Sommer Kollektion

Es ist offiziell: ich hab übertrieben. Muss mir keiner sagen, weiß ich. Ich hatte offenbar in den letzten Wochen genug Zeit und Muße, viele meiner spontanen Näh Ideen direkt umzusetzen und nun fühl ich mich ein bißchen wie nach einem Shopping Rausch. Tolle Sachen, keine Frage – aber hätte ich die wirklich alle gebraucht….?

Es kommt ja immer eins zum anderen… hatte ich schonmal erwähnt, was für ein Verhängnis so ein Job im Stoffladen ist? Da kauft man immer wieder ungeplant Stoffe – und muss die natürlich dann auch vernähen und nicht nur lagern. Das hab ich diesmal schonmal geschafft. Von gekauft über gewaschen bis genäht vergingen bei dieser Kollektion (bis auf den puderrosa Leinen) nur wenige Tage.

Kennt ihr Nani Iro? Die japanische Stoffdesignerin, bei der Stoffe eher Kunstwerke sind? Ich bin da schon öfter drum herum geschlichen, aber habe bisher noch keinen ihrer Stoffe vernäht. Die Stoffqualitäten sprechen auch für sich, entweder japanische Double Gauze, Leinen, Leinen-Baumwolle, Seide/Baumwolle, Tencel – das ist alles Spitzenqualität! Die neue Kollektion mit Krickel-Krackel (eigentlich heißt er „Good sign“) hat es mir ziemlich angetan – entschieden hab ich mich für die schwarz-weiße Variante. Vor allem weil ich mich außerdem in den rost (pecan) farbenen Viskose-Leinen verguckt hatte und die Kombi mit diesem Stoff wirklich cool fand.

Der Schnitt für das Top ist meine achte (?) Version von Frau Liah (aka Frida) von Studio Schnittreif. Etwas gekürzt, denn ich hab 90 Grad gedreht zum Fadenlauf zugeschnitten. Die 110 cm Stoffbreite ist nämlich ein bißchen zu wenig für mich. So ist das Top zwar nur 55 cm (minus knappe Nahtzugaben) lang, aber für mich Zwerg passt das schon. Und man braucht nur 75 cm (statt 1,2 m wenn man im Fadenlauf untereinander zuschneiden würde).

Aus dem Viskose-Leinen hab ich ja schon eine Hose in dunkelblau, die trag ich echt gern im Sommer, weil der Stoff so luftig ist. Für die rostfarbene Version hab ich mich für einen ganz simplen Schnitt mit Gummibund und Nahttaschen entschieden (aus einer Ottobre). Einfach bequem und sommerlich.

Nachdem ich puderrosa in mein Farbschema mit aufgenommen habe, finde ich besonders die Kombi rosa/gelb und rosa/rost total schön.

Ja, ich hab mir quasi ein Outfit passend zur Tasche genäht… 😉

Ich war bei meiner Kurzreise nach Österreich übrigens auf dem Webermarkt in Haslach. Das war ein Mutter/Tochter Wochenende (den Papa haben wir auch mitgenommen und noch etwas Programm außerhalb des textilen Spektrums eingebaut). Ich hatte mir ehrlich gesagt vorgestellt, dass es dort tolle Stoffe zu kaufen gibt. Aber das war gar nicht der Fall. Hauptsächlich gab es fertige textile Erzeugnisse zu kaufen, sehr hochwertig und von hoher künstlerischer Qualität (also sauteuer). Für mich also eher ein Inspirationsmarkt, als einer, wo ich mein Geld lassen konnte. Macht ja nix. 😉 Gekauft hab ich tatsächlich nur ein paar Meter Vintage Borten. Von einem Stand, der ungelogen hunderte (oder tausende) Borten aus dem letzten Jahrhundert im Angebot hatte.

