Fashion Nights

Am späten Mittwochabend schlüpfe ich in meine neue Nachtwäsche und lasse mich damit bei der monatlichen Fashion Show der Nähcommunity blicken. Es ist zwar tatsächlich ein etwas komisches Gefühl, im Schlafanzug auf den Laufsteg zu gehen, aber ich finde, dieser ist schön genug dafür! Ich gestehe, dass ich seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, keinen wirklichen Schlafanzug mehr hatte. Ich trage nämlich nachts die Sachen auf, die für tagsüber nicht (mehr) schön genug sind. Ausgeleierte Shirts, Teile mit kleinen Löchern oder Flecken… Schlabberhosen. You name it. Jetzt sind einige dieser Fetzen endlich in der Tonne gelandet und ich habe mir erlaubt, mich mal extra für nachts komplett neu einzukleiden! Nix recyceltes, nix aufgetragenes – sondern futschneu genäht – luxuriös. 😀

Der Schnitt dieses Schlafanzugs mit Wickeloberteil ist irgendwann letztens bei einer makerist Aktion bei mir gelandet. Das Schnittmusterlabel (Love and Jam) sagte mir gar nichts, aber dieser Anzug hat mir einfach total gut gefallen.


Das Oberteil ist aus einem Baumwoll Musselin von Stoff und Stil, ich hatte einen Coupon von einem Meter aus der Restekiste gefischt. Ohne Bestimmung, einfach weil schön. Nicht, dass ein Meter genug wäre für so ein Wickeloberteil. Aber mit Puzzelei, 180 Grad Wende (Vorderteil) und gekürzten Ärmeln gings gerade so doch. Das Bindeband hab ich einfach aus einem anderen, einfarbig hellblauen Stoffrest genäht.

Die Hose ist aus einem denim-ähnlichen dünnen Baumwollstoff mit Fensterkaro. Eigentlich wollte ich daraus eine Bluse nähen, aber als ich meinen Fundus nach passenden Optionen durchsucht habe, hat mir die Kombi zum Musselin einfach so gut gefallen, dass ich den Stoff „geopfert“ habe. Ich habe noch zwei weitere Musselin Stoffe für einen weiteren Pyjama – anderer Schnitt allerdings. Vielleicht ist der nächsten Monat vorführbar 😉

Frau June

Ein neues Schnittmuster für Jersey Unterwäsche von Studio Schnittreif

Vor fast einem Jahr hab ich mich ja schonmal an selbstgenähten Soft-BHs bzw. Bralettes versucht. Ich trage beide zwar, aber bin nicht hundertprozentig überzeugt von der jeweiligen Passform und wollte gerne noch andere Modelle testen. Außerdem werde ich immer empfindlicher, was das Material meiner Unterwäsche angeht – obwohl die Bralettes aus Baumwolljersey genäht sind, die Gummibänder und Litzen erzeugen schon zu viel Juckreiz für mich. Als letzte Woche bei 1000Stoff neue Schnittmuster von Studio Schnittreif eingetroffen sind, war der Bikini/Yogatop Schnitt „Frau June“ dabei, den ich sehr schön fand und unbedingt ausprobieren musste. Hier mein erstes Modell, mit klitzekleiner Änderung (ein paar Millimeter aus der Seitennaht genommen) total gut passend – hurra! Ich habe einen Brustumfang von 90 cm und damit haargenau die Größe M des Schnittmusters getroffen. Meine BH Größe ist 75C.

Stoff war ein Rest Bio Stretchjersey von Lebenskleidung in Jeans melange, leider nicht mehr im Sortiment

Da werden auf jeden Fall noch weitere Modelle folgen. Laut Anleitung wird zunächst Vorderteil mit Futterteil an der oberen Kante verstürzt und dann das Unterbrustband gefaltet angenäht, womit eine wulstige Overlocknaht direkt unter der Brust entsteht. Die hab ich wieder aufgetrennt und schließlich den Streifen unter der Brust wie ein Schrägband angenäht und (auf dem Gummiband) abgesteppt. Das war keine optimale Lösung. Erst im Nachhinein ist mir eingefallen, dass ich das wahrscheinlich auch einfach zwischen Vorderteil und Futter hätte fassen können… beim nächsten Versuch mach ich das und werde berichten.

