Sommer in Berlin

Dickes B, oben an der Spree – im Sommer tust du gut und im Winter tut´s weh.

Diese Liedzeile ist sowas von wahr! Deshalb ist es einfach keine gute Idee, Berlin im Sommer zu verlassen. Mach ich auch nicht. Wer hier öfter mitliest, weiß, dass ich schon im Mai auf Reisen war. Der heutige Me Made Mittwoch hat das Thema „Ich packe meinen Koffer“. Ich schwelge daher nochmal kurz in Erinnerungen, was so alles in meinem Koffer war – im Mai. Ich habe das genau dokumentiert, denn ich habe bei der internationalen Bloggerchallenge #MeMadeMay2018 mitgemacht. Viele haben das ja auch auf Instagram verfolgt (und mich bei der mühsamen täglichen Posterei bei Laune gehalten), aber vielleicht gibt es ja auch nicht Instagrammer unter meinen Lesern. 

Bis auf die Regenjacke und die Jeans/Jeansshorts – komplett selbst genähte Garderobe für einen ganzen Reisemonat. Nicht schlecht, finde ich.

Nicht selbst genäht, aber Handarbeit (Herstellungszeit ca 1,5 Jahre) war dieser Kimono, den ich im Shibori Museum in Kyoto für ein Foto anziehen durfte. Genauer: er wurde mir angezogen, in so ein Kleidungsstück kann man sich nicht alleine einwickeln.
Ich war selbstverständlich auch Stoffe shoppen in Japan und auf dem Rückflug war der Handgepäckskoffer voll mit diesen Schätzen:

Inzwischen sind alle Stoffe schon vorgewaschen und zum Teil sind auch schon Schnittmuster abgepaust, damit das sommerliche Material noch in dieser Saison zu ein paar Kleidungsstücken werden kann. 

Aber ich war ja letztes Jahr auch verreist und mein Stoffmitbringsel aus London wartete schon länger auf Verarbeitung: ein wundschön fallender und glänzender Viskose Chambray. Auf meiner „Inspirationen“ Sammlung für Chambray war dieses bezaubernde Top und das hatte ich mir dafür in den Kopf gesetzt:

Quelle Pinterest

Trotz Bergen von Schnittmusterheften und Ordnern voll Ebooks – es war keins dabei, das diesem ähnlich war. Auch das Suchen auf den gängigen Plattformen blieb erfolglos, bis ich dann bei YouTube fündig wurde! Ich  fühl mich ja echt alt, wenn sowas passiert – ganz ehrlich. Schnittmuster auf YouTube suchen? Das ist für mich irgendwie immer noch ein Musikvideo Kanal und manchmal guck ich auch Video Podcasts oder alte „Alf“ Folgen 😉

Mit dem Nähen verbinde ich es aber so null – obwohl Videoanleitungen ja wirklich nicht unpraktisch sind. Da ist es auch nicht schlimm, wenn man nur spanisch versteht (bzw kein spanisch) – man sieht ja, was man machen muss! Der Schnitt – Freebook – ist allerdings so easy, erfahrene Näherinnen kriegen das auch ohne Anleitung hin. Ich habe Größe S genommen, aber die Länge von Größe L und so ist es perfekt – keine weiteren Änderungen nötig. 

Wo ich jetzt schon mal angefangen habe mit den „trendy“ Klamotten – Rüschen und Volants, musste folgerichtig noch die passende Hose mit Bindeschleife dazu. In weiß. Dass ich dummerweise keinen geeigneten Stoff im 1000meterlangen Lager hatte und beim Maybachufer shoppen musste, sag ich euch einfach nicht. Und dass es dort keine längs gestreifte Viskose gab, damit ich mir noch eine weitere trendy Streifenhose mit Schleife nähen kann, kann man jetzt Glück oder Pech nennen 😉

Hier also mein Sommeroutfit für den Nichturlaub in voller Größe:

Der Hosenschnitt ist übrigens die „Mikkaela“ von Schnittgeflüster. Ich hatte nach Maßtabelle  die Gr. 38 zugeschnitten, aber das war doch sehr sehr weit und der Stoff eher steif, ich habe an den Seitennähten je 2,5 cm verschmälert (nach unten auslaufend zu 1,5 cm) 
Und weil ich mich erstmal an die vielen Volants und Schleifen gewöhnen muss (und in den passenden Schuhen nicht so gut laufen kann), zieh ich das Outfit heute mit normalem Ledergürtel und Leder-FlipFlops an. Auch schön. Oder?

