Hygge & Selfcare

Ich habs mir im Januar gemütlich gemacht. So richtig. Ich hab zum ersten Mal das Experiment „Veganuary“ gewagt, das heißt mich den ganzen Monat lang vegan ernährt. Ich hab es nicht 100%ig geschafft, aber der Weg ist ja bekanntlich das Ziel. Das bedeutet, ich habe viel (möglichst lecker) gekocht und probiert. Auch gemeinsam mit Freunden. Letztes Wochenende gab es z.B. ein Pilz Wellington im Blätterteig und zum Dessert fantastische Mini „Cheesecakes“ aus einer Cashewcreme. Die waren Wow.

Da es arbeitstechnisch eher ruhig zuging und ich direkt in den ersten Januartagen die ungeliebte Steuererklärung abgehakt habe, blieb mir immer noch ziemlich viel Zeit für meine kreativen Projekte und auch regelmäßiges Yoga habe ich geschafft. Aber auch die Gemütlichkeit kam nicht zu kurz. Und was gibts gemütlicheres im Winter als mit eine Tasse Tee oder Glas Wein auf dem Sofa zu lümmeln und dabei einen ganz doll kuscheligen Pulli zu stricken?

Mein Pullover war ja schon letzten Monat halb fertig. Es gab dann kurz vor fertig leider die Erkenntnis, dass die angegebene Menge vom Originalgarn nicht reicht! Mist. Ich musste nachbestellen. Und hab die ursprüngliche Farbnummer nicht mehr bekommen. Und fand, man sieht den Unterschied – mein bisheriges Garn hatte einen viel helleren Kern. Das gab der Motivation einen leichten Dämpfer. Aber da ich sowieso zweifädig gestrickt habe, hab ich dann einen Faden der alten und einen der neuen miteinander verstrickt und zugegebenermaßen würde das wohl nur noch ich selbst und andere Stricknerds erkennen. Normale Menschen wüßten nicht, wovon ich spreche…

Die Anleitung von Drops ist ziemlich dürftig ausgefallen. Ich hatte am Anfang viele Fragezeichen im Kopf, was es mit den einzelnen Musterteilen auf sich hat, aber nachdem ich das Grundprinzip des Musters verstanden hatte, konnte ich mir das einigermaßen erschließen. Eigentlich ist im Frosted Leaves Sweater ein Teil der Maschen kraus rechts – das habe ich abgewandelt und dafür auch eine andere Abnahmetechnik verwendet. YouTube sei Dank fand ich eine Anleitung dafür.

Rock Merris und ich – es ist war kompliziert

Auch schon im Dezember in meine Programmplanung aufgenommen hatte ich den Rock Merris von Sewionista. Ich musste mir aber mehrmals in den Allerwertesten treten, um das Teil endlich zu nähen. Der Schnitt war schon letztes Jahr gedruckt und geklebt. Zwischendrin hat sich meine Stoffwahl geändert, von Feincord auf Genua Cord.

Farblich spannende Kombi mit dem Rock finde ich

Ich weiß nicht woran die Unlust lag, den Rock haben und anziehen wollte ich ja schon, aber das Nähen selbst konnte mich nicht so recht locken. Obwohl so ein Röckchen ja auch recht schnell genäht ist… dachte ich. Denn es war irgendwie der Wurm drin. Ich hatte das Futter und die Belege schon zugeschnitten und die Belege bereits zusammen und angenäht, als ich mich letztlich doch gegen ein Futter entschieden hab. Ich mag das Gefühl von Futterstoff auf der Haut nicht und mit Strumpfhosen wandern mir solche Röcke immer um die Hüfte rum und sitzen irgendwo, aber nicht wo sie sollten. Also – weg damit. Das hieß aber, die Belege musste ich neu zuschneiden, denn ohne Futter musste beim Vorderteil der Beleg ebenso aussehen wie das Teil vom Hauptstoff, als Passe.

