Schrägstreifen Shirt

Ich hätte ihn ja schon wieder verpasst, den Me Made Mittwoch. Wenn nicht meine liebsten Blogs, die ich abonniert habe, schon fleißig gepostet hätten heute, wäre das völlig an mir vorbei gegangen. Wie merkt ihr euch das? Kalendereintrag? Outlook Erinnungsalarm? Nun, ich kriegs nicht in meine Birne, aber es fügt sich heute ganz gut, weil ich ohnehin bloggen wollte und deshalb – zufällig – wieder mal dabei bin.

Ich bin (schulterklopf) immer noch auf Kurs in meinem Winter Nähplan und mein neuer Schrägstreifenpulli ist Nummer 4 der Capsule Kollektion und sogar das erste fertige Teil meiner #makenine2019

Links meine Inspirationsquelle, rechts meine Version. Leider hatte ich mir nicht notiert, wo im Netz ich das gefunden hatte.

Im direkten Vergleich stelle ich fest, dass die Schultern noch weiter überschnitten hätten sein können. Aber da es ja wie so oft kein Schnittmuster gab, das genau meiner Vorstellung entsprach, habe ich wieder mal gebastelt. Als Grundlage habe ich das Freebook Hemlock Tee verwendet. Und die Kragenlösung habe ich von meinem Herrera Sweater übernommen.

Links: die Schnittmuster übereinandergelegt beim Zuschnitt für den Stehkragen.
Rechts: so verwalte ich meine Schnittmuster. in Klarsichthülle mit einem Stoffrest des Projekts, dadurch weiß ich immer sofort, was für ein Schnitt drin ist

Vorder- und Rückteile habe ich nicht im Stoffbruch geschnitten und in einem schrägen Winkel aufgelegt, für den Effekt. Das verbraucht leider leider einiges mehr an Stoff und es bleibt viel Verschnitt übrig. Nicht ideal.
Wenn man dann beim Zuschneiden nicht aufpasst und die Vorderseite komplett falschherum auflegt, laufen nachher die Streifen in die falsche Richtung. Ist mir leider genau so passiert und es war nicht genug Stoff da, um neu zuzuschneiden. Der Stoff war vom Kreuzberger Ufer, also auch nicht mehr beschaffbar. Was nun? Ich hab dann die Teile auf den Kopf gedreht, den Saum oben, dann nochmal den Schnitt aufgelegt und den Saum zum Kragen gemacht. Und dann im unteren Teil den ehemaligen Kragen abgeschnitten und nochmal Stoff entlang des Streifenmusters angenäht, damit das alles noch so hinhaut, wie ich es haben wollte. Wer das jetzt verstanden hat: wow – herzlichen Glückwunsch! 😉

Hier sieht man auf der Innenseite, wo ich nochmal Stoff angesetzt habe. Von außen ist es zum Glück unsichtbar.

Es läuft halt nicht immer alles glatt und so wurde aus dem eigentlich einfachen Projekt ungewollt ein kleiner Nähkrimi. Mit Happy End. Ich bin übrigens immer zu faul zum Wechseln der Overlock Konen. Es reicht mir meistens, wenn ich nur die ganz linke Kone tausche, die den Kettenstich macht, so dass das von Außen alles tiptop ist.

Das Hemlock Tee habe ich zuvor noch nie genäht und ich wusste, dass es sehr locker und oversized gedacht ist. Aber ich finde es für mich an der Hüfte einen Tick zu weit. Da würde ich wohl den Schnitt anpassen, wenn ich es nochmal nähe. Vielleicht würden auch 2-3 Zentimeter mehr Länge nicht schaden, aber das liegt nicht am Schnitt, den hatte ich (einen Tick zu viel) gekürzt.

Hier in Kombination mit einer der letzten nicht selbst genähten Hosen in meinem Schrank.

Die Ärmel habe ich verlängert und zum Handgelenk hin etwas enger auslaufen lassen. Ich wollte dass das Shirt lange Ärmel hat. Ich bin zwar eigentlich ein Fan von 3/4 Arm, aber im Winter merke ich doch, dass mir damit die Hände zu kalt werden.

Wenn ich das Shirt mit meinen neuen Culottes kombiniere, finde ich es in den Bund komplett reingesteckt schöner.

Und zusammen mit dem Streifentop ist vielleicht auch der gelbe Stretchrock tragbar? Übrigens ist der Stoff auch wieder ein Leinenstrick, zumindest hat er einen deutlichen Leinenanteil, so genaue Auskünfte kann man am Maybachufer ja leider nicht bekommen. Die Farbe ist natur/ungebleicht mit schwarz gestreift.

Verlinkt: Me Made Mittwoch, After Work Sewing, Sew La La

38 Gedanken zu „Schrägstreifen Shirt“

  1. Hach, so ein feines Teilchen. Hatte ich im Februar komplett übersehen. Obwohl ich doch auf alles schwarz-weiße sofort anspringe. Super toll und super perfekt der Streifenverlauf.
    LG Anke

  2. Guten Morgen, endlich Zeit um nachzulesen was beim MMM alles gepostet wurde. ich hab das tolle Teil ja schon auf Instagram bewundert. ich finde es mega schön und mir gefallen tatsächlich alle Outfit-Varianten die du gepostet hast. Wobei mein Favorit ganz klar die Culottes und der gelbe Rock sind. Ich glaube sowas möchte ich auch einmal haben.

    Davon abgesehen finde ich deinen Style sehr toll. Sogar ausgesprochen toll, da passt immer alles und ich mag jedes Outfit was du postest. Ich plane immer nur so tolle Sachen und am ende kommt nix bei rum. Was mich dann immer ärgert.