Minimalistisch aufgerüscht

Ich spring ja nicht gerade schnell auf Modetrends an, viele kann ich auch einfach getrost auslassen. So, dachte ich, könnte ich auch mit den Rüschen verfahren. Aber die sind jetzt schon seit 3 Jahren „in“ und so langsam hat sich mein Auge dran gewöhnt und findet das ein oder andere Modell mit Rüsche oder Volant sogar halbwegs schön – also, vorausgesetzt es ist nicht auch noch rosa. 😉


Auf meiner letzten Bahnreise konnte ich das Angebot an Nähzeitschriften im Bahnhofskiosk eingehend studieren und ich habe ein Heft gekauft, in dem es gefühlt eigentlich nur Schnitte mit Rüschen gibt. Wieso?

Weil es ein Top enthält, das ich – und das ist eine absolute Premiere in meiner 30jährigen Nähkarriere – exakt genau so haben wollte, wie abgebildet. 

Ich finde die Rüsche gibt dem einfachen Trägertop das gewisse Etwas – ein kleiner Hingucker, der das Teil etwas weniger sportlich aber trotzdem lässig macht. Der passende Stoff lag auch schon zuhause, aus dem Lebenskleidung Lagerverkauf. Und das ist die kleine Abweichung, mein Stoff ist offweiss/navy gestreift und nicht schwarz/weiß. Ha!

Die Rüsche ist in diesem Fall so mini, wäre sie nicht längs gestreift, würde sie ja kaum auffallen. Dafür ist sie aber auch nochmal hinten, was ich mega schön finde!

Ich hatte mich noch gefragt, ob ich da wirklich den Schnitt brauche oder einfach den von meinem letztes Jahr drei mal genähten Leila Top aus der LMV nehme und zurecht bastle. Aber Leila war aus Webstoff mit Abnähern und dieses Top aus Jersey – man weiß nie und sicher ist sicher. 

Also ich fang mal mit dem Pluspunkt des ‚Mein Style‘ Schnittes an: ich hatte ein Schnittteil für die Rüsche und die Träger, die auch in der Länge perfekt gepasst haben. Das Hauptschnitteil musste ich aber ganz schön anpassen. Der Armausschnitt war zu hoch, es gab zu viel Stoff und Falten unter den Armen und ich hab einige Zentimeter von dort auslaufend zu den vorderen Spitzen weggeschnitten. (Abnäher wollte ich wegen den Streifen einfach nicht haben). Außerdem war das Top tatsächlich viel weiter als bei meinem Leila Schnitt für nicht dehnbare Stoffe. Ich hab es erstmal so genäht wie vorgesehen, dann aber nach der Anprobe die Mehrweite wieder komplett rausgenommen – und es ist immer noch luftig.

Damit die Armausschnitte nicht ausleiern und dann doch wieder zu weit sind, habe ich vor dem Absteppen ein Nahtband aufgebügelt, so dass sich hoffentlich nichts verzieht. Die Trägerteile haben mich die meisten Nerven und Zeit gekostet, denn der Jersey hat sich quer zugeschnitten eingerollt wie verrückt, ich hab so viel Bügelstärke gesprüht, bis das Bügelbrett klebrig wurde. 

