Do more of what makes you happy.

Das ist ein gutes Leitmotiv, schon vor Jahren hab ich diesen Spruch auf einem Sofakissen verewigt um mich täglich daran zu erinnern. Macht nähen glücklich?Grundsätzlich ja, mal mehr mal weniger, je nach Projekt. Meine letzten beiden absoluten „happy projects“ haben mir verdeutlicht, was mich an meinem Hobby am meisten antreibt. Ich bin einer Idee, einer Inspiration gefolgt und keiner Anleitung – ganz einfach, weil es keine dafür gibt!

Meine Lieblingsprojekte sind also die mit einem großen kreativen Spielraum.

1. Patchworkdecke to go

Hollybwel – Meine Instagram Inspiration

Ein Instagram Profil aus Portland hat mich zu der Idee gebracht, ganz klassische Quilt/Patchworkmotive und Kleidung zu vereinen.

Diese Blöcke hab ich schließlich als Vorlagen von dem Account „geklaut“ für meinen Sweater. Die Farbskala fand ich auch gut und hab entsprechend mit dieser Vorstellung meine Reste durchforstet.
Ich hab definitiv zu viele Reste.
Aber ich habe einen schönen Stapel gefunden den ich ganz passend fand. Wie ich auf die Idee mit dem Teddystoff kam weiß ich nicht so genau, der lag bei den Resten und irgendwie konnte ich mir das gut vorstellen!

I <3 the colors!

Ich hab bisher bei Patchworkkleidung immer die Teile einzeln versäubert um die Nähte flach auseinanderbügeln zu können. Als ich loslegen wollte, hab ich kurzfristig beschlossen, es beim dicken Sweat Stoff anders zu machen. Der lässt sich eh nicht gut flach bügeln, also könnte ich mir den Aufwand sparen und alles mit der Overlock zusammen nähen. Gedacht getan. Als der erste Block nach fast 2 Stunden fertig war, kam er mir aber doch recht groß vor! Ahhhhh, ich hatte die Nahtzugabe doch für normale Nähte berechnet… und Overlocknähte sind nur halb so breit. Oh je. Nun, da ließ sich jetzt leider gar nichts mehr dran ändern – aber Oversize ist ja zum Glück immer noch voll im Trend!

Ich hab das dann durchgezogen – auch für die Ärmel. Die hab ich in etwa vom Charlene Sweater übernommen. Der ganze Pulli ist 2 Nummern zu groß, aber das finde ich gar nicht schlimm. Er ist mega gemütlich!!! Also genau das Richtige, um darin zu überwintern. Der Effekt durch den Teddy Stoff – super, genau wie ich mir das vorgestellt hatte. Es wirkt richtig dreidimensional damit. Naturgemäß lassen sich die Ecken mit dehnbarem dickem Sweat nicht perfekt sauber im Patchwork zusammenfügen. Aber das fällt nicht störend auf.

Ich gehe nicht davon aus, dass ihr alle noch wisst, wovon die Stoffe so übrig geblieben waren. Ein dunkelgrau melierter Sweat von meiner ersten Mira Jogginghose. Der Teddy von meiner Jacke. Der gelbe Sweat vom Felicia Sweater. Schwarzer Sweat von der Lockdown Collection. Der ockerfarbene von der Hose für meinen Neffen und der altrosafarbene vom Charlene Sweater. Der hellgrau melierte und der cremeweiße Sweat waren noch nicht zuvor genutzte Stücke aus der Restekiste von Lebenskleidung.

2. Pünktchen und Jo

Ich hab einen schönen Baumwollfleece in staubgrün und will daraus gern einen weiteren Kuschelpulli nähen. Oder eine Kuscheljacke. Dafür hab ich Ideen für Stickerei Verzierungen gesucht, online. Was öfter mal passiert: ich such das eine und finde das andere! Alles was mir gefällt, kommt in meine Inspirationsordner. Auch wenn es die auf Pinterest eingeblendete Werbung einer K*ckfirma wie SHEIN ist.