Es gab wirklich tolle handmade Kleidung dort – die ich natürlich nicht kaufen will, sondern selber machen. Eine ganz simple Idee hat sich sofort eingebrannt: eine Designerin hatte einfarbige T-Shirts genäht mit einem bunt gemusterten Streifen am Armausschnitt. So einfach, so große Wirkung. So kam es zu einer zweiten Premiere – nicht nur mein ersten Nani Iro Stoff, sondern auch mein erster Liberty London Stoff kam zum Einsatz! Die feine Baumwolle von Liberty (genannt Tana Lawn) hat eine überragende Qualität. Leider sind diese ganzen Muster nichts für mich, selbst wenn sie mir gefallen – das ist zu viel Muster und steht mir einfach nicht. Ich hab mich nun für den Buntesten von allen entschieden – denn die Farben darin passen einfach zu allem.

Der Rostton von meiner Hose zum Beispiel kommt drin vor.

Und: das passt auch zu der altrosa Leinenhose, die ich schon für den letzten MeMadeMittwoch zugeschnitten hatte, aber nicht geschafft hatte zu nähen.

Pluspunkt: man braucht nur 10 cm von dem teuren Stoff! Als Schnitt hab ich „Frances“ von Fibre Mood genutzt. Da ich kein Gummi in die Ärmel eingezogen habe, musste ich die Armausschnitte etwas verkleinern. Dass die Ärmel nun etwas abstehen wie Flügelärmel find ich nicht schlimm. Was ich besonders mag: es ist ein schlichtes weißes T-Shirt, das zu allem passt – und hat doch noch das gewisse Extra.

Es ist inwzischen wirklich so, dass ich bei meiner Nähplanung in Outfits denke und nicht in Einzelteilen. Die beiden T-Shirts sind im Mai und Juni entstanden und die Hose dazu war schon mit angedacht. Der Schnitt ist Frau Ilse von Studio Schnittreif. Die hab ich letzten Sommer schonmal in Zimtbraun genäht.


Ich war mir nicht sicher, ob das echt eine gute Idee ist – keine Ahnung, ob ich jemals eine rosa Hose hatte (also nachdem ich älter als 12 war). Aber das Teil ist ein echtes Kombiwunder. Achtung: das nächste Bild ist nicht ganz ernst gemeint. Es sieht zwar stylish aus, aber ich würde nicht wirklich so rumlaufen, das bin ich nicht…

Lady in Rosa

Ich hab nun eine gute Nachricht für euch: ich habs mal wieder getan und alle meine Outfit-Kombinationen einer „Kollektion“ fotografiert. Es ist ja einerseits toll, wenn die Teile so zueinander passen. Andererseits braucht man bei so vielen Outfit Optionen eigentlich überhaupt nicht mehr so viele Teile, wie ich insgesamt habe… 4 neue Hosen, 7 neue Oberteile – 23 Kombis. Die Überraschung dabei: die rosa Hose.

Ja okay, kann man nix drauf erkennen auf den Briefmarken. Dann klick dich durch den Slider:

Und die „alten“ Teile die dazu passen, möchte ich euch auch nicht vorenthalten. Ich muss mich schon ernsthaft fragen, wie ich bisher ohne rosa Hose klar gekommen bin. 😉

14 Gedanken zu „Sommer Kollektion“

  1. Ich bin total beeindruckt und freue mich mit dir, über deinen näh-flow! Meine Güte, von der Magie hätte ich auch gerne etwas. Zumindest deinen Kleiderschrank würde ich 1:1 übernehmen. Ich bin in zwei Wochen zum Ärzte Konzert in Berlin, ich denke bevor ich zurück fahre, schau ich vielleicht doch nochmal im stoffladen vorbei… ,-)
    Ganz liebe grüße aus HH

    1. Oh wow, ich glaub für den Anfang bin ich mit einer rosa Hose gut ausgestattet. Aber wer weiß, für den Winter taugt sie durch den Leinen Stoff nicht…

  2. Liebe Kathrin,

    eine hammermäßige Sommerkollektion! Du warst mega produktiv in Deinem Näh-Flow.
    Die Idee mit dem bunten Streifen an dem weißen Shirt finde ich so genial einfach und doch so klasse.