Damit es ordentlich wird, hab ich alles mit Reihfaden am Ausschnitt fixiert und dann mit der Zwillingsnadel abgesteppt. Die Stichlänge hatte ich zu klein eingestellt, aber als es mir auffiel, war schon die Hälfte genäht und Auftrennen nicht so verlockend. Die Rüsche hatte vorher mit der Overlock Maschine einfach einen Rollsaum bekommen. Dafür musste ich mich zwar erstmal durch die Anleitung der Maschine wursteln weil ich es noch nie gemacht hatte, aber es war keine große Sache. 

Insgesamt hab ich mich doch sehr gewundert, wie zeitaufwändig das kleine Teilchen war. Dafür dass es aussieht wie mal schnell für den Alltag geshoppt… . Aber es reicht mir auch, wenn nur ich weiß, dass es hand & tailor made und aus Biostoff ist. 
Aber alle wissen: #streifengehenimmer und deshalb hat das Top unzählige Kombipartner in meinem Schrank. Besonders mag ich es zusammen mit meiner mintfarbenen Skinny Jeans

Ich bin mir sicher, dass dies ein oft getragenes Kleidungsstück wird, deshalb war es auch die zeitraubenden Frickeleien wert. Dazu passend am Ende noch ein kleiner Absatz zu meinem Zwischenfazit vom Projekt #2018DIYdontBuy: es fällt mir wie erwartet nicht schwer, nichts zu shoppen. Aber da ich auch keine Second Hand Teile mehr vom Flohmarkt mitnehme, für die ich keinen Aufwand habe und nur ein paar Euro ausgeben muss, stelle ich fest, dass ich mir viel besser überlege, welche Kleidungsstücke ich wirklich in meiner Garderobe haben und anziehen möchte. Schrankleichen mag niemand, wenn sie aber nur 3 Euro gekostet haben und unter „nachhaltigen Konsum“ fallen, ist das ja empfunden nicht so schlimm, wie Arbeit, Zeit und hochwertigen Stoff zu investieren in Kleidung, die nicht getragen wird. Das find ich ist ein toller Effekt – im Sinne von Vivienne Westwoods Zitat „Buy less, choose well, make it last“. 

Ich verlinke mich heute bei 
Sew La La, WoF, Du für Dich, Ich näh Bio, Bio-Linkparty, 2018DIYdontBuy

Kimono Top aus Patchworkstoffen

Es gibt so tolle Stoffe in Japan! Insbesondere die schlichten grafischen Muster haben es mir angetan. Vor 2-3 Jahren hatte mir meine Mutter bereits zwei hübsche Fatquarter mit traditionell japanischen Mustern von ihrer Japanreise mitgebracht. Eigentlich sind das Patchworkstoffe, bedruckte Baumwoll-Webware, je 50×55 cm groß. Ich hatte zur Verwendung schon hin- und her überlegt, eigentlich ist sowas prädestiniert für Kissen – aber ich hab schon schöne Kissen. Und habe mir deshalb in den Kopf gesetzt, es muss auch irgendwie zu Kleidung werden können. 

Für ein normales Top sind 50 cm aber zu kurz – bauchfrei ist nicht, bei mir zumindest nicht. Irgendwie stolperte ich eines Tages über den Schnitt „Charlotte“ von Seamwork und dann war klar – so ein Teil wird es werden! Ursprünglich stand es auf meiner Nähliste vor meiner Reise, aber ich hatte ja schon berichtet, dass ich einiges einfach nicht mehr geschafft hatte. 

Natürlich sieht das Top deshalb auch besonders interessant zu meinen japanisch inspirierten Culotte Hosen aus. 

Über den Schnitt hab ich geflucht, denn der war vieeeeel zu groß bemessen. Genäht habe ich size 6 – eine 36. Hätte eigentlich passen sollen, aber vielleicht sollte er aus flatterigem Stoff genäht werden und nicht aus so festem, denn ich hab zentimeterweise enger genäht, an allen Nähten. 
Und kürzer sowieso, es ging ja nur exakt so lang, wie meine Stoffe lang waren. 

Ansonsten ist der Schnitt nicht kompliziert zu nähen und ich hab das Top am Ende auch genau so hinbekommen, wie ich es mir vorgestellt hatte. 