Ich hab natürlich auch schöne Stickerei Ideen gefunden, aber musste dafür erstmal noch Zubehör besorgen. Mal sehen wann ich dann dazu komme… 😉 Beim Zubehör bestellen ist nämlich aus Versehen auch noch ein Siebdruck-Set in meinem Einkaufskorb gelandet. Ups, wie konnte das passieren? Und auf dem Maybachufer Markt fand ich letzte Woche Papiergarn zum Taschen und Hüte häkeln.

Damit ihr eine Vorstellung der Dimension meines Inspirationsordners bekommt.
66 Unterordner. 2.596 Dateien Stand 02. Februar 2022

Vom gelben Lebenskleidung Sweat war noch jede Menge übrig, so viel, dass es noch ein ganzer Pulli werden konnte. Und wie witzig wäre denn die Idee, die Polka Dot Punkte aus Teddy zu applizieren? Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich mir neuen Stoff für ein solches Experiment gekauft hätte – aber mit übrig gebliebenen Resten kann man schon mal was wagen.

Als passenden Schnitt hab ich mir „Jo“ aus der Fibre Mood auserkoren. Ein einfacher Sweater mit weiten 3/4 Ärmeln, die ich aber 5 cm verlängert hab.

Diesmal hab ich keine große Planung gemacht, sondern ein kreisrundes Objekt gesucht, das mir als Schablone dienen könnte – es wurde mein Nähgewicht (Unterlegscheibe aus dem Baumarkt). Grob überschlagen könnten je 10 Punkte vorn und hinten drauf und so 5-6 auf die Ärmel. Also hab ich mal 32 Kreise vorbereitet. Mit Vliesofix ging das sogar mit dem Teddy super.

Kreise auf Vliesofix zeichnen, dann auf den Stoff bügeln, DANACH erst einzeln ausschneiden.

Die Verteilung hab ich nach Augenmaß gemacht. Kleiner Fun Fact: ich hab mir am Vorderteil markiert, wo die Brüste sind, da ich die Punkte dort genau NICHT platzieren wollte. Ihr wisst schon wo. Aufbügeln ging einigermaßen gut – allerdings musste ich jeden Punkt nochmal von der Rückseite bügeln, damit er wirklich hält.

Aufgenäht hab ich die Kreise mit Zickzackstich und weißem Garn. Dabei hab ich versucht, möglichst nicht über den Flor zu nähen und diesen vorm Nähfüßchen immer nach innen geschoben.

Ich bin super happy mit diesem Pulli, der macht einfach total gute Laune! Schön auch, wie meine neuen Strick Accessoires dazu passen. Es fehlen noch Pulswärmer in dem Set, die kommen noch – wenn ich die Wolle wieder finde.

Es war nicht geplant, wirklich nicht. Aber ich freue mich sehr, dass beide Sweater ein Outfit Match mit meinem neuen Rock sind!

Ich hab noch viel mehr Ideen für kreative Pullover. Irgendwann kann ich aber nicht mehr verdrängen, dass ich gar nicht so viele Pullover anziehen kann… bleibt an dieser Stelle nur darauf zu hoffen, dass sich unter meinen Lesern ein toller Buchverlag findet, der scharf darauf ist, noch 10 bis 100 weitere Sweater Projekte von mir zu sehen und in einem Buch zu veröffentlichen. Träumen kann man ja mal… 🙂

Mit Trick 17 versuche ich mich auch hiermit noch beim MMM einzuschleichen. Während ich den Artikel noch fertig schreiben muss, verlinke ich den ersten Entwurf schonmal… (scheint zu funktionieren! aber psssst!)

24 Gedanken zu „Do more of what makes you happy.“

  1. Wie schon öfter geschrieben, Deine Kreativität haut mich immer wieder aufs Neue um…
    Der Patchwork- Sweater ist mega klasse und definitv kein „Näh ich an einem Abend-Projekt“.
    Allerdings ist der „Gute- Laune- Punkte-Sweater“ mein Favorit, warum weiß ich gar nicht…
    Den Schnitt habe ich auch bereits kopiert, jetzt muss es nur noch losgehen.