    Ein Kleidungsstück schöner als das andere. Wie immer begeistert mich Deine Fotostrecke bzgl. der Kompatibilität Deiner genähten Kleidungsstücke.

    Liebe Grüße,
    Sandra

    1. Das stimmt, das war ein sehr produktiver Monat. Aber gerade die Oberteile waren auch alle so schnell genäht… Ich hab noch Upcycling Projekte in Planung und eine Leinenjeans… Brauchen würde ich allerdings eher nen neuen Bikini. Dafür müsste ich mich mal zum Nähen motivieren…

  3. Jedes Outfit ein Knaller, ich könnte alle sofort anziehen. Mir gefallen immer wieder Deine Farbkombinationen und Ideen, wie der farbige Ärmelabschluss. Freue mich schon auf Deinen nächsten Beitrag.

    1. Vielen Dank! Ich hab zwar gerade das Gefühl, genug genäht zu haben, aber bei meinem vollen Stoffschrank kann ich ja auch nicht einfach damit aufhören Und Ideen habe ich auch noch genug….

  4. Hammer! Deine neuen Teile, deine perfekt zusammenpassende Garderobe und deine Geduld, diese ganzen Kombinationen auch alle durchzufotografieren! Ich glaube, ich brauche jetzt auch eine rosa Hose… und eine rostfarbene!
    Ich glaube, du brauchst jetzt ein neues Hobby.
    Liebe Grüße
    Christiane

    1. Neues Hobby?!? Ich singe doch schon und gärtner, mach Yoga, fotografiere… stricke, koche, backe Brot und hab das Häkeln wieder angefangen.
      Aber sollte das mit dem neuen Job klappen, werde ich wahrscheinlich in Zukunft gar nicht mehr soo viel Nähzeit haben…

  5. Eine rosa Hose ist definitiv nicht nur Mädchen vorbehalten, die noch mit pinkfarbenen Plastik-Ponys spielen, sondern – wie du auch inzwischen festgestellt hast – ein vielseitig verwendbares Kleidungsstück. Mir gefällt tatsächlich die Kombi mit dem rosa Top am besten!!! Es müssen ja nicht unbedingt die knallig-gelben Accessoires sein – mir gefällt z.B. Grau immer gut zu Rosa. Und Weiß. Und Naturfarben …

    Insgesamt mag ich deinen Ansatz, in Outfits zu denken und nicht nur das einzelne Teil zu sehen. Man hat einfach mehr davon.

    1. Die Kombinierbarkeit der rosa Hose hat mich tatsächlich sehr überrascht, aber dadurch werde ich die Hose auch sicher häufiger tragen. So bekommen ja auch „alte“ Oberteile neue Looks.

  6. Oh! Wie! Toll!
    Ganz großartig was du alles gezaubert hast! Schonmal drüber nachgedacht dich mindestens 3x täglich umzuziehen um all die tollen Outfits auch ausreichend tragen zu können….? 😀
    Besonders deine Idee mit dem Musterstreifen am Shirt und die bunten Flügel an dem blauen Shirt finde ich klasse! Ich verliebe mich auch ständig in solch tolle Musterstoffe aber weiß leider auch, dass mir ein ganzes Shirt oder sogar Kleid (was ich an anderen Leuten toll finde!) selbst leider so gar nicht steht… also eine tolle Idee von dir, die ich nachahmen sollte
    Ach und das Nani Iro Shirt ist auch der Hammer!!
    Liebe Grüße und danke für all deine immer wieder tollen Beiträge beim MMM! Ich lese sooo gerne hier auf deinem Blog!
    Jule

    1. Endlich mal ein guter Vorschlag wie das mit den vielen Klamotten weitergehen soll- 3x täglich umziehen! Danke
      Mir geht es auch so, dass ich oll over Muster an anderen oft so toll finde, aber an mir selbst mag ich es nicht.

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