Fashion Nights

Am späten Mittwochabend schlüpfe ich in meine neue Nachtwäsche und lasse mich damit bei der monatlichen Fashion Show der Nähcommunity blicken. Es ist zwar tatsächlich ein etwas komisches Gefühl, im Schlafanzug auf den Laufsteg zu gehen, aber ich finde, dieser ist schön genug dafür! Ich gestehe, dass ich seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, keinen wirklichen Schlafanzug mehr hatte. Ich trage nämlich nachts die Sachen auf, die für tagsüber nicht (mehr) schön genug sind. Ausgeleierte Shirts, Teile mit kleinen Löchern oder Flecken… Schlabberhosen. You name it. Jetzt sind einige dieser Fetzen endlich in der Tonne gelandet und ich habe mir erlaubt, mich mal extra für nachts komplett neu einzukleiden! Nix recyceltes, nix aufgetragenes – sondern futschneu genäht – luxuriös. 😀

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Indian Summer

In fester Erwartung eines tollen Spätsommers, nachdem man lange erfolglos auf den Hochsommer gewartet hat, habe ich im August noch einige sommerliche Teile genäht.

Hier das erste, ein Blusentop aus Jersey, mit einem für mich ungewöhnlichen floralen Muster. Es ist das einzige seiner Art in meinem Kleiderschrank, aber fügt sich trotzdem ganz gut ein! Ich kam mir erstmal etwas fremd vor in dem Teil, aber es wurde von meinem Umfeld positiv bemerkt und gelobt, das hat das dran gewöhnen etwas erleichtert. Ich habe einen Schnitt gesucht, der das Muster möglichst nicht unterbricht, aber trotzdem noch etwas Besonderes hat. Ich habe mich für „Frances“ von Fibre Mood (ein Freebook) entschieden. Der ist eigentlich für Webware (ich hab schon eine Version aus Musselin), aber wie man sieht – auch aus Jersey problemlos nähbar. Besonders hübsch an dem Schnitt sind die mit Gummiband gerafften kurzen Ärmel und der etwas tiefere Rückenausschnitt. Der Blumenstoff ist mir bei der Arbeit über den Weg gelaufen, ebenso die Stoffe der anderen beiden Oberteile.

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Berlin am Meer

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich bin immer noch dabei, maximal viel Zeit außerhalb meiner Wohnung zu verbringen um den Budenkoller Winter irgendwie wieder auszugleichen. Ehrlich gesagt, war ich jetzt den ganzen Monat nicht an der Nähmaschine. Ich hab statt dessen viele Radtouren gemacht, durch die Uckermark zum Beispiel. Oder im Landkreis Oder-Spree. Es gibt so herrlich viel Wasser überall in und um Berlin. Ich war auch schon einmal an der Ostsee – von Berlin aus geht das als Tagesausflug. Zugfahren, Strand spazieren, Fisch essen…

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Rockstars aus Neuruppin

Dieser unsägliche Dauerlockdown hat meiner Beziehung zu meiner Wahlheimat Berlin ziemlich geschadet. Nichts, aber auch absolut gar nichts mehr spricht für das Leben in einer Großstadt, wenn alles, was diese lebenswert macht, nicht mehr stattfindet, und das was möglich ist, entsprechend überbevölkert ist. Ich hab dauernd den Wunsch, raus in die Natur zu kommen, frische Luft zu atmen, Gras zu riechen, im Wald zu spazieren… Platz zu haben. Als endlich die Lockerungen kamen und im Juni auch endlich die Temperaturen sommerlich wurden, hat mir mein Vermieter ein Baugerüst auf meine Terrasse gestellt und die Nutzung derselben quasi verunmöglicht. (Kotzsmiley)
Sehr spontan habe ich mich daher zu einer Urlaubswoche in einem gar nicht so weit entfernten Naturparadies entschieden. Ich habe ein kleines Ferienhaus gemietet, direkt am Ruppiner See mit eigenem Boots- und Badesteg.

Großartig. Getrübt wurde mein Aufenthalt dann leider durch eine plötzlich hereinbrechende Sintflut, 30h Dauerregen hab ich glaub ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr erlebt. Es ist gut für die Natur, die schon im 3. Jahr in Folge viel zu stark unter Hitze und Trockenheit leidet. Allerdings schlecht fürs in der Sonne faulenzen. Gut, dass ich meine Nähmaschine(n) mitgenommen hatte. Aufgrund des Regenwetters hab ich dann auch so einiges geschafft!

Als erstes die Bluse Ida aus einer älteren Fibre Mood. Die wollte ich schon letzten Somme nähen, kam aber nicht mehr dazu. Den Stoff hatte ich von meiner Mama zum Geburtstag bekommen – ein super schöner echt Indigo gefärbter Baumwollstoff von Merchant & Mills. Mit 1 m Länge und 1,1 m Breite war die Schnittwahl sehr begrenzt, aber Ida passte haargenau.
Der Schnitt hat vorne und hinten einen V-Ausschnitt. Und die Ärmel bestehen nur aus einem gedoppelten Rechteck. Simpel, aber schön!

