Kleid mit elastischem Spitzenoberteil. Ich trage es als Bühnenkleidung bei Chorauftritten und es hagelt immer Komplimente dafür.

 

 

 

 
In diesen Schuhen schaffe ich es gerade so, ein Konzert durchzuhalten. Zum Laufen wären mir die zu hoch.  

 

 

Das Hemdblusenkleid ist im Gegensatz zu den anderen (im Retrolook) wirklich alt. Ich hab Ärmel und Saum noch etwas gekürzt, das wäre sonst schlimmer Oma-Style gewesen. Es ist mein „Tante Elsa“ Kleid (Elsa war Mamas Tante) und steht auch meiner Schneiderpuppe, die repräsentativ neben den Stoffkoffern steht.

Links das Original, rechts mit gekürzten Ärmeln und Rock     

Das Streifenkleid aus Strick ist so bequem und die Boots (von Tamaris) meine meistgetragenen Stiefel. 

 

Dafür sind die coolen 70er Leder Plateau Sandalen eher als Sitzschuhe geeignet. 

Das Zickzack Kleid ist mir schon einen Tick zu wild gemustert und ich trag es deshalb nicht so oft.

 

Besonderes Accessoire: die Häkelohrringe, handmade by Oma.

Wohlfühlkleid aus Jeans-Sweat

Mein heutiges Outfit aus Jeans-Sweat habe ich letzten Herbst genäht, es begleitet mich also schon durch den Winter. Da ich es heute trage, hab ich die Gelegenheit genutzt und schnell Fotos gemacht (zum ersten mal draußen!) um es auf dem Blog zu zeigen und beim Me Made Mittwoch.

Erstmal ein Hoch auf Erfindung des Jeans-Sweats, denn: Hosen, Kleider, Jacken – alles wird so viel bequemer im Kuschelstoff!
Meinen Sweat hatte ich von der Creativa mitgebracht und dass es ein Kleid werden sollte, war von Anfang an geplant. Da ich ja nicht mehr shoppen gehe, lasse ich mich immer online inspirieren und sammle Fotos für ein Moodboard wie dieses: 

Das Modell, für welches ich mich entschieden habe (Mitte), ist von Boden. Deren Stil gefällt mir ganz gut, schlicht und trotzdem schick.

Den Schnitt für das Kleid habe ich mir selbst gebaut, ein verlängerter Raglan Pullover mit Gummizug und Taschen in der Seitennaht. Eine kleine Brusttasche habe ich noch aufgesetzt und die Kordel weggelassen, das ist für mich irgendwie zu sportlich. Da trage ich lieber auch mal einen Gürtel dazu.

Leider ist der Halsausschnitt etwas zu weit geworden. Ich mag zwar U-Boot Ausschnitte, aber wenn das Kleid von der Schulter rutscht, wirft es komische Falten, vielleicht auch, weil der Stoff ein bißchen zu dick ist. 

Trotzdem – ein Kleid, das fast zu allen Gelegenheiten tragbar ist – sehr bequem aber trotzdem kein Schlabberlook.