Indian Summer

In fester Erwartung eines tollen Spätsommers, nachdem man lange erfolglos auf den Hochsommer gewartet hat, habe ich im August noch einige sommerliche Teile genäht.

Hier das erste, ein Blusentop aus Jersey, mit einem für mich ungewöhnlichen floralen Muster. Es ist das einzige seiner Art in meinem Kleiderschrank, aber fügt sich trotzdem ganz gut ein! Ich kam mir erstmal etwas fremd vor in dem Teil, aber es wurde von meinem Umfeld positiv bemerkt und gelobt, das hat das dran gewöhnen etwas erleichtert. Ich habe einen Schnitt gesucht, der das Muster möglichst nicht unterbricht, aber trotzdem noch etwas Besonderes hat. Ich habe mich für „Frances“ von Fibre Mood (ein Freebook) entschieden. Der ist eigentlich für Webware (ich hab schon eine Version aus Musselin), aber wie man sieht – auch aus Jersey problemlos nähbar. Besonders hübsch an dem Schnitt sind die mit Gummiband gerafften kurzen Ärmel und der etwas tiefere Rückenausschnitt. Der Blumenstoff ist mir bei der Arbeit über den Weg gelaufen, ebenso die Stoffe der anderen beiden Oberteile.

Nummer zwei, das Colorblock Blusentop, kommt euch vielleicht bekannt vor. Das liegt daran dass ich so ein ähnliches bereits aus Jersey hatte. Das ist aber nun endgültig durchgetragen und hinüber. In der Restekiste des Stoffladens fristeten Reste in mehreren Farben von einem feinen Tencel/Leinen Twill ihr trauriges Dasein, jeder Rest aber nur zwischen 25 und 35 cm… zu wenig um noch was daraus zu nähen – es sei denn, man fügt sie zusammen! Die Farben harmonieren so schön, zum Glück kam mir irgendwann die Idee, mein altes Tshirt mit einer feineren Version 2.0 zu ersetzen. Schnittmuster: Frau Frida, die inzwischen zu Frau Liah umgetauft wurde. Meine 6. Version.

Und Nummer drei: kein Sommer ohne Streifen!


Das Ringelshirt hatte ich eigentlich auch schon im Juni genäht, aber ich habs hier noch gar nicht gezeigt. Mir hat die Farbkombi cognac/offwhite total gut gefallen, das ist mal was anderes. (im Stofflager hätte es natürlich noch Streifen gegeben, hellblau-weiß, navy-weiß, schwarz-weiß in 3 Varianten, blau-grau…). Auch dieses Shirt könnte euch bekannt vorkommen, ich habe auch hier wieder einen bewährten Schnitt verwendet. Die gute alte Odette aus der La Maison Victor.

In die Colorblock Bluse bin ich verliebt, das Teil find ich einfach toll! Ein farblich passender Leinen vom Stoffmarkt am Ufer war vor Kurzem in den Fundus gewandert und nachdem das Top fertig war, musste ich sofort die Hose dazu nähen für das perfekte Indian Summer Outfit.

Und hier kann ich endlich was neues berichten – die Hose ist ein neues Schnittmuster, nämlich eine Frau Ilse von Studio Schnittreif. Ja, sie ist ähnlich zu meinen beiden letzten Hosen namens Bertha. Aber doch etwas anders – sie hat Eingriffstaschen vorne und etwas schmaler und kürzer geschnittene Beine. Ich hatte überlegt, ob ich den Schnitt einfach selbst anpassen/adaptieren sollte, da mir ja Bertha so gut passt…. aber ich habs riskiert und hatte auch hier Glück: Frau Ilse in Größe M saß auf Anhieb. Ohne Änderungen.

Mix & Match Summer Capsule

Ich mag die Farbe sehr, aber hatte bisher noch keine Hose in einem solchen Ton – da musste ich erstmal experimentieren, was gut damit zu kombinieren ist.
Zu meiner Überraschung: gelb!

Aber auch die beiden anderen neuen Shirts. Und das fast neue Shirt vom Juli.

Apropos Juli: ich schulde euch noch Fotos von meinem gelben Rock mit Outfit Varianten. Bitteschön:


Und wo ich schonmal dabei bin, hier noch ein paar letzte Mix & Match Fotos aus meiner diesjährigen Sommer Capsule Wardrobe, bestehend aus: 3 T-Shirts, 3 Blusen, 2 Hosen, 2 Röcken.

Ich freu mich, dieses mal pünktlich genug einen Blogartikel verfasst zu haben, um am MeMadeMittwoch teilzunehmen und bin gespannt, was die anderen Damen im August genäht haben – auch optimistisch weiter Sommerkleidung oder etwas vorausschauender was herbstliches oder gar Regensachen…? Einen Regenponcho hatte ich letzten Herbst bereits zugeschnitten und nicht mehr genäht, weil es schon zu kalt dafür wurde. Ich vermute, ich schaffe das auch dieses Jahr wieder nicht rechtzeitig. Aber wenn ich ihn trotzdem nähe, hätte ich zumindest nächstes Jahr nicht nochmal dasselbe Dilemma. Wie motiviert ihr Euch – antizyklisch – zu aufwändigen Projekten?