Es kombiniert sich natürlich auch mit schmaleren Hosen. Hier noch ein kleiner Seiten-Einblick, denn von vorn sieht man den zweiten gemusterten Stoff kaum. 

Hosenschnitte:
Gelbe Culottes / Simplicity 8092
Schwarze Culottes / Freebook So Sew Easy
Baggy Jeans mit Jerseybund / Burda Schnitt Sommerhose 08/2011 #102B
Schmale Hose cremeweiß / Velara Patternhack

So, jetzt schaue ich endlich mal bei den ganzen neuen Linkparties vorbei, die es jetzt am Donnerstag gibt und schau mich da mal um!
Women on fire, Du für dich am Donnerstag und Sew La La

 

Me Made Reisepläne mit neuem Outfit

Der Mai ist ganz eindeutig mein Lieblingsmonat. Der Sommer kehrt endlich zurück und bringt die Sonne und die bunte Vielfalt der Natur: Flieder, Erdbeeren, Spargel, Waldmeister, Rhabarber und Holunderblüten. Als Stadtmensch genießt man die Outdoor-Saison in einem sonnigen Plätzchen im Café oder einem der unzähligen Parks – oder nutzt die hohe Anzahl von Feiertagen und fährt in den Urlaub. So wie ich. Gerade befinde ich mich im Zug nach Westerland, dummerweise kein ICE sondern ein IC und bin ohne Internet. Da kann ich nur hoffen, dass das WLAN im Ferienhaus funktioniert und ich mich noch rechtzeitig heute beim monatlichen Me Made Mittwoch einreihen kann und meine vorbereiteten Texte und Bilder hochladen. Ich tue mich immer noch schwer mit der Punktlandung auf einen einzigen Tag im Monat… 🙁

Jetzt ist es im Mai ja aber unter den Nähbloggern internationaler Usus, dass man täglich seine selbst genähte (oder gestrickte)  Mode präsentiert und zwar beim „Me Made May“ – wer mitmacht, sucht sich seine persönliche Herausforderung, je nachdem was man schafft. Ich werde definitiv jeden Tag selbst genähte Kleidung tragen, manchmal ausschließlich, aber manchmal auch kombiniert mit gekauften Sachen. Es gibt nämlich noch ein paar Teile, die es in meinem Kleiderschrank nicht in „selbstgenäht“ gibt, wie zum Beispiel Funktions(regen)jacke, Lederjacke, Bikini, Fleece-Hoodie. Bei der Jeans habe ich lange überlegt, aber mich gegen meine Maßjeans und für die stretchy Boyfriendjeans entschieden, da diese auf Reisen einfach so viel bequemer ist. Auf der to-sew-Liste steht jetzt: Maß-Jeans mit viel Stretch!

Wenn ich nächste Woche zurück aus Sylt komme, geht es schon gleich weiter auf eine andere, zugegeben sehr andere Insel, bzw Inselgruppe: nach Japan. *freu*

Mein Me-Made-May musste deshalb schon gut vorgeplant werden und befindet sich in meinem Reiserucksack. Ich habe mir vorgenommen, jedes eingepackte selbstgenähte Kleidungsstück mindestens einmal zu tragen. Auch das kleine Schwarze für alle Fälle 😉
Meistens ist es bei mir nämlich so, dass ich unendlich viele Teile (so viel wie reinpaßt) mitnehme, dann aber immer zu den selben greife und am Ende die Hälfte noch frisch gewaschen und gefaltet wieder mit zurück schleppe. Beim Packen habe ich erleichtert festgestellt, dass meine selbstgenähten Sachen wirklich supergut untereinander kombinierbar sind und ich auf nichts verzichten muss.

