Altes neu macht der Mai!

Ich war eigentlich ziemlich fleißig im April und habe so einiges produziert, allerdings kein neu genähtes Kleidungsstück für mich. Wie man an meiner Post-Frequenz (what?! 4 Beiträge in 6 Tagen!) sehen kann. Das soll sich im Mai aber ändern, denn meiner Sewing Liste hänge ich ja schon wieder sowas von hinterher…

Einige Reparatur- und Refashionprojekte stehen auf dem Programm und das erste davon kann ich euch heute zeigen. Es ist eine geerbte Bluse von meiner Oma. Dazu muss man wissen, dass die Blusen meiner Oma eigentlich modisch in den 60-80ern anzusiedeln waren, sie war Hausfrau, hat in der Landwirtschaft gearbeitet und rein gar nichts auf Mode gegeben. Es wurde alles aufgetragen, bis es auseinander fiel. Oder sie hat sich getragene, aussortierte Blusen von anderen Omas schenken lassen, damit sie sie weiter auftragen kann. Neu kaufen? Wozu.

In ihren letzten Lebensmonaten jedoch ist sie so dünn geworden, dass ihre Blusen wie Zelte aussahen und meine Tante ihr kurzerhand im DW-Shop (einem online Weltladen mit Textilien für die ältere Dame) neue bestellt hat. Doch auch Größe S war Oma noch zu groß und die Blusen landeten bei meiner Mutter zum Abändern. Einige, darunter diese hier, wurden daher gar nicht mehr von Oma getragen.

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Summer Shells

Hui, fast wär es noch knapp geworden mit dem Finale der Herzen vom Frühjahrs Knit Along. Ich hatte nämlich ziemlichen Murks fabriziert mit meinem Pullover – ab dem Zeitpunkt, wo ich dachte, ich hätte den Muster-Rapport jetzt verinnerlicht und müsste nicht mehr für jede Reihe in die Strickschrift schauen. Tja. Falsch gedacht. Klar, der Pulli hat ziemlich weite Ärmel, aber Glockenärmel? Eigentlich nicht…. Erst ab der Mitte des zweiten Ärmels wurde mir klar, dass ich alle paar Reihen einige Umschläge zu viel gemacht und dadurch natürlich Maschen zugenommen habe. Was die ungeplante Glockenform erklärte. Das war ja auch mal modern (in den 90ern?) aber ich habs lieber wieder aufgeribbelt und neu gestrickt.

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Post von der Nähtante

Wegen Social Distancing fiel dieses Jahr ein Familientreffen zu Ostern aus. Ich hab das lange Wochenende dann genutzt, um für Neffen und Nichte hübsche Sachen zu nähen, die sich am Dienstag nach Ostern auf eine lange Postreise gemacht haben. Ich weiß, die Paketdienste sind überlastet, aber dass es sage und schreibe 10 Tage dauern kann, bis kleine Pakete (genau genommen Maxibriefe) zugestellt werden, ist schon Rekord. Ich freu mich aber, dass alles doch noch angekommen ist und nichts verloren ging. Denn das wäre doch schade gewesen.

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Alles so schön bunt hier

Die letzte Aprilwoche ist seit einigen Jahren die „Fashion Revolution Week“ und erinnert an das große Unglück der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch in 2013. Das war bei mir ja auch wirklich der Wendepunkt in Sachen Kleidung shoppen. Zunächst bin ich auf Second Hand Mode umgestiegen, aber seit Beginn des Holycows Blogs bin ich durch die kontinuierlichen Nähprojekte inzwischen fast bei einer komplett selbst genähten Garderobe angekommen. Das macht mich immer wieder stolz und glücklich. Aber nicht nur die Zustände in den Textilfabriken, in denen Kleidung genäht wird, sind verheerend. Bereits die Stoffproduktion, der stark pestizidbelastete Anbau von Baumwolle, der Einsatz giftiger Chemikalien bei der Verarbeitung und beim Färben – es wird wirklich gruselig, wenn man in tiefer in die Thematik einsteigt… und die Frage nach den Alternativen stellt sich.

