Upcycling Stories #1 – Denim Patchwork Sweater

Immer im Januar hab ich den Drang zum Ausmisten. Aber ich bringe es nicht gut fertig, Kleidung weg zu schmeißen. Sogenannte „Kleiderspenden“ Container sind leider keine gute Lösung. Denn der größte Teil der dort gespendeten Kleider wird verkauft, exportiert und richtet in den Zielländern ziemlichen Schaden am einheimischen Textilgewerbe an. Zum Teil sind diese Container sogar illegal aufgestellt und dienen einzig den kommerziellen Interessen einer undurchsichtigen Müllmafia.

Wohin mit dem Zeug? Ich tausche und verschenke im Freundeskreis, manchmal wird auch was auf Kleiderkreisel verkauft. Und eine ganze Menge wandert in Kisten für zukünftige Upcycling Projekte. Und da mir so langsam der Platz ausgeht, lege ich jetzt endlich los mit der Wiederbelebung meiner alten Sachen.  The future is now! 

Los geht´s mit den alten Jeans. Das liebste Kleidungsstück der meisten Menschen hat leider so gar keine gute Ökobilanz. Ein guter Grund also, den Teilen, die nicht mehr passen oder irreparabel durchgetragen sind, zu neuem Glanz zu verhelfen.

Im Dezember hatte Greenpeace weltweit zu der großartigen „Make Something Week“ aufgerufen. „Buy nothing – make something“ lautete das Credo. Ich hatte mich für den Berliner Event als freiwillige Helferin an den Nähtischen gemeldet und durfte dann am Jeans Upcycling Tisch assistieren, der vom Label „Bridge and Tunnel“ geleitet wurde. Ein sehr tolles Label wie ich finde! Sie verarbeiten tonnenweise Jeansabfälle, getragene und auch ungetragene Hosen aus Fehl- und Überproduktionen. Und machen wunderschöne Taschen, Rucksäcke und auch Kleidung daraus – wie z.B. diese hübschen Sweater

Eine tolle Inspiration. Ich besitze exakt zwei warme Sweater, einen mit und einen ohne Kapuze. Irgendwie nicht so ganz mein Stil, aber gerade im Winter sind das schon angenehm kuschelige Kleidungsstücke. Und aus unerfindlichen Gründen habe ich auch inzwischen einen recht ansehnlichen Stapel an Sweat Stoffen gelagert. Weil mir mein Patchwork-Pulli nach dem Bernette Freebook so gut gefällt, habe ich mich entschieden, diesen nochmal mit Jeans-Patchwork umzusetzen.

Jeans Patchwork ist übrigens total en Vogue wie ich feststellen durfte. Sogar Victoria Beckham (seit wann ist die Modedesignerin?!) hat letzten Herbst eine Jeans Patchwork Kollektion vorgestellt. Vermutlich aber nicht aus bereits getragener Kleidung. Einzelne Teile sind ganz cool, aber von Kopf bis Fuß ist mir der Look ein bißchen too much. 

Statt fließend fallendem Wolljersey kam diesmal ein grauer Wintersweat mit flauschiger Innenseite zum Einsatz. Mit der Passe bin ich total glücklich, ich finde das ist ein kleines Kunstwerk auf meinem Pullover. Allerdings würde ich den Schnitt nicht nochmal für so einen dicken Stoff verwenden. Besonders stört mich, dass die Ärmel aus 2 Schnitteilen bestehen und dann eine bollige Naht auf der Oberseite haben. Bei meinem anderen Pulli fällt das aufgrund der Farbe und des leichteren Materials nicht so auf. 

Falls euch mein Pulli gefällt und ihr auch einen Patchwork Pulli nähen möchtet, lasse ich euch gern noch ein paar Inspirationen hier, die ich gesammelt habe.

 

 

 

 

 

 

Diese beiden Modelle von BurdaStyle finde ich super!

 

Und Pinterest ist sowieso die beste Inspirationsquelle ever!

Ich werde euch von nun an über meine Upcycling Projekte und Ideen in den „Upcycling Stories“ auf dem laufenden halten und hoffe dass es die ein oder andere Leserin interessiert. Es wird dafür keinen festen Zyklus geben, da ich mir nicht unbedingt Druck machen möchte, um selbst auferlegte Termine einzuhalten.

Habt ihr auch schon ausgemistet und Teile dabei, die ihr vielleicht wiederbeleben wollt? Ich freu mich schon auf den Austausch mit euch!

Verlinkt: RUMS, EiNaB, Upcycling Linkparty, Kostenlose Schnittmuster Linkparty, Mount Denim adé

 

13 Gedanken zu „Upcycling Stories #1 – Denim Patchwork Sweater“

  1. Ich finde den Sweater total klasse! Würde ich sofort anziehen oder nachnähen (leider sind Raglan-Ärmel inkompatibel mit meinen sehr schmalen Schultern und ich habe noch keinen Weg gefunden, so einen Schnitt irgendwie anzupassen ohne tausend Abnäher :-/ ).
    Danke auch für die Anregungen für weitere Sweatshirts – Upcycling-Material habe ich gar nicht so viel, aber eine ganze Kiste mit Sweatresten …

  2. Vielen Dank für die Inspiration. Hätte ich nie vermutet, dass Jeans-Patchwork so cool aussehen kann! Mein Upcycling Stapel (vorwiegend Jeans) wächst auch immer weiter. Bin gespannt auf weitere Ideen von dir.

  3. Ich fabd deinen ersten patchwork pulli schon genial und hab mir das freebock direkt gespeichert.. der hier ist auch mega! Und ausgesonderte Jeans hab ich reichlich… also muss ich wohl echt mal ran… lg Sarah

  4. Ich arbeite in einem Sozialen Bürgerzentrum mit, wo wir gebrauchte Kleidung zu kleinen Preisen weiterverkaufen. Das ist jedenfalls die bessere Alternative zu kommerziellen Containern, wobei ich auch das Rote Kreuz in Schutz nehmen muss, die sammeln nämlich Kleidung für Katastrophenfälle. Die bekommen, was bei uns unverkäuflich ist. Was nicht mehr brauchbar ist, wird an Recycler verkauft, die daraus Putzlumpen oder Isoliermaterial herstellen, der Erlös kommt ebenfalls dem DRK zugute.

    Dein Pullover ist super geworden, da juckt es mir direkt in den Fingern. Aber ich hab immer Skrupel, eine Jeans aufzuschneiden und dann nur ein kleines Stück davon zu verwenden – hast du mit den Resten auch noch was gemacht? Vielleicht kommt das ja noch in den nächsten Beiträgen? Ich bin gespannt!

    1. Das stimmt Ulla, es gibt auch immer noch sinnvolle Möglichkeiten, Kleidung zu spenden. In Berlin z.B. auch direkt an Flüchtlingsunterkünfte und Obdachlosenheime. Es gibt auch jede Menge Flohmärkte und Second Hand Läden.
      Und du hast richtig vermutet, ich werde noch weitere Projekte aus alten Jeans auf dem Blog vorstellen.

  5. Ich mag Jeans eigentlich nicht so gern, zumindest als Hose. Dein Pullover ist aber wirklich super schick!
    Und danke für den Hinweis mit den Containern. Ich finde, das ist eine Sauerei!
    Liebe Grüße
    Stacia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.