    Liebe Grüße Dana

    PS. ja den MMM trage ich mir tatsächlich im Kalender ein, in letzter Zeit kann ich den Termin trotzdem nicht halten. Ich habe ziemlich Nähunlust und -frust.

    1. Danke Ingrid, das freut mich sehr, dass du das sagst – denn als Partner zur Culotte in meiner Winter Capsule Garderobe war es ja auch gedacht – das heißt mein Plan geht auf, Juhu! 🙂

  3. Juhu, ganz toll und ganz du!!! Du hast es raus, zielsicher das richtige zu nähen und alles hat eine klare Linie ich mag das total. Streifen perpekt eingesetzt! Und ich finde deine Art immer zu Zeigen, wie die Sachen die du gemacht hast miteinender kombiniert werden können auch ganz toll! Ich vergesse den MMM nicht, weil es mein Monatliches Highlight ist. Ich schaffe es ja auch nicht so viel zu Posten und zu stöbern im Netzt, da verbringe ich die wenige freie Zeit lieber an den Nähmaschine und konzentriere mich dann auf diesen Tag… LG Sarah

    1. Wie schön, dass du wieder bei mir vorbeigeschaut und mir einen lieben Kommentar dagelassen hast, Sarah! Ich bemühe jetzt auch meinen Kalender und abonniere den Blog, damit wir uns mindestens einmal im Monat virtuell treffen! 🙂
      Die Kombinationen finde ich selbst sehr interessant, manchmal hab ich beim Anschauen der Bilder später einen ganz anderen Favoriten als beim Anschauen im Spiegel, keine Ahnung woran das liegt – der Blick wird da irgendwie „neutraler“.

  4. Wow, das Shirt gefällt mir sehr! Ich hätte mich nicht getraut, Streifen schräg aufzulegen, weil dann der Fadenlauf verrutscht. Interessant wäre, wie sich das Shirt im Alltag bewährt. Leiert es oder behält es seine Form. Liebe Grüße Tina

  5. Schon wieder so ein Hammer-Oberteil! Dein Arbeitstempo ist beeindruckend und dann noch Nähen mit Hindernissen/Korrekturen – ich ziehe echt den Hut. Supercool sieht der Pulli mit Jeans aus und auch die Kombi mit dem gelben Rock gefällt mir.
    LG von Ina

    1. Hallo Ina, ja das kommt mir selbst gerade etwas schnell vor. Ich glaube es liegt an meinem Plan, den ich abarbeite. Der Aufwand, der sonst in die Planung von Einzelprojekten geht, ist ja schon erledigt. Ich weiß genau, was meine nächsten Projekte sind und spare auch Zeit, indem ich z.B. beim Schnittmuster pausen gleich 3 Schnitte kopiere. Beim Zuschneiden auch gleich 2 Projekte hintereinander… aber davon abgesehen sind die beiden Jersey Oberteile nicht wahnsinnig zeitraubend zu nähen, da reichen 2-3 Stündchen.

  6. Lustig, grade heute hatte meine Kollegin so einen Schnitt in knallerot an und sie hat mich irritiert angeschaut, nachdem ich unkommentiert eine Stofffühlprobe gemacht habe und erst danach ein mündliches Kompliment von mir gegeben habe. Dein Exemplar ist Megaschön und clever zusammengebaut (und gerettet!). Könnte ich auch in meinem Schrank vertragen. Und bei deinem Tempo hast du die Markenine bereits im Mai fertig
    Lg
    Marta

    1. In jedem Quartal 2-3 hatte ich mir vorgenommen um das Projekte übers Jahr zu verteilen. Der Winternähplan beinhaltet 3 davon, der Strickjacke fehlen noch die Ärmel und für die Patchworkjeans ist die Ausgangshose immerhin schon aufgetrennt…

  7. Was für ein tolles Shirt – zu so tollen Outfits kombiniert. Ich kann mich garnicht entscheiden welches Styling mir am besten gefällt.
    Da warst du ja raffiniert. Cool dass man deinen „Zuschnitt-fehler“ von außen nicht bemerkt. Clever gelöst.
    Viele Grüße
    Elke

    1. Ja, ich dachte ich schreib mal auf, wie ich getrickst habe – vielleicht hilft es auch anderen. Zumindest hab ich gewarnt, dass man beim schräg zuschneiden gut auf die Richtung achten muss.
      Solche Kleidungsstücke mag ich besonders gern, die man zu vielem und auch sehr unterschiedlich kombinieren kann.

  8. Oh man, schon wieder so ein cooles Teilchen. Man sieht dem guten Stück gar nicht den Nähkrimi an, dieser ist erfreulicherweise sehr gut ausgegangen.
    Mir gefällt am besten, die Kombi mit Jeans/ Hose.
    LG
    Sandra

    1. Ich hab mich so geärgert als ich realisiert hab, dass ich mich verschnitten hatte. Im Normalfall wäre das ein sehr schnelles Projekt gewesen, vielleicht musst ich Hürden einbauen, damit es nicht zu langweilig für mich wird 😉

  9. Was für ein schöner Pulli! Der ganze Aufwand hat sich definitiv gelohnt. Mir gefällt auch, dass du so viele Kombinationsmöglichkeiten zeigst, dass ist dieses Jahr auch mein Thema …
    Liebe Grüße von Doro

    1. Dankeschön, Doro. Die genähten Kleidungsstücke haben es verdient, dass sie häufig getragen und Lieblingsteile werden, deshalb achte ich jetzt immer stärker auf die Kombinierbarkeit. Dabei ist mir ein bißchen der Hang zum Muster abhanden gekommen, aber Streifen gehen immer!

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