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Bertha, die Jeanshose (& friends)

Weil die Bertha aus Cord so cool ist, ganz schnell genäht war, aber nicht richtig sommertauglich, lag doch nichts näher, als noch eine zweite Bertha zu nähen. Im eigenen Stofflager wurde ich auch schnell fündig – ein schöner fester Jeansstoff, aus dem ich einst meine selbst konstruierte Maß Jeans genäht hatte. (Die leider nicht mehr passt. Was aber nicht an der Hose liegt, sondern an meinen Maßen…)
Davon war noch ein guter Meter übrig. Tatsache, mehr brauchte ich nicht für Bertha. Gesäumte Hosenbeine braucht man 2021 schließlich nicht – ein ausgefranstes Hosenbein ist up-to-date. Trotzdem bringt die Hose ein paar 70er Vibes ins Spiel. Was bestimmt auch an den Taschen liegt, die ich diesmal vorn aufgenäht habe.

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Bertha, die Cordhose

Bertha ist ein typischer Kuh Name. Ich glaube, eine der Milchkühe meiner Großeltern hieß auch so. Falls die überhaupt Namen hatten, da bin ich mir jetzt, Jahrzehnte später, nicht mehr so ganz sicher.

Super Kombi mit dem edlen schwarzen Nicki Pullover nach dem Schnitt Holly von Studio Schnittreif
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Fransen-Top

Die Stoffspielereien verfolge ich meistens nur als stille Zuschauerin. Ich finde die meisten Themen sehr spannend, aber ich persönlich würde mich zeitlich total verfransen, wenn ich dort immer teilnehmen würde und käme zu nichts anderem mehr…

Beim Thema in diesem Monat, nämlich „Fransen“, erinnerte ich mich sofort an diesen Schnitt aus dem Bernina INSPIRATIONS Heft, den ich mir längst abgespeichert hatte. Ich weiß nicht, ob ich mir ohne den Anstoß wirklich dieses Top genäht hätte. Aber ich glaub, ich finds im Ergebnis ganz gut! (Gewöhnungsbedürftig noch ein bißchen, aber das ist ganz bestimmt wie mit den Rüschen, man gewöhnt sich dran)

Das Heft gehört leider nicht zu meiner Sammlung, aber ein total ähnlicher Schnitt. Auf dem Bernina Blog gibt es eine anschauliche Schritt-für-Schritt Anleitung, die mir die Länge der Fransen verraten hat. So hab ich die schon häufig genähte Ankerliebe gehackt. Das Vorderteil ohne Schlitz hatte ich sowieso schonmal gemacht, jetzt brauchte es nur noch eine Teilung im Vorderteil.

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mimimimade Mittwoch

Eigentlich hatte ich feste Pläne für den Me Made Mittwoch im März. Ich wollte euch meinen schönen neuen Alpaka Pulli zeigen. Und dazu passend eine neue Cordhose. Aber daraus ist nix geworden, denn mich hat eine bleierne Lustlosigkeit befallen. Das hat verschiedene Gründe – ein wesentlicher ist, dass ich im Winterlockdown ziemlich exakt die Gewichtszunahme hatte, die der rbb für den Durschschnittsberliner ausgerechnet hat: 5,5 kg. Einhergehend mit meiner Lockdown Homewear Kollektion, bestehend aus Jogginghosen, fiel mir das nicht mal so sehr auf! Nun gut, das muss jetzt wieder runter und ich hab mich auf Diät gesetzt – ich nähe mir auf keinen Fall Hosen in einer Nummer größer – deshalb musste ich alle Hosen Nähpläne vertagen. Gegen weiterstricken hätte eigentlich nichts gesprochen, aber ich hab mich beim FJKAL eingefunden und musste dafür erstmal recherchieren und dann probestricken für das Frühjahrsprojekt. Meinem Pulli fehlen daher noch eineinhalb Ärmel.

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Lockdown Fashion Lookbook

Der Lockdown beschert mir in meinem Single Haushalt recht viel Zeit und die verbringe ich tatsächlich auch immer noch gern mit Näh- und Strickprojekten. Allerdings geht´s mir schon so, dass ich für neu genähte Teile auch irgendwie erstmal einen Bedarf sehen muss. Mein Kleiderschrank ist gut gefüllt, aber in den letzten Wochen hab ich nur sehr wenige, ausgewählte Teile davon getragen! Mich sieht den ganzen Tag niemand – es sei denn ich verlasse die Wohnung zum a) Müll rausbringen b) einkaufen oder c) spazieren gehen.

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Best of 2020 – The Sewing Oscars

Klar, dass ich auch dieses Jahr wieder dabei bin, bei der glamourösen Preisverleihung für meine selbst genähte Modekollektion. Ich mag es, mir im Rückblick anzuschauen, was ich alles gemacht habe und Resümee zu ziehen. Also, erstmal ein Glas Prosecco holen und dann geht´s los mit der Verleihung der Oscars bis spät in die Nacht!

Hier eine Übersicht der Nominierungen:

34 Teile, davon 6x Refashion, 4x Upcycling – also 24 neue Textilien.
2 Strickprojekte, für 5 Teile habe ich Stoff neu gekauft, der Rest ist Stoffabbau.
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