Was ich aber geändert habe, ist das Rückenteil – im Schnitt wird nur das Vorderteil gedoppelt und das Rückenteil mit Framilon gesäumt. Ich wollte sichergehen, dass ich genug Halt habe in dem Teil und außer Stoff nichts an meine Haut lassen. Also hab ich das Rückenteil auch gedoppelt und an der Unterseite ein schmales Gummiband mit eingenäht. Die Träger werden aus Jersey genäht und kein fertiges Trägerband benötigt. Was total super ist: diese Bralette benötigt dadurch kein weiteres Zubehör! Nur „normales“ Gummiband. Ich habe mich extra für Gummi aus Biobaumwolle/Naturkautschuk entschieden, in der Hoffnung, dass meine empfindliche Haut damit zufrieden ist. Man kann es im Berliner Store von Lebenskleidung kaufen (aber wohl leider nicht als Meterware bestellen). Ich bin allerdings noch skeptisch, ob das lange gut geht mit den Trägern (die nicht verstellbar sind) ohne auszuleiern. Nun, Versuch macht klug. Angenehm zu tragen ist es ohne Verschluss und Plastikteile allemal.

Noch komischer, als im Schlafanzug im Internet zu posen, ist es in Unterwäsche. Aber da ich selbst angezogene Fotos von Wäsche so viel hilfreicher finde, um einen Schnitt zu beurteilen, als welche, wo der BH hübsch mit Deko irgendwo herumliegt, mach ich das halt. Ich hoffe ich werde in der Zukunft nicht nochmal Lehrerin, Fernsehstar oder Politikerin… 😉

Und nun schau ich vorm Schlafen gehen noch mal, was sich sonst heute so auf dem Laufsteg tummelt. Gute Nacht allerseits!

Indian Summer

In fester Erwartung eines tollen Spätsommers, nachdem man lange erfolglos auf den Hochsommer gewartet hat, habe ich im August noch einige sommerliche Teile genäht.

Hier das erste, ein Blusentop aus Jersey, mit einem für mich ungewöhnlichen floralen Muster. Es ist das einzige seiner Art in meinem Kleiderschrank, aber fügt sich trotzdem ganz gut ein! Ich kam mir erstmal etwas fremd vor in dem Teil, aber es wurde von meinem Umfeld positiv bemerkt und gelobt, das hat das dran gewöhnen etwas erleichtert. Ich habe einen Schnitt gesucht, der das Muster möglichst nicht unterbricht, aber trotzdem noch etwas Besonderes hat. Ich habe mich für „Frances“ von Fibre Mood (ein Freebook) entschieden. Der ist eigentlich für Webware (ich hab schon eine Version aus Musselin), aber wie man sieht – auch aus Jersey problemlos nähbar. Besonders hübsch an dem Schnitt sind die mit Gummiband gerafften kurzen Ärmel und der etwas tiefere Rückenausschnitt. Der Blumenstoff ist mir bei der Arbeit über den Weg gelaufen, ebenso die Stoffe der anderen beiden Oberteile.

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Berlin am Meer

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich bin immer noch dabei, maximal viel Zeit außerhalb meiner Wohnung zu verbringen um den Budenkoller Winter irgendwie wieder auszugleichen. Ehrlich gesagt, war ich jetzt den ganzen Monat nicht an der Nähmaschine. Ich hab statt dessen viele Radtouren gemacht, durch die Uckermark zum Beispiel. Oder im Landkreis Oder-Spree. Es gibt so herrlich viel Wasser überall in und um Berlin. Ich war auch schon einmal an der Ostsee – von Berlin aus geht das als Tagesausflug. Zugfahren, Strand spazieren, Fisch essen…

Was mir schon länger fehlt, ist ein unkompliziertes Strandkleid. Am Tag vor dem Ausflug fiel mir ein, dass ich das ja eigentlich genau jetzt nähen müsste.

Logisch. Leider hatte ich mich noch nicht auf ein Schnittmuster festlegen können. Weit vorn war von Anfang an „Lolita“ von Louis Antoinette Paris. Das hatte ich letztes Jahr schon rausgesucht, als ich den Stoff gefärbt hatte. Genau, das ist einer der Stoffe aus meiner Indigo Shibori Aktion letzten Sommer.

