Wohlfühlkleid aus Jeans-Sweat

Mein heutiges Outfit aus Jeans-Sweat habe ich letzten Herbst genäht, es begleitet mich also schon durch den Winter. Da ich es heute trage, hab ich die Gelegenheit genutzt und schnell Fotos gemacht (zum ersten mal draußen!) um es auf dem Blog zu zeigen und beim Me Made Mittwoch.

Erstmal ein Hoch auf Erfindung des Jeans-Sweats, denn: Hosen, Kleider, Jacken – alles wird so viel bequemer im Kuschelstoff!
Meinen Sweat hatte ich von der Creativa mitgebracht und dass es ein Kleid werden sollte, war von Anfang an geplant. Da ich ja nicht mehr shoppen gehe, lasse ich mich immer online inspirieren und sammle Fotos für ein Moodboard wie dieses: 

Das Modell, für welches ich mich entschieden habe (Mitte), ist von Boden. Deren Stil gefällt mir ganz gut, schlicht und trotzdem schick.

Den Schnitt für das Kleid habe ich mir selbst gebaut, ein verlängerter Raglan Pullover mit Gummizug und Taschen in der Seitennaht. Eine kleine Brusttasche habe ich noch aufgesetzt und die Kordel weggelassen, das ist für mich irgendwie zu sportlich. Da trage ich lieber auch mal einen Gürtel dazu.

Leider ist der Halsausschnitt etwas zu weit geworden. Ich mag zwar U-Boot Ausschnitte, aber wenn das Kleid von der Schulter rutscht, wirft es komische Falten, vielleicht auch, weil der Stoff ein bißchen zu dick ist. 

Trotzdem – ein Kleid, das fast zu allen Gelegenheiten tragbar ist – sehr bequem aber trotzdem kein Schlabberlook. 

 

Hallo Frühling – Blusenshirt

Es wird grün! Endlich kommt wieder Farbe in die Welt und in den Kleiderschrank. Die Weihnachtskilos sind auch endlich weg (yeah!) und ich stell mich wieder freiwillig für Ganzkörperfotos vor die Kamera. 

Am nächsten Wochenende bin ich auf einer Hochzeit eingeladen. Es gibt zwar keinen Dresscode, aber wer geht schon ohne Chic auf eine Hochzeit? Die Einladung besagte, Hauptsache partytauglich. Trotz Frühlingsgefühlen ist es aber noch etwas frisch für die ärmellosen Kleidchen, die ich so im Schrank habe (es wird ja sonst fast immer im Sommer geheiratet). Kleid mit Jäckchen drüber ginge vielleicht, aber ich hab keine schicken Jäckchen, nur Cardigans und Sweatblazer.
Oder Rock mit Bluse? Das ist überhaupt die bessere Idee, denn so kann ich endlich mal einen der vielen Blusenstoffe verarbeiten, die bei mir lagern. 

Meine Wahl fiel auf eine frühlingshafte Viskose in einem schwer beschreibbaren Grünton mit unzähligen weißen Miniblümchen drauf.
Der ist vom Stoffmarkt Maybachufer, es gab ihn letzten Herbst dort und weil er einfach so schön ist, durfte er bei mir überwintern. 

Einen grünen Rock habe ich bereits, auch handmade, im sixties Look.
Ich hab ihn schon etwas länger und der Schnitt war glaube ich selbst zusammengebastelt.

Farblich passt das zusammen, jetzt lautet die Aufgabe, einen Schnitt für die Bluse zu finden, die vom Stil auch funktioniert. 
Wie es der Zufall so will, landete letzte Woche die aktuelle Ausgabe der Handmade Kultur in meinem Briefkasten – mit einem sehr hübschen Blusenshirt Schnittmuster. 

Es gibt eine Kurzarm- und eine Langarmvariante. Beim Zuschneiden musste ich feststellen, dass ich zu wenig Stoff hatte, so wurde es bei mir ein 3/4 Arm. Ich hätte die Ärmel ohnehin total kürzen müssen, ebenso hab ich die ganze Bluse um fast 20 Zentimeter gekürzt – ich hab keine Ahnung für welche Riesen dieser Schnitt angelegt wurde… 

Die Anleitung in der Handmade Kultur war recht knapp gefasst, aber ich fand dort einen Hinweis auf ein Anleitungsvideo. What? Anleitungsvideo – wie cool ist das denn? Ich gestehe, ich habs nicht komplett angeschaut, aber für den kniffligen Teil am Ausschnitt – Falten, Beleg und Schlitz mit Schlaufenverschluss – war es doch sehr hilfreich. Tolle Idee jedenfalls. Und ich hab gerade das Abo gekündigt, weil mir die Schnitte nie so besonders gefallen haben und sowieso meistens zum Download auf der Website zu finden sind. Tja.