Um als Selbstständige die 4 Wochen so einigermaßen frei von Arbeit durch die Gegend reisen zu können, habe ich in den letzten Wochen doppelt viel geackert, weshalb ich leider meine geplanten Nähprojekte vorher nicht alle geschafft habe. Selbstgemachte Geburtstagsgeschenke kamen auch noch dazwischen und faktisch ist am Ende noch ein Kleidungsstück übrig geblieben, das ich unbedingt in meiner Japan-Garderobe haben wollte:  schwarze Culottes. In einer Nachtschicht genäht, weil auch dafür eigentlich keine Zeit war. Von meinen gelben Culottes letztes Jahr habe ich gelernt, dass ich unbedingt auf einen weich fallenden Stoff achten sollte, der nicht so schnell knittert. Einen solchen hab ich auf dem Stoffmarkt gefunden, was genau es für ein Stoff ist, weiß ich nicht, aber er läßt sich heiß bügeln – ist also zum Glück wohl nicht allzu viel Chemie drin. 

Ich wollte diesmal eine Version ohne Bundfalten haben und wurde fündig bei einem Freebook von So Sew Easy. US Maßtabellen und ich – immer lieg ich daneben, bzw. ist mir die Größe viel zu groß, die ich laut Tabelle nehmen müsste. Da ich ja nun seit der Maßhosenaktion einen Grundschnitt habe, der mir perfekt passt, habe ich diesen aufgelegt und den Schnitt entsprechend angepasst. Von der Beinweite habe ich auch noch einige Zentimeter weggenommen.
Die Passform ist dann entsprechend auf Anhieb gut geraten und die Hose war ziemlich fix zusammen genäht. Ich hab einen geraden Bund angenäht und einen Nahtreißverschluss in die rechte Seitennaht eingefasst. Fertig.

Bei der Anprobe und Suche nach Kombipartnern fiel mir mein schon letzen Sommer genähtes „FrauFrida“ Modell ein, das noch ungetragen ist, weil es mir irgendwie nicht gefallen hatte. Was soll ich sagen, es hat wohl nur der richtige Kombipartner gefehlt. Und meine neuen gelben Schuhe sind das I-Tüpfelchen dazu. Die konnte ich nicht im Laden stehen lassen, den ich auf der Suche nach Sandalen aufgesucht hatte… der perfekte Japan Look 😉

Dip Dye Shirt – Das Experiment

Mein heutiges Werk wurde schon vor 2 Wochen genäht, aber da war mir bereits klar, dass ich nochmal Hand anlegen muss. Denn es gefiel mir nicht, bzw war mir viel zu langweilig. 

Ich hatte ja bei meinem Patchwork Sweater vorletzte Woche schon berichtet, dass der weiße Baumwoll-Mesh nicht so transparent war, wie ich mir das bei der Materialauswahl online vorgestellt hatte. Deshalb war ich nicht so richtig zufrieden mit dem Look meines weißen Shirts. Ich hatte erwartet, man würde noch das Top oder Bustier darunter sehen und hätte dadurch einen interessanten Effekt, dem war aber nicht so, wie diese „vorher“ Fotos beweisen. Natürlich kann man auch immer mal ein schlichtes weißes Oberteil im Schrank gebrauchen, aber irgendwie ist das nicht meins. Der Schnitt ist übrigens selbst gebastelt (Vorlage war vor Urzeiten ein gekaufter Pulli).
Vielleicht kann ich den Mesh besticken? Hab ich kurz ausprobiert, aber dafür haben die Löcher zu große Abstände, es gefiel mir nicht. Hm. Färbe-Experimente wollte ich doch schon lange mal machen, daher: wenn nicht jetzt, wann dann? Einen Ombré Effekt (Farbverlauf) wollte ich färben, das stand schnell fest. Simplicol Farbe in schwarz, Shibori-Farbe von Marabu in blau und getrocknete Goldruten vom letzten Sommer hatte ich vorrätig. Da ich noch nie mit Pflanzen gefärbt habe und gar nicht weiß, ob man damit überhaupt einen Farbverlauf hinkriegt, hab ich das  für dieses Projekt ausgeschlossen und mich letztlich für die schwarze Farbe entschieden, weil ich mit der blauen noch das machen möchte, wofür ich sie gekauft habe: Shibori. Mit der schwarzen wolle ich mal eine gekaufte Hose nachfärben, die ausgewaschen war. Aber bevor das passiert ist, hatte die Hose einen kaputten Reißverschluss und andere Defekte, so dass es dazu nicht mehr kam. 