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Upcycling Stories #6 – Frau Patchwork-Frida

Eigentlich hatte ich ein ganz anderes Outfit geplant für den heutigen Me Made Mittwoch im April. Und dieses Top hier hab ich schon vor zwei Wochen genäht. Als ich noch mit Elan und „mir-doch-egal-ob-ich-zu Hause-bleiben-muss“-Attitüde Projekte auf meine gedankliche Liste setzte und mir kaum ausmalen konnte, wie viel ich vor lauter StayAtHome Zeit so alles produzieren würde. Kam aber nicht dazu. Eigentlich hat sich in meinem Leben nicht viel geändert – ich bin ja sowieso die meiste Zeit im Home Office. Was für mich wegfällt, ist mein Freizeitbereich und das damit verbundene Sozialleben. Mitbewohner habe ich auch keine mehr, nicht mal eine Katze (Silberfische, Mehlmotten und Spinnen zählen nicht als Mitbewohner, oder?). Die rasanten Entwicklungen haben mir daher ein bißchen zugesetzt und ich habe dann doch einige Zeit damit verbracht, mich über das Virus und was die Experten dieser Welt darüber zu wissen glauben, zu informieren, um zu verstehen, warum ich eines morgens im März in einer Diktatur aufgewacht bin. In der mich die Polizei von einer Parkbank vertreiben und demnächst auch noch Bußgeld kassieren darf, sofern ich mich wage, darauf zu setzen. So ganz überzeugt bin ich nicht von der Radikalität der Maßnahmen und beobachte interessiert den schwedischen Weg, in der Hoffnung, dass er sich als erfolgreich erweist und wir ihm vielleicht auch bald folgen können. Versteht mich nicht falsch, ich nehme das schon Ernst, jedoch ist mir Hysterie grundsätzlich fremd und übervorsichtig und ängstlich war ich auch noch nie. Das mag ich mir jetzt auch nicht mehr angewöhnen in meinem Alter, ich bleib bei meinem realistischen Optimismus. Der sagt mir, das wird schon alles für irgendwas gut sein – für was, sehen wir dann später. Zum Beispiel fand ich ja ziemlich doof, dass mein Friseur mir die Haare zu kurz geschnitten hat. Aber jetzt bin ich froh, dass ich so schnell nicht wieder hin muss….

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Stricken und andere Therapieformen

Die therapeutische Wirkung von Stricken wurde bereits durch Studien nachgewiesen, ich kann aus meiner Erfahrung sagen – nichts beruhigt meinen unruhigen Geist mehr, als Stricken. Wann immer ich viel zu Grübeln habe, hilft mir Stricken.

Zum heutigen letzten Zwischenstand des Knit Alongs vom MeMadeMittwoch Blog, kann ich deshalb auch schon einen halbfertigen Pullover zeigen.

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Frances

Ihr Lieben, nehmts mir nicht übel, aber ich blog jetzt hier einfach mal weiter als wär grad keine Pandemie. Das Thema wird genug behandelt, anderswo, und zum Glück teilen wir uns alle ein Hobby, für das Zuhausebleiben mehr oder weniger Voraussetzung ist – und man der Situation daher auch gute Seiten abgewinnen kann. Auf hochproduktive Zeiten! (jaja, ich weiß, das klappt nur in Haushalten ohne kleine Kinder…)

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Er ist blau! Er hat Streifen! Er glitzert…

…. ich muss ihn haben! So ungefähr war das mit diesem Stoff und mir bei unserer ersten Begegnung letzten Sommer. Wir haben uns bei der Arbeit kennengelernt. Und noch am selben Tag ist er bei mir zuhause eingezogen.

Dabei bin ich doch eigentlich gar keine Glitzerpüppi. Trotzdem, dieser Stoff hatte einfach das gewisse Etwas.

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Blaue Stunde

Die blaue Stunde hat das schönste Licht zum Fotografieren. Sie findet täglich zwei mal statt, direkt vor Sonnenaufgang und direkt nach Sonnenuntergang. Die erste Möglichkeit erlebe ich Nachteule vor allem im Sommer (ist dann ungefähr die Zeit wo ich schlafen gehe Blog Posts schreibe). Und die zweite ist zur aktuellen Jahreszeit das einzige Zeitfenster, zu dem ich es schaffe, ein paar dämmerige Fotos von meinen genähten Werken zu machen. Für Landschaftsfotografie eignet sich diese Uhrzeit wirklich gut. Da hab ich selbst schon wundervolle Bilder gemacht. Aber bei den Klamotten… nunja.

Ich erzähl euch das außerdem, weil mein neues Teil im Kleiderschrank blau ist und in ungefähr einer Stunde genäht.

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Patchwork Top – eine Susan Eastman Hommage

Yeah, im Februar 2020 kann ich ein weiteres (Nummer 7) Projekt von meiner Make Nine Liste aus dem letzten Jahr abhaken. Besser spät als nie!

Ausgangspunkt dieses Projekts war ein spontaner Stoffkauf auf dem holländischen Stoffmarkt, vor ca 3 Jahren. Drei Jerseystoffe á 50 cm, die sehr schön zusammen passen (und deshalb auch als Paket verkauft wurden, ihr kennt vielleicht diese Stände mit den zusammen geschnürten Stoffrollen), fielen mir in die Hände.

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