So – hier stelle ich euch nun meine fertige Bluse vor, ich find sie zauberhaft.

Und hier nun der komplette Retro Look im Sixties Style mit Riemchen Pumps. Mir gefällt es gut – okay, es ist nicht festlich, aber partytauglich. Ich könnte mir gut auch einen ganz schlichten Glockenrock dazu vorstellen, aber zum Rock nähen hab ich nun keine Zeit mehr. 

Auf alle Fälle ist es auch alltagstaugliches Outfit – die schicken High Heels getauscht gegen Stiefel, dazu noch bunte Strumpfhosen – das wär auch ganz mein Ding.

Zur schwarzen Skinny Jeans ist die Bluse auch ein toller Hingucker – bei den letzten Fotos kann man noch sehen, dass ich unten einen breiten Gummi eingezogen habe für eine Art Bund. 

Jetzt bin ich nur noch gespannt, was die Damen vom MMMittwoch zu meinem Outfit sagen.

Tschüss Winter Loopschal

Juhuu, nur noch 4 Tage bis zum Frühlingsanfang! Den Frühling kann ich kaum abwarten, im Garten sprießen schon Schneeglöckchen und Narzissen und im Wohnzimmer räkeln sich die ersten Tulpen. 

Gerade noch rechtzeitig vor dem Frühlingsanfang ist mein Winter Strickprojekt fertig geworden. Und naja, noch weht der Wind kalt genug durch Berlin, um ihn tragen zu können. 

Bei meiner Suche nach Inspiration und Strickmustern war ich bei diesem Pinterest
Fund hängengeblieben. Superschön – aber kein Muster, keine Anleitung, nur ein Produktfoto und Ausschnitt, mit dem man sich ein bißchen zurechtfinden kann. Ich hab mir also selbst eine Strickschrift erstellt und zwar – kein Witz – mit Excel. Geht super. Und sieht dann so aus: 

Jetzt wo ich meine Fotos so neben der Inpirationsquelle sehe – das glaubt mir wahrscheinlich keiner, dass ich den Schal nicht online bestellt habe (kostet ja auch nur lächerliche 16 Dollar), sondern selbst gestrickt. Ist aber so. Die Wolle heißt übrigens Universa von Schachenmayr und ist angenehm warm und kuschelig.

Heute sage ich mehr mit Bildern als Worten. 

Und verlinke mich noch beim RUMS der Woche. 

Praktisch schön – Laptop Reisetasche

Als Freiberuflerin verreise ich selten ohne mein Laptop. In meinem kleinen Reiseköfferchen findet er aber leider keinen Platz und daher muss ich ihn in einer Tasche umhängen. Zusätzlich zur anderen Umhängetasche, in der dann Reiseproviant und Lektüre, Geldbörse, Schlüssel und wasmansobraucht drin ist. Also über jede Schulter schräg ne Tasche und dann noch den Koffer – klingt nach Packesel und fühlt sich auch so an. Meine Idee: eine Laptoptasche nähen, die man auch alternativ als Rucksack tragen kann! Und weil ein Laptop so sensibel ist, vielleicht eine Lösung, bei der die Wasserflasche und die Tupperbox nicht so auslaufen können, dass er Schaden nimmt? 
Ein Rucksack ist auch praktisch, wenn ich in der Stadt mit dem Fahrrad unterwegs bin und das Notebook dabei haben möchte.

Hier mein Entwurf:

  1. eine gepolsterte Tasche aus Kunstleder für das Laptop mit D-Ringen oben und unten für Taschen- und Rucksackversion.
  2. PLUS – eine standard Baumwolltragetasche, umgearbeitet um sie im Rucksack mit einzuhängen (oder sogar einzeln als Rucksack benutzt werden kann). Ich hab einen Reißverschluss eingenäht und ebenfalls D-Ringe.
  3. PLUS eine Taschenklappe aus festem Wollfilz. Man kann sie – einzeln – auch als Sitzkissen verwenden, wenn man z.B. im Park sitzen und arbeiten möchte. Sie wird mit 2 Druckknöpfen befestigt und zusätzlichem Klettband Streifen auf den Taschen. Der Filz haftet von alleine am Klett, deshalb haben die Klappen keinen Klettstreifen. 

