3/5 for fall

Zum heutigen Me Made Mittwoch im November (Hilfe, wie rennt die Zeit oder: Hurra, 2020 ist bald vorbei?!) zeig ich euch drei Teile aus meinen Herbst Nähplänen, die ich im letzten Post schon angekündigt hatte.

Mein jetzt schon absolut liebstes Herbstoutfit mit Drops Summershells

Schon ewig auf meiner Wunschliste stand die Hose „Persephone„. Ein Modell, das wann immer es in meinem Instagram Feed auftaucht, meine volle Aufmerksamkeit bekommt. Es ist so ein Teil, das irgendwie magischerweise an jeder Frau gut aussieht, die es zeigt. So wie der Zadie Jumpsuit (den ich bestimmt auch irgendwann noch nähe). Trotzdem war ich skeptisch, wie eine Hose, die so krass „high waist“, also hoch in der Taille sitzt, an mir aussieht. Ich hatte zuletzt sowas vor über 20 Jahren an und das war ein Erbstück von meiner Mama, eine Original 70er Schlaghose.

Bei einem Bummel durch das Hamburger Karolinenviertel, fiel mir dann mal eine solche Hose in die Hände. Praktisch, denn so konnte ich durch Anprobieren feststellen, ob ich sowas tragen würde. Ich fand die Hose so super, dass ich kurz versucht war, sie einfach zu kaufen…. aber das hat sich komisch angefühlt. Seit 2017 hab ich keine Kleidung mehr gekauft – bin gespannt, ob und mit welchem Teil sich das nochmal ändert.

Der Schnitt wurde schon viel besprochen, zum Beispiel bei Selmin / Tweed & Greet. Ich hab mich für Größe 8 entschieden und hab richtig Glück gehabt. Vorsichtig hab ich die Hose erstmal nur geheftet und anprobiert – aber sie saß direkt wie angegossen – top! Nur in der Taille ging sie einen Tick zu hoch, einen Zentimeter hab ich dort noch weggenommen, damit sie in meiner natürlichen Taillenlinie endet. Interessant sind die vorderen unsichtbar eingenähten Eingriffstaschen.

Der Stoff ist eine meiner kleinen „Kaufsünden“ aus dem eigentlich stoffkauflosen Jahr. Ein Designer hat sein Atelier in Neukölln aufgelöst und den Denim für ich glaube 8 Euro/Meter fast verschenkt. In der Anzeige gab es auch einen braunen Denim, ich wollte ja eigentlich genau so eine terrakottafarbene Persephone, wie die Hose, die ich anprobiert hatte, aber der Stoff sah in echt dann nicht mehr so aus wie ich es mir vorgestellt hatte.

Endlich kann ich dieses Shirt wieder tragen, es war von Anfang an zu kurz und zu high waist geht es ganz hervorragend!

Ich fand aber diesen mittelblauen Jeans ganz interessant, bestimmt ein Stoff, den ich vor 20 Jahren furchtbar gefunden hätte, unmodisch und absolut undenkbar, eine Hose daraus haben zu wollen, der man „selbstgenäht“ bestimmt sofort ansieht. So ändern sich die Zeiten und der Geschmack. Denn in 2020 kann man ja eigentlich alles als absoluten Trend anziehen. Retro und Vintage ist (jedenfalls in Berlin-Kreuzber) absolut hip und außer dass man in den 70ern vielleicht keine Hochwasserhosen getragen hat, könnte auch diese hier doch ein Erbstück von Mama sein 😉 Hätte ich die Länge so gelassen, wie sie im Schnitt war, wären die Hosenbeine bis zur Schuhsole runter gegangen. Hier musste ich 6 cm abschneiden, um die gewünschte „cropped“ Länge zu erreichen.

Empfohlen wird für den Schnitt sogar richtig fester Köper, Cancas oder Twill – was mir auch ganz gut gefällt. Ich denke auch, dass dies nicht meine einzige Persephone Hose bleiben wird. Mein Denim ist zwar schwer und recht dick, aber trotzdem eher soft und hat nur mäßig viel Stand. Der Schnitt ist für Stoffe ohne Elastan Anteil gedacht. Ich bin überrascht, wie bequem die Hose dennoch ist.