Einen Farbverlauf kann man nicht in der Waschmaschine färben, so viel ist klar. Also noch kurz checken, ob ich die Farbe auch in einem Eimer anrühren kann – geht, laut Anleitung. Wunderbar. Heißes Wasser aus dem Hahn rein (60 Grad sollte es sein, konnte ich nur schätzen, da ich kein Thermometer habe) und Farbpulver einrühren. Das Shirt habe ich auf einem Kleiderbügel hängend bis fast zur Mitte eingetaucht und hatte vor, das ein paar mal zu wiederholen für den Verlauf Effekt. Das wurde aber sofort sehr dunkel, so dass ich noch einen zweiten Eimer mit verdünnter Farbe verwendet habe. Mit dem konnte ich dann den gewünschten Verlauf von hellgrau nach dunkelgrau erzeugen durch mehrmaliges unterschiedlich tiefes Eintauchen in die Farbe. Den unteren Teil habe ich dann wieder in die gesättigte Farbe gehängt und war sehr zufrieden mit dem, was ich bisher so sehen konnte. Ich war sogar richtig begeistert! Dann musste ich die Farbe ja irgendwann auswaschen und habe das erstmal mit der Duschbrause gemacht, damit die überschüssige Farbe nicht oben an den weißen Teil kommt. Dann habe ich das Shirt im Waschbecken nochmal mit der Hand ausgewaschen und dann zuversichtlich in die Waschmaschine gesteckt. So stands in der Anleitung. Ich hab extra nachgeschaut: von Fixiermittel oder Essig stand dort nichts. Die Farbe sei „mittelecht“ und man soll die Kleidung später nur separat waschen. Da hätte mir vielleicht eine Warnung sein können, aber ich war optimistisch. Leider kam das Teil aus der Maschine und nichts weißes war mehr dran. Oben hellgrau, unten dunkelgrau. Das tiefe schwarz war verwaschen und hatte sich auf die weiße Hälfte verteilt. Ich habe es  leider versäumt, an der Stelle ein Foto zu machen. SO wollte ich das aber nicht haben, also hab ich nochmal ein Chlorbad vorbereitet (mit Reiniger), in das ich das Shirt nun von der anderen Seite eingetaucht habe, damit es sich wieder entfärbt. Das ging auch so  la la, aber weiß ist es nicht mehr geworden, eher so creme/beige. Das hab ich dann nochmal grüüüündlich mit der Hand ausgewaschen und auch mit der Waschmaschine. So kam es am Ende raus und was soll ich sagen: ich find das Teil total toll! 

So hat es nun echtes Potential zum Lieblingsteil. Ich verzichte heute auf eine Kombipartner Fotoparade, ihr könnt euch ja vorstellen, dass das mit schwarzer oder beiger Hose auch super aussieht. Ein Detail möchte ich euch noch zeigen: meine Kette, die nämlich auch einen Ombré Effekt hat! Ich hab sie auf einem kleinen Handmade Markt im Urlaub in Porto gekauft. Der Anhänger war mal eine alte Spitzenborte, die Designerin hat die Spitze in einer speziellen Technik verstärkt (ich glaube mit Lack oder sowas) und dann farbig angesprüht. 

Ich freu mich immer total, wenn ich auf Reisen solche Handmade Märkte oder auch Shops finde, denn da kann man wirklich tolle einzigartige Dinge als Souvenirs finden, lokale Designer unterstützen und sich mit dem Unikat noch jahrelang an die Reise erinnern. Zu Zara & H+M kann ich auch in Berlin. Wenn ich denn wollte 🙁

Hat hier jemand Erfahrung in Dip Dye Technik? Was kann ich beim nächsten mal besser machen, damit die Farben so bleiben wie geplant? 