    Dazu ein Tragegurt aus Ripsband, verstellbar, mit Karabinern zum Einhängen an der Tasche.

Mir fallen Entscheidungen oft schwer – z.B. welche Farbe für die Klappe: türkis ist toll! Aber so knallig, wenn ich mal zum Kunden fahre… lieber anthrazit? Achwas, ich mach einfach beides. Die Baumwollbeutel sollten ja schon auch farblich passen, also auch zwei. Sieht helles oder dunkles Gurtband besser aus? Puh, beides. Na dann, zwei verschiedene Gurte schaden ja auch nicht. 

Hier ist sie nun: meine Taschenparade der vielen Möglichkeiten. 

Mit türkisfarbener Klappe und Beutel, heller Tragegurt
Mit grauer Klappe und Beutel, schwarzer Tragegurt
Gemixt: grauer Beutel, türkise Klappe

Und als Taschenversion:

   

Und ohne Laptop – nur der Beutel:

   

Ich nutze die Tasche jetzt eine Weile und sie hat Verbesserungspotential, was die Befestigungen und Verbindungen angeht. Aber meine Zwecke werden erfüllt, ich hab freie Arme beim Reisen und auf dem Rücken getragen ist alles ein bißchen leichter!  

Ich zeig sie beim heutigen RUMS

Vintage Karneval – Burda Fasching 1956

Meine Studienzeit in Köln liegt lange zurück, aber der Karneval…. hier in Berlin kann sich das keiner vorstellen. Will auch keiner. Was total schade ist, denn Verkleiden macht so viel Spaß! Ich kann mich an fast alle meine Kinderfaschingskostüme noch erinnern, jedes Jahr brauchte ich ein neues und anderes Kostüm: Pipi Langstrumpf, Ballerina im Tütü, Minnie Mouse, Frau Antje aus Holland, Zigeunerin – meine Mutter durfte sich da immer an der Nähmaschine austoben. Mein Bruder ging jedes Jahr als Clown. Außer einmal, als ich Indianerin war, da war er der Häuptling! 😀 

Ich muss zugeben, das ist lange her. Sehr lange. So 80er Jahre lange. Ich bin also alt genug, um für Retro und Vintage zu schwärmen und deshalb hab ich auch eine Vorliebe für Flohmärkte und vergangenes, aber schönes Design. Ich sammle alte Schnittmusterhefte auf Flohmärkten im In- und Ausland, bevorzugt 50er, 60er bis Mitte 70er Jahre, also noch älter als ich. Auf meinem kleinen Kreuzberger Trödel am Ende der Straße hab ich eine ganz besondere Rarität gefunden: ein Burda Faschingsheft von 1956! Das ist so unfassbar schön wie gleichzeitig absurd und deshalb zeig ich euch jetzt meine Favoriten daraus.
 
Der Liebestrank. Nun, wer möchte ihn nicht probieren? Aber Vorsicht! Originell und bestimmt äußerst begehrt ist diese Medizin-Flasche
Ad Acta:
In dieser Form werden selbst die nüchternsten Akten interessant. Der Rücken des Ordners bildet das Vorderteil des Kostüms. Rückwärts schauen die Akten vorwitzig als Falten heraus.
Mauerblümchen: Ein flottes jugendliches Kostüm. Einem ärmellosen geraden Hemd sind die einzelnen Mauersteine aufgemalt, den Kopf ziert eine große Blüte

Marsbewohner: Etwas unheimlich schaut dieser Fremde aus, doch ist er höchst aktuell. 
Flotter Oskar: Die Längs- und Querstreifenmusterung seiner Hose sagen genug aus über den lustigen jungen Mann. 

Kammerkätzchen: Fröhlich schwingt unser Kammerzöfchen den Staubwedel, denn es kennt noch nicht die echten Sorgen ihres Berufsstandes.
Saaltochter: Von so reizender Hand bedient, kann nichts mehr schiefgehen.    