Ich hatte Bedarf an Pullis und Langarmshirts und passend zu dem Denim einen Leinen/Baumwollstrick aus meinem Bestand (Quelle: irgendwann mal vom Maybachufer) ausgewählt für eine „Afra“ (aus der Zeitschrift Fiber Mood). Ich bin nicht so richtig happy mit diesem Oberteil. Der Stoff war schwierig und labberig, ich hab, um ausleihern zu verhindern, Kantenband aufgebügelt. Das bedeutet aber, dass z.B. die Armlöcher nun nicht mehr dehnbar sind und ich finde das Shirt sitzt nicht besonders gut (bei mir), weiß aber nicht, ob es am Schnitt oder Stoff oder Kantenband liegt…? Die Ärmel haben z.B. keinen klassischen Ärmelbogen sondern haben eine vorn wie hinten symmetrische Kurve, obwohl die Armausschnitt Rundungen an Vorder- und Rückteil nicht gleich sind. Die Schulternaht rutscht mir beim Tragen nach hinten (das passiert auch bei anderen Oberteilen, kenn jemand was dagegen?) und der Besatz vom U-Boot Ausschnitt bleibt dann hinten nicht drinnen und krabbelt raus (hab ihn in den Schulternähten befestigt), Hexenstiche hab ich schon ausprobiert, aber die sind nicht unsichtbar zu machen bei dem Material – ich bin kurz davor, nachträglich eine Absteppnaht zu setzen.

Zudem ist der Stoff, der aus der Nähe betrachtet eigentlich echt schön ist (ungefärbt leinengrundig mit kräftig türkis farbigen schmalen Streifen) angezogen leider kein Hingucker. Es wirkt für mich etwas zu Pyjama mäßig. Aber gut, man kann ja immer alles noch aufstylen und im Home-Office greife ich ohnehin nicht so oft zu den „Hingucker“ Outfits. Wozu auch…. ?

Untendrunter muss ich einen Microfaser BH tragen, denn an meinen neuen Bralettes aus Baumwolle (oder auch einem Unterhemd) bleibt der Strick „kleben“ und wirft noch mehr komische Falten um die Brust, als so schon, wegen den merkwürdigen Armlöchern. Naja, man kann nicht immer gewinnen.

Die selbst genähten Bralettes zeige ich euch auch noch am Schluss, es sind die Modelle Romy BH von Made by Romy und Darcey Bra von Evie La Luve. Von beiden ist mein erstes Modell bereits tragbar, bei weiteren Modellen würde ich kleinere Änderungen vornehmen, angepasst auf meinen Körperbau.

Die Schlüppis passend zum Romy BH hab ich letztes Jahr schon genäht und da noch genug Stoff vorhanden ist, nochmal für Nachschub gesorgt.

Beide Wäschesets sind aus Baumwolljersey. Ich bin inzwischen empfindlich und mag keine Polyesterwäsche mehr tragen. Beim Romy BH hab ich für bessere Stabilität ein Powernet Futter verwendet, das komplett innen liegt und nicht and der Haut ist, so wie bei meinem Yoga Sport BH. Der Darcey Bra ist aus Bio-Baumwolle mit 8% Elastan Anteil, der hat einen guten Halt – gedoppelt sowieso, denn hier hab ich kein Powernet verwendet, das eigentlich für die Innenseite empfohlen wurde. Ich hab innen und außen aus dem Jersey genäht. Auch eine Kaufsünde (Reststück Stoff & Stil).

Verlinkt: Du für dich, Creative Lovers

16 Gedanken zu „3/5 for fall“

  1. Da hätte ich fast Deine tolle Culotte verpasst – himmel ist die toll! Der Schnitt sitzt super an Dir und Dein ganzes Styling dazu ist klasse! Bin schon länger am überlegen ob ich es auch mal mit 3/5 versuchen sollte – bleibt die Schuhfrage zu klären…. 3/5 hätte den Vorteil, dass man im heimischen Umfeld keine Pumps tragen muss damit die Hosenbeine richtig fallen und nicht stauchen …
    LG Kuestensocke

  2. Sehr coole Hose, die ich mir auch richtig lang gut vorstellen könnte (ich fremdele für mich immer mit diesen kurzen Versionen, obwohl es mir bei anderen oft sehr gut gefällt). Helle Bluse dazu und die traumschöne dreifarbige Strickjacke sind mein Lieblingsstyling! Und Deine Wäsche ist sehr schön – Respekt, da ziehe ich den Hut und bleibe weiter eine Schlüppi-Käuferin 😉
    Liebe Grüße von Ina

  3. Hallo Kathrin, so jetzt hast du mich auch mit der Persephone infiziert. Sieht sehr toll aus. Richtig top. Ich habe gerade die dawn genäht und will die auch noch in der Version mit weitem Bein. Sollte fast ähnlich aussehen. Definitiv bin ich auch sehr erstaunt wie bequem Jeans ohne Stretch sind. Denkt man nicht, oder? 🙂 Werden nicht meine einzigen bleiben. Übrigens finde ich auch deine ganzen Oberteile sehr toll dazu. Das würde ich gern für meine High-Waist-Hosen adaptieren, denn so gern ich die Jeans high-waist trage, so unsicher bin ich immer bei den Oberteilen. LG Dana

    1. Manche Schnitte sind fast so ansteckend wie ein Virus…. 😉 Die weite Dawn ist sehr ähnlich zur Persephone, bis auf die Rückseite. Bei den Oberteilen Kombis find ich für mich einfach wichtig, dass man die Taille sieht – also kurze Oberteile oder reinstecken oder halb reinstecken…

  4. Liebe Kathrin,

    mein aufrichtiger Neid ist bei dir! Deine Hose sieht handwerklich spitzenklasse aus UND du kannst cropped tragen ohne wie Storch im Salat auszusehen – beides eine hohe Kunst 😉

    Leider weiß ich bei dem Belegproblem auch keinen Rat. Jersey und Belege funktionieren bei mir allerdings auch oft nicht wie sie sollen.