Ich konnte mich nun aber nicht wirklich entschließen, es kamen ja so viele Schnitte in Frage… zum Beispiel das Kleid Christine aus der LMV oder Modell Camilla.

Letztere wollte ich dann nähen (in etwas kürzerer Version) und machte mich ans Abpausen des Schnittes. Als der kopiert und ausgeschnitten war, stellte ich fest, dass meine gefärbten Stoffbahnen gar nicht breit genug waren… und entschied, dass ich erstmal auch ohne neues Kleid am Ostseestrand spazieren kann…

Bei Kleid Christine fand ich das Detail mit den gedrehten Trägern besonders schön, aber die Schnitt Rezensentinnen haben dazu gemeint, dass es gar nicht so bequem zu tragen sei. Dazu kommt, dass es auch schwierig wird, darunter einen Bikini zu tragen, da geht nur was trägerloses drunter. Also doch irgendwie zu unpraktisch für das Kleidungsstück, das mir vorschwebte: ein Kleid für Strand und Badesee, das man einfach drüberzieht und fertig.

Also zurück auf null und zu Lolita. Das Modell ist wirklich leicht zu nähen. Eigentlich werden die Schulternähte in Falten gelegt. Ich hab statt dessen Tunnel in die Schulternaht eingebaut und einen Jerseystreifen durchgezogen, mit dem man den Stoff nun an den Schultern beliebig raffen kann. Der „Schnitt“ ist eigentlich nur eine Schemazeichnung und ein kostenloses Tutorial (auf französisch und englisch). Das Kleid fällt in den one-size Maßen für mich ziemlich großzügig aus… das Oberteil ist recht schlabberig und in die großen Armlöcher kann man seitlich sogar reinschauen. Was mir aber am Strand wurscht ist. Ich hab mich für einen Gummizug in der Taille entschieden statt Gürtel, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass Gürtel immer komisch verrutschen und das Kleid dann beim Tragen die Form verliert. Und hinten mittig hab ich einen kleinen Gehschlitz eingebaut. Er wäre nicht nötig gewesen, aber ich mag die Optik.

Das Kleid hat es bis jetzt nur zum Strand am Müggelsee geschafft. Aber für den nächsten Ostsee-Ausflug bin ich vorbereitet!

Jetzt erstmal noch schnell zum MeMadeMittwoch!

P.S.: ich sollte mir abgewöhnen, um 5 vor 12 bei dieser linkparty mitmachen zu wollen. Die kleinste technische Schwierigkeit und schwupps, Zeit abgelaufen. Liebes Me Made Mittwoch Team – geht da nicht in Zukunft ein etwas flexibleres Zeitfenster? Ich weiß nicht was das Problem war, jedenfalls gings nicht.

Linkpartys für Hobbyschneiderinnen sind rar geworden, hier schau ich dann mal rein: Du für Dich am Donnerstag, Creative Lovers

Rockstars aus Neuruppin

Dieser unsägliche Dauerlockdown hat meiner Beziehung zu meiner Wahlheimat Berlin ziemlich geschadet. Nichts, aber auch absolut gar nichts mehr spricht für das Leben in einer Großstadt, wenn alles, was diese lebenswert macht, nicht mehr stattfindet, und das was möglich ist, entsprechend überbevölkert ist. Ich hab dauernd den Wunsch, raus in die Natur zu kommen, frische Luft zu atmen, Gras zu riechen, im Wald zu spazieren… Platz zu haben. Als endlich die Lockerungen kamen und im Juni auch endlich die Temperaturen sommerlich wurden, hat mir mein Vermieter ein Baugerüst auf meine Terrasse gestellt und die Nutzung derselben quasi verunmöglicht. (Kotzsmiley)
Sehr spontan habe ich mich daher zu einer Urlaubswoche in einem gar nicht so weit entfernten Naturparadies entschieden. Ich habe ein kleines Ferienhaus gemietet, direkt am Ruppiner See mit eigenem Boots- und Badesteg.