Verkehrsschreck: Achtung, Augen auf im Straßenverkehr! 
Grashüpfer: Im bunten Faschingstreiben wird sich der unternehmungslustige Grashüpfer recht wohl fühlen. Keck ist das Mützchen mit Fühlern und Pompon.
Gardine: „Vorhang zurück“ möchte man beim Anblick dieser jungen Dame sagen, und schon beginnt das Spiel für eine lustige Faschingsnacht. 

Hasenherz: Unserem Häschen ist vor lauter Aufregung das Herz verrutscht.
Spintisierer:
Ein seltsamer Vogel scheint dieser Herr zu sein. 
Foto-Amateur: Was kostet die Welt, meint der Mann mit der Kamera. Um den Hals zwei Ketten mit Filmspulen und Filmschachteln, dazu eine freche Mütze und auch der Fotoapparat darf natürlich nicht fehlen.  
Nelke: Zart und duftig ist dieses Blumenkind. 
Veilchen: Nicht ganz so bescheiden wie es im Vers lautet, ist unser Veilchen. Das sanfte Grün der Blätter ist zu einem glockigen Prinzeßrock verarbeitet, an den sich eine violette Corsage anschließt.

Der Wahnsinn, oder? Ich bin total fasziniert, frage mich, ob ich lieber als Mauerblümchen oder Gardine gehen möchte oder mich mal als Foto-Amateur tarne. Und was wohl ein Spintisierer ist? Ein tolles Wort. 
Mein Top Favorit für mich selbst wäre aber das Leitz-Ordner Kleid. Einfach großartig das Design. 

Eine große Freude für den Freutag

Blouson schwarzweißwild

Heute zeige ich euch meinen Blouson, den ich letzten Spätsommer genäht habe. Blousons waren im Sommer 2016 ja überall zu sehen, oft bunt mit Blümchenmuster und in dünnen Stoffen, mehr Bluse als Jacke. Ich bin nicht so der Blümchentyp, aber so einen leichten Blusen-Blouson wollte ich haben. Also habe ich in meinen Stoffkoffern gewühlt und eine Viskose rausgefischt, die von der Qualität her das war, wonach ich gesucht hatte. Allerdings das Muster – da war ich nicht so sicher, ob das geht. Nunja, aber neuen Stoff kaufen, wenn man bereits geschätzte dreihundertzweiundneunzig Meter gelagert hat…? Die Entscheidung fiel für Machen und dann mal schauen, ob es tragbar ist.

Der Schnitt von diesem Raglan Sweatshirt wiederum ist eine Kopie von einem gekauften Pulli.
Ich hab mich für eine typische College Jacken Version entschieden, bei der das Bündchen unten nicht ganz umlaufend ist.

Komisch, ich war mir so sicher, dass ich irgendwo ein Blouson Schnittmuster haben müsste, hab meine Burda/Maison Victor/Handmade Kultur Zeitungen gewälzt – nix. Aber so ein Blouson hat ja auch eigentlich eine super simple Konstruktion – ich hab dann kurzerhand den Schnitt von einem bereits erprobt genähten Raglan Sweatshirt genommen. Vorderteil wurde nicht im Stoffbruch zugeschnitten und hat einen Beleg bekommen. Reißverschluss dran, Bündchen und fertig. 

Muster haben so ihre Tücken, schon beim Zuschneiden muss man die Symmetrie beachten und dann passieren beim Nähen komische Dinge und die Linien stoßen auf einmal gar nicht mehr aufeinander. Trotz richtigem Zuschnitt und Stecknadeln. Dann ist das halt so.

Ja, ist ganz schön wild. Aber auch ein bißchen cool. Oder?
Ich finde, man kann ihn sogar mit der gemusterten Hose kombinieren. 

        

Ich hab direkt im Anschluss einen weiteren Blouson zugeschnitten, den ich leider nicht mehr fertig bekommen habe bevors zu kalt dafür wurde – der kommt jetzt im Frühling, seid gespannt. 
Übrigens hatten alle! drei! oben genannten Zeitschriften in der darauf folgenden Ausgabe ein Blouson Schnittmuster. Pah. Wer braucht denn sowas? 😉

Jetzt beeil ich mich noch schnell zum RUMS , die Damen dort sind immer so ausgeschlafen, dass um 7 Uhr morgens schon über 100 Beiträge gelistet sind! WTF – und ich war noch gar nicht erst schlafen. Gute Nacht allerseits.

