Bertha, die Jeanshose (& friends)

Weil die Bertha aus Cord so cool ist, ganz schnell genäht war, aber nicht richtig sommertauglich, lag doch nichts näher, als noch eine zweite Bertha zu nähen. Im eigenen Stofflager wurde ich auch schnell fündig – ein schöner fester Jeansstoff, aus dem ich einst meine selbst konstruierte Maß Jeans genäht hatte. (Die leider nicht mehr passt. Was aber nicht an der Hose liegt, sondern an meinen Maßen…)
Davon war noch ein guter Meter übrig. Tatsache, mehr brauchte ich nicht für Bertha. Gesäumte Hosenbeine braucht man 2021 schließlich nicht – ein ausgefranstes Hosenbein ist up-to-date. Trotzdem bringt die Hose ein paar 70er Vibes ins Spiel. Was bestimmt auch an den Taschen liegt, die ich diesmal vorn aufgenäht habe.

Im Zuge des diesjährigen Me Made May hatte ich mir vorgenommen, mich um die Me Made Kleidungsstücke zu kümmern, die ich aus irgendwelchen Gründen nicht so gern trage. Und gegebenenfalls Änderungen vorzunehmen. Ganz oben auf der Liste stand hier meine Bluse aus feinem Bio Chambray. Sie gefiel mir zwar eigentlich in ihrer Schlichtheit, aber hatte einen entscheidenden Fehler – sie war etwas zu kurz und dafür aber zu eng am Saumabschluss. Jedesmal, wenn ich die Arme gehoben hab, blieb der Blusensaum deutlich zu weit über dem Hosenbund hängen. Die musste also irgendwie verlängert werden. Und wo wir schon dabei sind, ein bißchenn mehr Pep könnte sie auch vertragen. Stickereien wären toll, aber leider fehlt mir dafür die Zeit… Aber auch ein bißchen Borte und Spitze können Wunder bewirken und das ist viel schneller gemacht als Handstickerei.

Grob inspiriert hatte mich dieser Schnitt von Burdastyle, der nämlich ohnehin eine angesetzte Naht hat. Ich hab die Bluse einfach unter den Ärmeln abgeschnitten und die vordere Mitte aufgeschnitten. Aus dem abgeschnittenen Stück konnte ich die Besätze für den Poloverschluss zuschneiden und da ich noch einiges von diesem Stoff übrig hatte, die Verlängerung konstruieren. Mit einfachen Rechtecken, vorn etwas kürzer und mit kleinen Seitenschlitzen.


So wurde das Teil von einer schönen Schrankleiche zu einer Lieblingsbluse! Fertig genäht schon zum Me Made Mittwoch im Juni, aber da hab ich es zeitlich einfach nicht geschafft, einen Blogartikel zu schreiben.

Ich trage zunehmend Blusen, bzw Blusenshirts und habe festgestellt dass ich einen kleinen Mangel an Jerseyshirts habe. Das Modell, das ich mir für einen schon länger lagernden Pünktchenjersey ausgewählt hatte heißt „V-Neck Tomboy“ von Schnittduett. Leider musste ich feststellen, dass die Silhouette nichts für mich ist. Und bevor gleich schon wieder eine Schrankleiche produziert wurde, hab ich es abgeändert. Das war sehr einfach, nämlich nur die Ärmel hab ich wieder rausgetrennt. Die Schulternähte zum Armloch hin noch ein bißchen enger genäht und unter den Armen Weite rausgenommen. Schwupps, so ist es ein sommerliches Shirt, dass ich gerne trage.

Bertha, die Cordhose

Bertha ist ein typischer Kuh Name. Ich glaube, eine der Milchkühe meiner Großeltern hieß auch so. Falls die überhaupt Namen hatten, da bin ich mir jetzt, Jahrzehnte später, nicht mehr so ganz sicher.

Super Kombi mit dem edlen schwarzen Nicki Pullover nach dem Schnitt Holly von Studio Schnittreif
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