Großartig. Getrübt wurde mein Aufenthalt dann leider durch eine plötzlich hereinbrechende Sintflut, 30h Dauerregen hab ich glaub ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr erlebt. Es ist gut für die Natur, die schon im 3. Jahr in Folge viel zu stark unter Hitze und Trockenheit leidet. Allerdings schlecht fürs in der Sonne faulenzen. Gut, dass ich meine Nähmaschine(n) mitgenommen hatte. Aufgrund des Regenwetters hab ich dann auch so einiges geschafft!

Als erstes die Bluse Ida aus einer älteren Fibre Mood. Die wollte ich schon letzten Somme nähen, kam aber nicht mehr dazu. Den Stoff hatte ich von meiner Mama zum Geburtstag bekommen – ein super schöner echt Indigo gefärbter Baumwollstoff von Merchant & Mills. Mit 1 m Länge und 1,1 m Breite war die Schnittwahl sehr begrenzt, aber Ida passte haargenau.
Der Schnitt hat vorne und hinten einen V-Ausschnitt. Und die Ärmel bestehen nur aus einem gedoppelten Rechteck. Simpel, aber schön!

Bei 1000Stoff gibt es ja inzwischen auch die Stoffkollektion der Fibre Mood zu kaufen. Der Rest einer sonnengelb/weiß gestreifte Viskose landete vor Kurzem dann in meinem Stofflager. Gern hätte ich das Modell „Belle“ aus der aktuellen Ausgabe genäht, weil ich mir den Kontrast der grafischen Streifen mit einem Volantärmel hübsch vorstellen konnte. Aber nach Abpausen des Schnittmusters war klar, der Stoffverbrauch ist viel zu hoch, Schnittmustertetris ausgeschlossen. Ich hatte nur 80 cm. So wurde daraus einfach noch eine Ida und ich hab anstelle der Ärmel gekräuselte Stoffstreifen angenäht. Und muss sagen – es gefällt mir sehr! Besser eigentlich als die ursprünglich angedachte Belle. Interssant mal wieder, wie unterschiedlich ein Schnitt durch Stoffwahl und kleine Veränderungen genäht werden kann.

Als drittes und letztes Teil der Kollektion „Neuruppin“ ist ein Rock aus leichtem Denim entstanden. Auch dieser war ein Reststück (mit Flecken) von 1000Stoff, der den Weg in meinen privaten Stoff-Gnadenhof fand. Ich trage eigentlich gerne Röcke, aber seit ich mich in Berlin fast ausschließlich mit dem Fahrrad fortbewege, trage ich nur äußerst selten welche. Denn viele Modelle sind dafür sehr unpraktisch. Die meisten Röcke die ich habe, wurden für Anlässe genäht oder die Konzertbühne – und fallen eindeutig in die Kategorie nicht radfahrtauglich.

Dagegen wollte ich was tun. Ein Jeansrock geht doch immer! Mit 1,3 m Stoffmenge war auch hier wieder die Schnittsuche stark eingegrenzt. Ich wollte gern einen Rock mit Knopfleiste, wie zum Beispiel Dolores aus der La Maison Victor. Wusste aber, dass eine Raffung in der Taille auch nicht soo gut für meinen Figurtyp ist und fand schließlich einen Ottobre Schnitt (aus einer älteren Ausgabe, 2/2018). Diesen Schnitt mit Sattel habe ich einfach umgedreht (hinten nach vorn) und statt Reißverschluss eine Knopfleiste eingefügt.

Knöpfe hatte ich keine mitgenommen nach Neuruppin, so musste ich mit der begrenzten Auswahl des hiesigen „Kaufland“ Supermarkts zurechtkommen….

Beide Ida Tops lassen sich gut mit dem Rock kombinieren!

Und nicht nur die. Wie ich zurück Zuhause feststellen konnte, gibt es eigentlich praktisch kein Sommeroberteil, das nicht zu diesem Rock passt. Fahrradtauglich ist er auch – ich könnte mir vorstellen, damit endlich die Rock-Anzieh-Hürde zumindest im Sommer überwunden zu haben.