Dasselbe in gelb

Nur noch wenige einzelne Kleidungsstücke, die nicht second hand oder selbstgenäht sind, finden den Weg in meinen Schrank. Unterwäsche und Strümpfe, klar, Funktionskleidung auch. Und Fair Fashion. Eins meiner Lieblingsteile habe ich letztes Jahr auf der Creativa in Dortmund gekauft. Von einem kleinen österreichischen Label für nachhaltige Mode – ZERUM

Ein Batwing Top aus superweicher Biobaumwolle, mit kleinen weißen Dreiecken bedruckt. I love it.

Und weil ich es so mag und so oft anziehe, lag der Gedanke nahe, dass ich mir das Shirt als Vorlage nehme und eine Kopie davon nähe. Ein easy-peasy Schnitt aus nur drei Schnitteilen. Aber ich wollte natürlich auch so einen Print darauf haben, der nur auf der Vorderseite ist und nicht auf den (angeschnittenen) Ärmeln.
Also selbst bedrucken!
Es sollten nicht nochmal Dreiecke sein, aber ein anderes Muster war schnell gefunden. Als Inspiration diente mir Cathrine Holm, eine norwegische Designerin, deren Motiv aus den 60er Jahren normalerweise Küchenutensilien ziert. Auf meinem Shirt stehen die auf dem Kopf und sehen aus wie Tropfen.

Inspirationsquelle: cathrineholm
Mein Entwurf

Am einfachsten wäre es gewesen, einen Stempel für das Motiv zu haben, hatte ich aber nicht. Ich weiß zwar, dass mein Hobbyplotter sowas machen kann, dafür benötigt man aber zusätzliches Material, das ich natürlich auch nicht hatte. Aber eine Freezerpaper Schablone sollte es auch tun. 

Schablone aus Freezerpaper mit dem Hobbyplotter (Silhouette Cameo) geschnitten

 

Fertig bedrucktes Shirt, die deckene Textilfarbe wurde mit einem kleinen Schwammpinsel aufgetupft

OK – es gibt schnellere Methoden ein Shirt herzustellen, aber dafür hab ich jetzt ein wahrhaftiges Unikat.

 

Und hiermit geht´s heute zu MMM

Nicht so einfach gestrickt

Oma strickt nicht mehr. Hat sie gesagt. Und nun? Strickmützen, Schals und Stulpen selber machen? Wieso eigentlich nicht. Mein letztes Strickprojekt liegt ja auch nur gut 18 Jahre zurück (ich glaube irgendwas für mein Patenkind, als er ein Baby war).
Im Vergleich zum Nähen zieht bei mir das Stricken einfach deshalb den Kürzeren, weil es so unendlich lange dauert. Und ich sitze abends fast immer am Rechner und hab die Hände nicht frei. Aber gut – im Urlaub könnte ich das vielleicht nochmal probieren. Gesagt, getan. Im März 2016 in Andalusien war also das Strickzeug mit auf Reisen. Was ich ja total ärgerlich finde – man darf es nicht mit in den Flieger nehmen, obwohl es genau da doch der perfekte Zeitvertreib wäre! Aber nein, Stricknadeln sind mindestens so gefährlich wie Haarshampoo. (Oder Imkerhonig – der mir wirklich mal aus dem Handgepäck konfisziert wurde, ein versiegeltes Glas).

Stricken verlernt man zum Glück nicht, also sollte es natürlich auch kein einfach gestricktes Anfängermodell werden. Ein 2-farbiges Muster musste es schon sein. Damit man dann ja auch mindestens doppelt so lange braucht beim Stricken. Herringbone (Fischgrat) und Houndstooth (Hahnentritt) habe ich mir ausgesucht, in vielleicht ein bißchen ungewöhnlichen Farben. 