P.S.: ich weiß, es stiehlt meinen Klamotten die Show, aber hier trotzdem noch ganz kurz das Geburtstagsgeschenk für meine Nichte, die nun schon ein Kindergartenkind ist.

Schnittmuster für einen ganzen Zoo solcher niedlichen Kinderrucksäcke hab ich auf Etsy bei IrunToys gefunden.

19 Gedanken zu „Indian Summer“

  1. Wow, das ist hier mal wieder eine schöne Modenschau. Ich mag ganz besonders gerne das Colorblock-Blusenshirt. Ich glaub ich wäre nie auf die Idee gekommen so kurze Reststücke zu kaufen. Du zeigst, dass man nur die richtige Idee und nicht mal komplizierte Schnitte haben muss. Und die Hose ist wirklich sehr passend. Ich bin begeistert 🙂
    Liebe Grüße
    Jenny

  2. Du zeigst uns immer so ein Outfitfeuerwerk, großartig!
    Antizyklisch kann ich gar nicht. Das hatte in diesem Sommer, der nach meinem Gefühl kein richtiger war, aber auch Vorteile. Ich hatte nicht das Gefühl, was Neues zu brauchen. Bitte behalte die Freude am Präsentieren, ich schau es mir einfach zu gerne an. Lieben Gruß von Andrea

  3. Bei dir gibt es immer so viel schönes zu schauen! Alle Blusen sind wunderbar, aber die Colorblocking Variante ist wirklich richtig gut geworden, da hat sich das zusammenstückeln gelohnt, die Farben sind so schön! Und wie herrlich, dass das Hosenprojekt auf Anhieb geglückt ist, das macht doch erst recht Freude. Ich nähe oft antizyklisch (stricken ist noch schlimmer…) und genau der Gedanke hält mich am Ball: dass ich das Stück ja nicht nur für eine Saison herstellen, sondern für ganz viele. Und tatsächlich freue ich mich dann oft auch sehr, wenn ich zb nach dem Sommer sie noch nie getragene Jacke aus dem Schrank holen kann. Liebe Grüße!

    1. Da sagst du was, mein tolles Strickprojekt aus Leinen wird nämlich auch nicht mehr saisongerecht fertig. Ich war schon kurz davor, was neues anzuschlagen. Aber eigentlich hast du ja total Recht.

  4. Hach ich freue mich immer auf Deine Post, da gibt es immer gleich soviele Varianten, eine schöner als die andere. Großartig Deine Kollektion an Oberteilen zur Hose. Wunderbar steht Dir die Farbe!!! LG Kuestensocke

    1. Dankeschön! Ich hab mich auch gefreut, dass mal eine neue Farbe den Weg in meinen Schrank gefunden hat. Das gibt gleich neue Looks – auch mit den alten Oberteilen.

  5. Heyho, du bist dabei! Fein! Und wieder mit so schönen Outfits!!! Wahnsinn immer wieder dein Fotoaufwand und die umzieherei… Ich bin schon erschöpft, wenn ich mich zwei mal ungezogen habe! Die Hose ist toll toll toll! Ich schaue mir den Schnitt auch noch an, zur not für nächsten Sommer… Ganz liebe Grüße, Sarah

    1. Tja, das ist nicht so ganz von der Hand zu weisen. Dass sich Colorblocking so gut mit meinem Anspruch an Nachhaltigkeit und Zero-Waste vereinbaren lässt, ist ein Glück. War auch bestimmt nicht das letzte Projekt.

  6. Gut, dass ich mich nicht entscheiden muss, jedes Teil ist ausgesprochen toll… das Colourblocking Shirt ist mal wieder ein Zeichen Deiner enormen Kreativität und doch mein Favorit.

    LG
    Sandra

    1. Für mich wird es tatsächlich immer schwerer, mich für ein Outfit morgens zu entscheiden… zu viele schöne Optionen. Danach gemessen sollte ich nun erstmal nichts mehr nähen. Aber für den Herbst/Winter findet sich bestimmt noch eine Lücke im Schrank. Hoffentlich 😉

  7. Das Patchwork-Shirt ist mein Favorit-so schön, auch wenn die anderen Shirts natürlich auch sehr hübsch sind.
    Und die neue Hose finde ich auch klasse; tolle Farbe und sehr erfreulich, dass das Schnittmuster auf anhieb gut gepasst hat.
    Bin gespannt, ob mein Kommentar heute durchgeht; ist, wenn ich bei dir kommentiere, nicht immer der Fall.
    LG von Susanne

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.