Post von der Nähtante

Wegen Social Distancing fiel dieses Jahr ein Familientreffen zu Ostern aus. Ich hab das lange Wochenende dann genutzt, um für Neffen und Nichte hübsche Sachen zu nähen, die sich am Dienstag nach Ostern auf eine lange Postreise gemacht haben. Ich weiß, die Paketdienste sind überlastet, aber dass es sage und schreibe 10 Tage dauern kann, bis kleine Pakete (genau genommen Maxibriefe) zugestellt werden, ist schon Rekord. Ich freu mich aber, dass alles doch noch angekommen ist und nichts verloren ging. Denn das wäre doch schade gewesen.

Der Neffe hat sich über seinen neuen Dino Schlafanzug gefreut. Ein Ottobre Modell mit Applikation und Saurier-Borten an den Hosenbeinen. Hat richtig Spaß gemacht, zu nähen. Material: Lebenskleidung Bio Jerseys aus der Kilo Kiste im Lagerverkauf.

Die kleine Nichte sollte ein Kleid bekommen – das Modell Mollie aus der La Maison Victor ist es geworden. Ich habe lange gehüteten Baumwollstoff, von dem nur ein halber Meter da war, dafür verwendet. Das Schrägband hab ich aus recyceltem Denim gemacht. (Dem dünnen, den ich im Patchworkshirt letztens schon verwendet hab)

Irgendwie ist das Kleid mehr eine Tunika, ich glaube ohne Hose kann man das einer Eineinhalbjährigen nicht anziehen. Also noch schnell eine passende Leggings dazu – auch aus einem Lebenskleidung Bio Jersey (Rest) und ein Ottobre Modell.

Die Schwägerin hatte auch noch Geburtstag im April und im Päckchen war deshalb auch eine Kleinigkeit für sie. Die Handy Hülle „Kuori“ von Hansedelli. Dafür habe ich einen Baumwoll-Leinen aus Japan (Mitbringsel) mit Patchworkdruck verwendet, Kork und (wieder mal) Jeans recycelt.

Weil das so hübsch wurde, hab ich gleich noch eine ganze Serie genäht, denn so ein Täschchen ist grundsätzlich ein super Geschenk. Ich selbst brauchte auch eine neue Hülle für mein Smartphone. Als Variante kamen noch alte Vorhangstoffmuster vom Flohmarkt zur Verwendung.

Kein Stoff wurde neu gekauft – alles aus dem Stoffregal! Ich bin tatsächlich total diszipliniert, was meine Stoffdiät angeht. Allerdings habe ich letzten Monat 3 Ausnahmen gemacht. Ich habe 50 cm Stoff (nach)gekauft, den ich schon hatte, der aber nicht genug für das geplante Projekt war. Nach der Färbeaktion neulich wurde mir klar, dass ich für das neue Hobby „färben“ ja auch Stoff benötige. Mein Bestand an weißen Stoffen war aber schon rapide geschrumpft und ich möchte doch noch diesen Sommer mit Indigo experimentieren. Der Leinen ließ sich so gut färben, daher habe ich beim selben Händler (in Frankreich) nochmal 3 m weißen Bio Leinen nachbestellt für einen Vorrat an Färbematerial. Und als letztes hab ich ein Geschenk zum 1. Geburtstag der Tochter meiner lieben Freundin genäht und dafür neuen Stoff gekauft (60 cm). Den gibt es aktuell bei 1000Stoff, eine dünne Popeline aus Japan, die mir logischerweise sofort Herzchen in die Augen gezaubert hat. So süß, oder? Das Teil nennt sich „Barboteuse“ und ist ein Schnitt aus der La Maison Victor (Flora).

Ich hab übrigens natürlich auch Masken genäht. Über 30 Stück. Aber hier möchte ich nur schöne Dinge zeigen…

Verlinkt: Handmade oT, Creative Lovers, Nähzeit am Wochenende

11 Gedanken zu „Post von der Nähtante“

  1. Ohhhhh, ich weiß gar nicht, welches Nähwerk ich mehr bestaunen und bewundern soll. Eines ist schöner als das anderen und wieder zurück. Ganz ganz toll. Der Schlafanzug ist der Knaller mit dem Zähneputzdino. Sagenhaft. Und das Tunika-Kleidchen, der Jumper… Hach, ich bin schockverliebt!

    Liebe Grüße

    Anni

  2. Wow, da ist ja ein Nähwerk schöner als das andere! Vor allem der Schlafanzug würde meinem Lauser sicherlich auch sehr gefallen. Wobei ich jetzt darüber nachdenke, wie sich wohl ein Tyrannosaurus Rex mit seinen kurzen Ärmchen die Zähne putzen würde… 😀
    Vielen Dank für die Inspiration!
    LG Jana

  3. Du bist ja eine tolle Tante! Da werden sich die Kinder bestimmt sehr gefreut haben, vor allem über den Schlafanzug. Beim Indigo färben würde ich ja gerne mitmachen. Zumindest freue ich mich schon darauf, von deinen Experimenten zu lesen. Willst du das in der Wohnung machen?
    Liebe Grüße
    Christiane

    1. Ich würde wohl nach Möglichkeit auf der Terrasse rum hantieren. Indigo muss nicht auf dem Herd stehen, wie die anderen Pflanzenfarben, das sollte also gehen. Aber bin auch schon dabei mir eine Camping-Herdplatte zu organisieren, so dass ich das Färben generell aus der Küche nach draußen verlagern könnte.

  4. Die Kinderkleidung ist ja wirklich toll geworden. Oftmals finde ich sie, vor allem Mädchensachen, zu „süß“ – hier ist das nicht der Fall. Und der witzige Blick des Dinos auf die Zahnbürste … toll!
    Sollte ich mal Enkel haben – obwohl, soll man sie sich in diesen Zeiten überhaupt wünschen?
    LG
    Siebensachen

    1. Klar kann man sich das wünschen. Das wird schon weitergehen und früher war ja nun auch nicht alles besser. Aber nur fürs Benähen möchte ich auch keine eigenen Kinder haben 😉

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