Etwas beflügelt von diesem neuen Kombiwunder hab ich dann auch endlich den gelben Rock fertig gestellt, den ich schon im April angefangen und beim Me Made Mittwoch im Mai halbfertig vorgeführt hatte. Ein La Maison Victor Schnitt (Rosalie). Leider wars dann schon dunkel und ich nicht mehr wirklich fotomotiviert… meine Fernauslöse-App spinnt zudem rum und stellt nicht mehr scharf, wenn ich die Auslöseverzögerung nutzen möchte (um das Handy nicht mit im Bild zu haben). Daher muss ich euch jetzt mit diesen 2 Fotos abspeisen. Da geht aber noch mehr…. 😉

Mit der Seersucker Bluse (geplante Outfit-Kombi)
Ich war Shoppen! Im Vintage Kilo Store. Diese farbenfroh bestickte Viskosebluse für 5 Euro hab ich mir geleistet. Man kann (und muss) ja schließlich auch nicht alles selber machen….

Bertha, die Jeanshose (& friends)

Weil die Bertha aus Cord so cool ist, ganz schnell genäht war, aber nicht richtig sommertauglich, lag doch nichts näher, als noch eine zweite Bertha zu nähen. Im eigenen Stofflager wurde ich auch schnell fündig – ein schöner fester Jeansstoff, aus dem ich einst meine selbst konstruierte Maß Jeans genäht hatte. (Die leider nicht mehr passt. Was aber nicht an der Hose liegt, sondern an meinen Maßen…)
Davon war noch ein guter Meter übrig. Tatsache, mehr brauchte ich nicht für Bertha. Gesäumte Hosenbeine braucht man 2021 schließlich nicht – ein ausgefranstes Hosenbein ist up-to-date. Trotzdem bringt die Hose ein paar 70er Vibes ins Spiel. Was bestimmt auch an den Taschen liegt, die ich diesmal vorn aufgenäht habe.

Im Zuge des diesjährigen Me Made May hatte ich mir vorgenommen, mich um die Me Made Kleidungsstücke zu kümmern, die ich aus irgendwelchen Gründen nicht so gern trage. Und gegebenenfalls Änderungen vorzunehmen. Ganz oben auf der Liste stand hier meine Bluse aus feinem Bio Chambray. Sie gefiel mir zwar eigentlich in ihrer Schlichtheit, aber hatte einen entscheidenden Fehler – sie war etwas zu kurz und dafür aber zu eng am Saumabschluss. Jedesmal, wenn ich die Arme gehoben hab, blieb der Blusensaum deutlich zu weit über dem Hosenbund hängen. Die musste also irgendwie verlängert werden. Und wo wir schon dabei sind, ein bißchenn mehr Pep könnte sie auch vertragen. Stickereien wären toll, aber leider fehlt mir dafür die Zeit… Aber auch ein bißchen Borte und Spitze können Wunder bewirken und das ist viel schneller gemacht als Handstickerei.

Grob inspiriert hatte mich dieser Schnitt von Burdastyle, der nämlich ohnehin eine angesetzte Naht hat. Ich hab die Bluse einfach unter den Ärmeln abgeschnitten und die vordere Mitte aufgeschnitten. Aus dem abgeschnittenen Stück konnte ich die Besätze für den Poloverschluss zuschneiden und da ich noch einiges von diesem Stoff übrig hatte, die Verlängerung konstruieren. Mit einfachen Rechtecken, vorn etwas kürzer und mit kleinen Seitenschlitzen.


So wurde das Teil von einer schönen Schrankleiche zu einer Lieblingsbluse! Fertig genäht schon zum Me Made Mittwoch im Juni, aber da hab ich es zeitlich einfach nicht geschafft, einen Blogartikel zu schreiben.

Ich trage zunehmend Blusen, bzw Blusenshirts und habe festgestellt dass ich einen kleinen Mangel an Jerseyshirts habe. Das Modell, das ich mir für einen schon länger lagernden Pünktchenjersey ausgewählt hatte heißt „V-Neck Tomboy“ von Schnittduett. Leider musste ich feststellen, dass die Silhouette nichts für mich ist. Und bevor gleich schon wieder eine Schrankleiche produziert wurde, hab ich es abgeändert. Das war sehr einfach, nämlich nur die Ärmel hab ich wieder rausgetrennt. Die Schulternähte zum Armloch hin noch ein bißchen enger genäht und unter den Armen Weite rausgenommen. Schwupps, so ist es ein sommerliches Shirt, dass ich gerne trage.