Die Farbe von diesem Cord ist einfach mega schön

Ich hatte aber nicht mehr genug Stoff. Theoretisch. Praktisch war es so, dass ich vom gleichen Stoff noch ein Stück hatte, aus dem ein Latzrock für meine Nichte werden soll… das hab ich dann eben mal zwischendrin schnell im Zuschnitt vorgezogen, Schnitt gepaust etc., um den Rest vom Stoff dann wieder für meine Merris Belege nehmen zu können. Oh mann. Der Schnitt war ein Freebook, in der PDF Anleitung war nicht die Rede von Einlage – aber ich hab an der Stelle beschlossen, dass meine Passe nun zumindest im Beleg noch mit Einlage stabilisiert wird. Werden muss! Denn mein Stoff hat ziemlich viel Stretch, der wäre mir sonst zu weit geworden.

Ich hatte die Passe natürlich auch schon umlaufend schön abgesteppt… das musste ich also auch wieder auftrennen. Steppnähte im Cord auftrennen? Bäh.

Sehr schön auch mit dem Oberteil vom Weihnachtskleid

Dann war der Rock halbwegs fertig und bei der Anprobe dachte ich mir, warum steht der hinten so weit ab? Komisch. Ich hab dann festgestellt, dass das Rückteil im Schnitt tatsächlich mit Mehrweite vorgesehen ist. Vorn sah´s gut aus, aber hinten gefiel mir nicht. Also auch die Seitennähte (bis fast zum Bund) wieder aufgetrennt. Ein paar Zentimeter Stoff weggeschnippelt und wieder zusammen. So hab ich locker doppelt so lang an dem Projekt gearbeitet, wie vorgesehen, aber was muss das muss. Jetzt ist er fertig und gefällt mir, der Rock. Durch den Stretchanteil überaus bequem, den Fahrradtest hat er auch bereits überstanden, mit Bravour.

Ich hab so viel genäht im Januar, dafür reicht ein Blogpost diesmal nicht. Klickt euch weiter zum Nächsten! Ich hoffe, mit beiden noch pünktlich zum MeMadeMittwoch zu erscheinen…

9 Gedanken zu „Hygge & Selfcare“

  1. Wirklich eine schöne Kombination, beide neuen Teile. Blau und Gelb sind aber auch einfach eine traumhafte Partnerschaft 🙂 Den Rock finde ich richtig schick, und der Pullover ebenfalls, stelle ich mir super zu kombinieren vor. Drops-Anleitungen fand ich bisher auch eher mäh, lasse daher eher die Finger davon. Chapeau, dass du dich da durchkämpfst, aber das hast du ja beim Rock bewiesen, dass du das kannst und es sich lohnt 🙂 Ich habe im Januar auch echt viel genäht, aber kaum für mich. Das kommt jetzt!

  2. Kathrin… dier Pulli, der Pulli… Der Pulli… hach… der Pulli… die Farbe… und der Flausch… Der stielt dem Rock leider die Show, obwohl ich den auch total schön finde, aber der Pulli…

  3. Puh! Was für eine Rockgeschichte. Aber alles ist gut geworden und sieht klasse aus und ist offensichtlich ein Kombinationstalent. Besonders gut gefällt mir übrigens der blaue Pullover.
    Schönes Wochenende.

  4. Du warst ja unglaublich produktiv im Januar und Pulli und Rock sehen total schön zusammen aus, tolle Farbkombi.
    Ärgerlich, dass die nachbestellte Wolle farblich abweicht, aber du hast dir ja gut beholfen und die Stolpersteine beim Nähen des Rockes hast du auch gemeistert; es ist schon komisch, dass bei manchen Projekten der Wurm drin ist.
    Herzliche Grüße von Susanne

    1. Ich fand vor allem ärgerlich, dass Drops die Menge nicht korrekt angegeben hat, ich hab ja die Originalwolle verwendet und hätte sonst einfach ein Knäul mehr bestellt. Naja, es läuft halt nicht immer alles glatt. Dafür ist der Pulli dennoch richtig schön geworden.

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