Die Mütze wurde in Andalusien zu 70% fertig und den Rest schaffte ich auf einer Bahnreise nach Hessen. In der Bahn sind Stricknadeln glücklicherweise kein Gefährdungsgegenstand. Seit kurzem gibt es sogar ein neues Zugunternehmen (Konkurrenz zur DB), in dem es ein eigenes Strickabteil gibt! Kurz vor Weihnachten bin ich dort mitgefahren und habe die Pulswärmer fertig gestrickt, die ich im Herbsturlaub auf Mallorca angefangen hatte. Im Zugabteil saß noch eine Dame, die Strümpfe strickte, eine die ihr Häkelzeug nach einem Nickerchen in Angriff nehmen wollte und 3 Personen, die gar nicht wussten, dass sie einen Platz im Strick- und Häkelabteil gebucht hatten.
Immerhin – eine Mütze und ein paar Pulswärmer in nur 9 Monaten fertig bekommen! Das nenne ich Slow Fashion. 

Gezeigt beim RUMS

Restekiste Projekt: Loop-Schal

Stoffreste hebe ich ja grundsätzlich auf. Alles, was größer ist als eine Visitenkarte, kann man noch gebrauchen und kommt in die Restekiste. Davon habe ich inzwischen drei. Also, wo sind die brauchbaren Lösungen, die kleinen Stoffstücke noch sinnvoll zu verarbeiten? Achja stimmt – dafür wurde das Patchwork erfunden! Und ich hab sogar mal einen Patchwork Kurs an der VHS gemacht – im letzten Jahrhundert/tausend. Seitdem weiß ich übrigens, wie unbedingt man dafür einen Rollschneider, ein Schneidelineal und eine Schneidematte braucht. 
Es war klar, eine Decke soll’s nicht werden – ist zu aufwändig . Kann man eigentlich auch Kleidung patchworken? Warum nicht? Ich hätte da ein paar Ideen, sowas hier? Kann man das anziehen?

Ich hab mich entschieden, erstmal einfach anzufangen, mit einem Loop-Schal. Dafür habe ich sechs verschiedene Jerseyreste aus der Kiste geholt, in blau/grün/braun Tönen. 24 Dreiecke hab ich zugeschnitten und zu einem Loop zusammengepuzzelt. Damit der Schal warm hält und Stand hat (damit man das Muster auch sehen kann), ist er innen mit Fleece verstärkt und die Innenseite ist aus einem leichten Baumwoll-Webstoff.

Das ist ein Projekt aus meinem Kleiderschrank – es ist schon ein bißchen her, dass ich ihn genäht habe. Er wird viel getragen und peppt schlichte Outfits auf. 

Und das Patchwork-Kleid steht noch immer auf der To-Sew-Liste…

Zu sehen bei: RUMS

 

Jogginghosentag

Ja, den gibt es. Und sogar international! Er wird immer am 21. Januar gefeiert. Wie es dazu kam, ist hier nachzulesen.

In Berlin ist die Jogginghose ohnehin schon seit einiger Zeit ein vollwertiges, ausgehfähiges Kleidungsstück. Und ich muss mal sagen, es gibt auch gute Gründe dafür. Selbst Karl Lagerfeld, der mal der Meinung war „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“ hat inzwischen eine eigene Kollektion für Chanel kreiert. 

Bildquelle: Die Bunte/Getty Images

Meine selbstgenähte Jogginghose ist schon ungefähr ein Jahr alt, aber da gab es den Blog ja noch nicht. Meine Lieblingszeitschrift La Maison Victor hatte in der Ausgabe 4/2015 ein so stylisches Modell, das ich genau so haben wollte. 

Hose „MIRA“, La Maison Victor, Ausgabe 04/2015

Den perfekten Stoff hab ich bei Stoff und Stil in Berlin gefunden. 

Die Kombination mit den High Heels sieht total super aus, allerdings hab ich das so noch nie getragen. Irgendwie würde das auch den Bequemlichkeitsfaktor der Jogginghose komplett zunichte machen. 

Ich hab am Schnitt überhaupt keine Änderungen vorgenommen, außer dass ich unten kein Bündchen angenäht habe, sondern einen einfach Saum. Der Taillenbund ist bei mir ein schwarzes Baumwollbündchen, der war im Original aus elastischem Lederimitat – finde ich super, aber ich hatte nur unelastisches und damit ging es nicht. Aber die Paspeln konnte ich damit machen. Auf den Fotos seht ihr meinen Style mit einem weißen Spitzentop und dem „Gabrielle“ Blazer. (Den Schnitt gab es mal kostenlos von „Spit up and Stilettos“, aber das Label existiert leider nicht mehr). 

Das gute Stück zeige ich heute auch beim RUMS.