Ich schaue mit meinem Farbexperient mal wieder zum MeMadeMittwoch. Weitere linkparties: Ich näh Bio, Biostoff-Linkparty, After Work Sewing

Misch-Mesh mit viel Fantasie

Bei meinem Lieblings-Stoffdealer in Kreuzberg gibt´s neuen Stoff. Ganz begeistert bin ich vom neuen Lebenskleidung Lookbook, das ich persönlich super stylisch gestaltet finde. Wir Probenäher durften uns jede ein Stöffchen der neuen Kollektion aussuchen (natürlich nicht jede den gleichen) so landete diesmal ein weißer Mesh bei mir. Was genau ist eigentlich ein Mesh? 

Mesh (engl.) bezeichnet ein luftdurchlässiges Textilnetzgewebe, das zur Herstellung von großformatigen Werbedrucken, Eishockeytrikots, Baseballcaps etc. verwendet wird (Wikipedia)

 

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Lamalove – Wärmflaschen für Verliebte

Das Thema Trendtiere hatten wir ja kürzlich schon mal. Und ich gebe zu, dem Charme der Lamas und Alpakas kann ich mich auch nicht entziehen. Von meiner Boho-Jacke aus Bio Baumwollfell war noch einiges übrig, für ein Kleidungsstück reicht es aber nicht mehr. 
Schon länger bewundere ich die tollen Kuscheltier Wärmflaschen von Petiti Panda – Faultier, Eule, Robbe, Grumpy Cat – die sind einfach toll! Alles handgearbeitete Unikate aus hochwertigem Material – nämlich Bio Baumwollplüsch. Eine wunderbare Inspirationsquelle.  „Lamalove – Wärmflaschen für Verliebte“ weiterlesen

Winterjacke Harriet

Endlich ist sie fertig! Ich darf euch vorstellen: Harriet.

Eine etwas anspruchsvolle Lady für die man sich etwas Zeit nehmen muss. Dass ein ganzes Nähwochenende dafür nicht reicht, habe ich ja hier schon beschrieben, aber jetzt war es am Schluss doch gar nicht mehr so schlimm, wie ich dachte. Wenn ich die Ärmel vom Futter auf Anhieb richtig herum eingenäht hätte, wäre es noch etwas schneller gegangen 😉 „Winterjacke Harriet“ weiterlesen

#2018DIYDONTBUY – Ach… näh! Stricken geht schneller

Das Monatsthema für den Februar bei der #2018DIYDONTBUY Challenge lautet „Herausforderungen und Versuchungen. Dazu kann ich so viel berichten, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Vielleicht erstmal mit meinem aktuellen Nähprojekt. 
Ich war im Januar in Neuharlingersiel im Nähcamp der DJH und hatte mir dafür ein Mammutprojekt ausgewählt: eine gefütterte Winterjacke. Modell Harriet von Named Clothing. 

„#2018DIYDONTBUY – Ach… näh! Stricken geht schneller“ weiterlesen

Upcycling Stories #2 – Jogginghose mit Jeans Details

Kürzlich war wieder der internationale Tag der Jogginghose. An diesem Tag habe ich mir eine neue genäht und zwar aus Resten vom 1. Upcycling Projekt, dem Sweater. Ich habe einen Schnitt verwendet, den ich schon einmal genäht habe, aus der Zeitschrift La Maison Victor (4/2015). Mein erstes Modell gefällt mir gut – wenn es frisch aus der Wäsche kommt. Nach ein, zwei Stunden tragen hat sich die Hose dann allerdings in ein beuliges Ungetüm verwandelt, der Stoff gibt einfach zu viel nach und behält die Form nicht – bis auf den stabilen Gummibund wächst sie von Größe 36 auf locker 46. Das ist bedauerlich und deshalb trage ich diese Hose eigentlich nur, wenn mich keiner sieht 😉 „Upcycling Stories #2 – Jogginghose mit Jeans Details“ weiterlesen