Bertha, die Cordhose

Bertha ist ein typischer Kuh Name. Ich glaube, eine der Milchkühe meiner Großeltern hieß auch so. Falls die überhaupt Namen hatten, da bin ich mir jetzt, Jahrzehnte später, nicht mehr so ganz sicher.

Super Kombi mit dem edlen schwarzen Nicki Pullover nach dem Schnitt Holly von Studio Schnittreif
„Bertha, die Cordhose“ weiterlesen

Fransen-Top

Die Stoffspielereien verfolge ich meistens nur als stille Zuschauerin. Ich finde die meisten Themen sehr spannend, aber ich persönlich würde mich zeitlich total verfransen, wenn ich dort immer teilnehmen würde und käme zu nichts anderem mehr…

Beim Thema in diesem Monat, nämlich „Fransen“, erinnerte ich mich sofort an diesen Schnitt aus dem Bernina INSPIRATIONS Heft, den ich mir längst abgespeichert hatte. Ich weiß nicht, ob ich mir ohne den Anstoß wirklich dieses Top genäht hätte. Aber ich glaub, ich finds im Ergebnis ganz gut! (Gewöhnungsbedürftig noch ein bißchen, aber das ist ganz bestimmt wie mit den Rüschen, man gewöhnt sich dran)

Das Heft gehört leider nicht zu meiner Sammlung, aber ein total ähnlicher Schnitt. Auf dem Bernina Blog gibt es eine anschauliche Schritt-für-Schritt Anleitung, die mir die Länge der Fransen verraten hat. So hab ich die schon häufig genähte Ankerliebe gehackt. Das Vorderteil ohne Schlitz hatte ich sowieso schonmal gemacht, jetzt brauchte es nur noch eine Teilung im Vorderteil.

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mimimimade Mittwoch

Eigentlich hatte ich feste Pläne für den Me Made Mittwoch im März. Ich wollte euch meinen schönen neuen Alpaka Pulli zeigen. Und dazu passend eine neue Cordhose. Aber daraus ist nix geworden, denn mich hat eine bleierne Lustlosigkeit befallen. Das hat verschiedene Gründe – ein wesentlicher ist, dass ich im Winterlockdown ziemlich exakt die Gewichtszunahme hatte, die der rbb für den Durschschnittsberliner ausgerechnet hat: 5,5 kg. Einhergehend mit meiner Lockdown Homewear Kollektion, bestehend aus Jogginghosen, fiel mir das nicht mal so sehr auf! Nun gut, das muss jetzt wieder runter und ich hab mich auf Diät gesetzt – ich nähe mir auf keinen Fall Hosen in einer Nummer größer – deshalb musste ich alle Hosen Nähpläne vertagen. Gegen weiterstricken hätte eigentlich nichts gesprochen, aber ich hab mich beim FJKAL eingefunden und musste dafür erstmal recherchieren und dann probestricken für das Frühjahrsprojekt. Meinem Pulli fehlen daher noch eineinhalb Ärmel.

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Lockdown Fashion Lookbook

Der Lockdown beschert mir in meinem Single Haushalt recht viel Zeit und die verbringe ich tatsächlich auch immer noch gern mit Näh- und Strickprojekten. Allerdings geht´s mir schon so, dass ich für neu genähte Teile auch irgendwie erstmal einen Bedarf sehen muss. Mein Kleiderschrank ist gut gefüllt, aber in den letzten Wochen hab ich nur sehr wenige, ausgewählte Teile davon getragen! Mich sieht den ganzen Tag niemand – es sei denn ich verlasse die Wohnung zum a) Müll rausbringen b) einkaufen oder c) spazieren gehen.

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Best of 2020 – The Sewing Oscars

Klar, dass ich auch dieses Jahr wieder dabei bin, bei der glamourösen Preisverleihung für meine selbst genähte Modekollektion. Ich mag es, mir im Rückblick anzuschauen, was ich alles gemacht habe und Resümee zu ziehen. Also, erstmal ein Glas Prosecco holen und dann geht´s los mit der Verleihung der Oscars bis spät in die Nacht!

Hier eine Übersicht der Nominierungen:

34 Teile, davon 6x Refashion, 4x Upcycling – also 24 neue Textilien.
2 Strickprojekte, für 5 Teile habe ich Stoff neu gekauft, der Rest ist Stoffabbau.
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