    Würdest du den Schnitt dieser weißen Wickelbluse mit Stehkragen verraten? Die ist mir total ins Auge gefallen! Dafür eine Antwort auf deine Frage an anderer Stelle, nach einer Option, die sich wie Pyjama anfühlt aber nicht so aussieht: die Guise Pants von Papercut! Vorne schnieker Bund aber hinten Gummizug.

    Ich fühl mich jetzt von deiner großartigen Hose motiviert und starte endlich meinen neuen Hosenanlauf.

    Herzliche Grüße,
    Sam

  5. Die Kombination sieht sehr gut aus. Mir gefällt, dass der Schnitt für Stoffe ohne Elasthan gemacht ist, das gibt es nicht mehr so häufig. Beeindruckt bin ich auch von der Unterwäsche – wie schön, sich die Kombination ganz nach eigenen Wünschen nähen zu können.

    1. Stoffe mit Elasthan sind zugegebenermaßen ja auch durchaus bequemer… Und ja, die Wäsche selbst „designen“ zu können ist cool. Es werden sicher noch weitere Sets folgen.

    1. Dankeschön! Die Wäsche stand so lange auf meine To-Do Liste, es ist eigentlich nicht so schwer zu nähen, aber man braucht viele Zubehörteile (die richtigen Gummis vor allem) – und das Gummiband dehnbar aber trotzdem gleichmäßig und schön abzusteppen ist eine kleine Herausforderung. In meinem Kopf (und meiner Stoff- und Zubehörkiste) ist noch Material für mindestens 3-10 weitere Sets. Mal sehen, wann ich die Zeit finde.

  6. Die Hose sieht richtig klasse an dir aus und mir gefällt gerade, dass ein Denim weich fällt.
    Ein Schnitt, der auf Anhieb super passt, macht mich auch immer sehr glücklich und lädt natürlich zur Wiederholung ein.
    Ich mache das manchmal auch, dass ich Kaufkleidung anprobiere, um einen bestimmten Stil an mir zu testen und nähe dann zu Hause etwas ähnliches, : ).
    Witzigerweise habe ich neulich auch so einen hellen Denim gekauft und zu einer Hose vernäht, dessen Farbe ich vor einiger Zeit noch nicht ansprechend gefunden hätte, aber so ändert sich der Geschmack und es wäre ja auch langweilig, sich immer im gleichen Farbschema zu bewegen.
    Daher gefällt mir die helle Farbe deiner Hose richtig gut , kombifreundlich ist sie ja sowieso.
    Mit dem schönen gelben Strickpulli bildet sie ein superschönes Outfit.
    Belege von Shirts, die nicht bleiben wollen, wo sie sollen, werden von mir immer abgesteppt; besser eine saubere Absteppung, als ständiges Gezuppel.
    Herzliche Grüße von Susanne

    1. Mal sehen wie gut der Denim im Trage-Einsatz weg kommt. Ich sehe nach einem Tag schon Beulen am Knie und der Stoff gibt nach. Also vielleicht hätte ich die Hose doch knapper nähen können, damit sie etwas „mitwachsen“ kann oder den empfohlenen festen Stoff nehmen. Nun, Versuch macht kluch….

    1. Ich muss mich korrigieren, Unterwäsche hab ich immer noch – zumindest teilweise gekauft. Das ändert sich jetzt vielleicht, werde aber die Bralettes erstmal noch auf ihre Dauereinsatz-Tauglichkeit testen müssen.

  7. Schöne Outfits, die Hose gefällt mir sehr, so als wenig-Hosen-Trägerin. Den Summershell-Pulli finde ich traumhaft schön. Ich habe im Sommer einige Afra-Shirts genäht, mag den Schnitt sehr, hatte aber, je nach Stoff, auch Probleme mit dem Beleg, so dass ich tatsächlich abgesteppt habe. Wobei ich das mag und sowieso häufig tue.
    Viele Grüße
    Sabine

    1. Ah, gut zu wissen dass das offenbar auch eine Frage der Stoffwahl ist. Bei mir rutscht der Beleg nur hinten raus und vorne nicht, es liegt auch mit daran, dass mir das ganze Top nach hinten rutscht und deshalb dann dort der Ausschnitt nicht mehr anliegt wie er soll sondern Falten wirft. Wie und ob ich das Problem beheben kann weiß ich auch nicht.

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