    LG
    Sandra

  2. Pullover sind auch meine Schwachstelle. Das muss am Nähen UND stricken liegen, da kommt dann auch einfach ne Menge zusammen. Aber ich kann zum Glück auch gut aussortieren, was ich nicht mehr trage, das macht es leichter 🙂
    Hatte ja schon auf IG geschrieben, dass ich den Punkte-Pullover grandios finde und kopieren möchte. Vielleicht erst im nächsten Herbst, aber der Gedanke bleibt. Patchwork ist auch wunderschön geworden!

  3. Du zeigst wieder mal so eine beeindruckende Sammlung von Werken- aber vor allem der Patchworkpullis ist so toll! Sei froh, daß Du so weit weg wohnst von mir, denn den würde ich mir sofort klauen:-)) paßt ja zu meinem Rock auch perfekt! Interessant, daß Du dich gegen ein Futter ausgesprochen aus…vielleicht kommt es auch auf den Futterstoff drauf an? Ich habe ja gerne ein Viskose-Futter, das fühlt sich durchaus auch auf nackter Haut ganz gut an. Den Rockschnitt fand ich übrigens auch nicht so ganz durchdacht- ich hatte ihn mal aus Jeans genäht (das war ein Jeansstoff mit Wollbeimischung von 1000Stoff, den hast Du vermutlich auch schon mal vernäht?). Der Rock ist nachher sehr schön geworden, aber ich habe einiges an der Paßform geändert. Wie auch immer, Dein Rock sieht toll aus, und sicher trägst Du ihn genau so gerne wie ich meinen!
    Liebe Grüße
    Barbara

  4. Ich nehme mir ja viel zu selten die Zeit zum Kommentieren, aber jetzt muss ich einfach mal loswerden, dass beide Pullis einfach der Hammer sind. Es ist ja eh schon toll, dass du so ein klares Farbkonzept verfolgst, und dass dann auch noch aus den Resten so schöne Sachen entstehen – super! (Und schon geht in meinem Kopf wieder das übliche ‚was könnte ich denn ähnliches machen‘-Spiel los …)

  5. Wow, was für eine coole Umsetzung des Patchworkgedanken. Klasse die Pullis und meine Hochachtung für die Mühe beim zusammensetzen der Einzelteile. Allein die Planung wird viel Zeit beansprucht haben, das Ergebnis zeigt, dass sich jede Sekunde gelohnt hat. Ganz wundervoll und die Farben sind einfach „Deins“. LG Kuestensocke

  6. Hammer, schon wieder so geniale Teile, mein Favorit ist der Pulli mit den Teddypunkten, der sieht richtig flauschig aus. Aber das Patchworkmuster ist auch traumhaft umgesetzt, wirklich eine tolle Idee! Und mit dem Rock passen sie beide wirklich gut zusammen, richtig schön!
    Liebe Grüße
    Jenny

  7. Von deinen beiden kreativen Projekten hatte ich bei insta ja schon etwas gesehen. Hier die ganze Geschichte zu lesen, ist spannend. Zwei richtig tolle Einzelstücke sind das.

    LG, Heike

  8. MEGA!!! Absolut inspierend Deine Werke, immer wieder aufs Neue! Auch die Kombinationen miz den bereits vorhandenen Kleidern in Deinem Schrank – ich liebs! Großes Kompliment!

  9. Ich bin hin und weg, zwei beeindruckende Projekte. beide gefallen mir super gut. Dank homeoffice, habe ich gerade meine Reste Ecke auf den Kopf gestellt und frage mich gerade ob ich Reste zukaufe, aber das ist ja nicht der Sinn der Sache:-) LG Jeanette

  10. Es wäre wirklich schade gewesen, wenn es die beiden schönen Pullis nicht mehr auf den Laufsteg beim MMM geschafft hätten! Tolle Ideen hast du hier super umgesetzt, v.a. der Patchwork-Sweater schaut sooo kuschelig aus. Ich habe eigentlich auch mehr als genug Pullis, aber wenn ich die Inspiration von dir hier sehe und Inas Hoodie mit Trapunto-Schriftzug, juckt es mich in den Fingern, das auch auszuprobieren. Ich hätte sogar ein Schnittmuster für einen Patchwork-Pulli auf der Festplatte, den Geodesic Sweater von Blue Prints. Lieben Gruß, Gisela

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